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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

580 
5. Buch. Der Staatskredit. 
Da die Staaten oft im Auslande Anlehen aufnehmen , so 
wurde dem Staatskredit oft der Nachteil zugeschrieben, daß all 
jährlich große Summen als Zins nach dem Auslande wandern. 
Doch kann dies natürlich nicht immer als Nachteil betrachtet werden, 
ebensowenig, als es ein Nachteil ist in der Privatwirtschaft, wenn 
Jemand Zinsen zahlt für ein zu produktiven Zwecken verwendetes 
Kapital. Wenn die vom Auslande gebrachten Kapitalien zu pro 
duktiven Zwecken in produktiver Weise verwendet werden, so 
kann hierdurch dem Staate ein solch wirtschaftlicher Aufschwung 
mitgeteilt werden, dem gegenüber die ins Ausland fließenden Zins 
zahlungen ein unwesentliches Opfer repräsentieren. Es kann aber 
auch der Fall der unbedingten Notwendigkeit sich ergeben, wo 
dann also jede Wahl ausgeschlossen ist, wenn nämlich im Inlande 
die Kapitalien fehlen oder aus produktiven Verwendungen entzogen 
werden müßten. 
Gegenüber jeder ungünstigen Beurteilung des Staatskredites 
muß in erster Reihe vor Augen gehalten werden, daß auf der 
gegenwärtigen Stufe der wirtschaftlichen Entwicklung der Staats 
kredit eine natürliche, eine notwendige Sache ist, denn auch die 
Staatswirtschaft kann sich jenen Folgen nicht entziehen, welche 
das moderne wirtschaftliche und namentlich Verkehrsleben mit sich 
bringt. Auch der Staat mit seiner ganzen wirtschaftlichen Tätigkeit 
ist inmitten der modernen Kreditwirtschaft hineingestellt, mit der 
er sich auf hundert und hundert Punkten berührt, von der er 
Richtung erhält, die die Bedingungen seines Verhaltens vorschreibt. 
Die staatliche Wirtschaft atmet dieselbe Luft wie die Privatwirt 
schaft, sie baut sich aus denselben Stoffen auf wie die Privat 
wirtschaft, und demzufolge müssen sich in ihrer Morphologie die 
selben Formen wiederholen, welche wir in der Privatwirtschaft 
finden. Wenn der Staat dieses Naturgesetz verleugnen wollte, wenn 
er nach andern Gesetzen leben wollte, als welche die wirtschaftliche 
Entwickelung des Zeitalters vorschreibt , dann würde er seine 
vitalsten Interessen aufs Spiel setzen. Auf der gegenwärtigen Stufe 
der staatlichen und wirtschaftlichen • Entwickelung kann demnach 
der Staatskredit nicht vermieden werden, es muß nur derselbe 
vorsichtig und zweckgemäß Anwendung finden. 
Bei der Beurteilung des Staatskredites müssen namentlich zwei 
Momente vor Augen gehalten werden: das Moment der Notwendig 
keit und das Moment der Möglichkeit. Vom Standpunkte der 
Notwendigkeit zeigt die Entwickelung des Staatskredites eine ge 
wisse rationelle Richtung, indem derselbe gewissermaßen das not 
wendige Resultat der Verhältnisse ist. Eine der wichtigsten Vor-
	        

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Nationale Bodenreform. Druck und Verlag von U. Weichert, 1926.
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