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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

I. Abschnitt. Allgemeine Lehren. 
597 
dort z. B. der Zinsfuß 5 Prozent beträgt, liier 2 Prozent, oder der 
eine Staat al pari, der andere unter dem Nennwert das Anlehen 
kontrahiert hat, was wieder auf die Amortisation und Konversion 
zurückwirkt, da der eine Staat leichter amortisieren oder konver 
tieren kann, als der andere. Aus dem Gesagten folgt, daß eigent 
lich beide Maßstäbe notwendig sind; wollen wir namentlich die 
gegenwärtige Last kennen, so bedienen wir uns der Zinsenbeträge, 
wollen wir die zukünftige Last kennen, so bedienen wir uns der 
Kapitalbeträge. Aber auch vereint gewinnen wir mittels dieser 
Maßstäbe kein vollständiges Bild, da sie nur eine absolute Größe 
darstellen, die Größe des Kapitals und der Zinsen. Die Intensität 
der Last muß aber relativ festgestellt werden, verglichen mit der 
Kraft, die berufen ist, die Last zu tragen. Darum ist eine Ver 
gleichung der Last mit jenen Momenten nötig, die die wirtschaft 
liche Kraft des Staates repräsentieren und zwar: a) mit dem Volks 
vermögen; b) mit dem Volkseinkommen; c) mit der Bevölkerungs 
zahl; d) mit den Staatseinnahmen; e) mit den Staatsausgaben. Von 
diesen verschiedenen Schlüsseln ist jedenfalls der verläßlichste, der 
die jährliche Zinsenlast mit dem jährlichen Volkseinkommen ver 
gleicht, wobei nur der Umstand in Betracht kommt, daß die Me 
thoden der Statistik des Volkseinkommens ziemlich mangelhaft sind. 
Demzufolge kommen wir zu dem Resultate, daß die hier geschil 
derten Berechnungen insgesamt angewendet werden müssen, wodurch 
wir jedenfalls den besten Einblick in die Momente erhalten, von 
welchen die Größe der durch die Staatsschuld verursachten Last 
abhängt. Überdies müssen die bei der Staatsschuld sich zeigenden 
periodischen Veränderungen mit Aufmerksamkeit verfolgt werden, 
deren Zunahme und Abnahme. In Betracht kommt auch das Ver 
mögen des Staats, dessen Aktiva, die produktive oder unproduktive 
Verwendung der Anlehen, die im Inlande oder Auslande erfolgte 
Aufnahme, die im Wert des Geldes erfolgten Veränderungen usw. 
Zu welch verschiedenen Resultaten die Anwendung verschiedener 
Schlüssel führt, sehen wir z. B. daraus, daß die englische Staats 
schuldenlast von 1815—70 nur um 8 Millionen Pfund Sterling ab 
nahm, diese Last aber im Vergleiche zum jährlichen Volkseinkommen 
im Jahre 1815 9, im Jahre 1870 nur 2,5 Prozent betrug. 
Jedenfalls erfordert die Bestimmung der Staatsschuldenlast und 
namentlich die Vergleichung derselben unter verschiedenen Staaten 
große Vorsicht. Am besten zeigt dies der Umstand, daß in 
manchen Staaten in neuerer Zeit die Staatsschuld infolge Konver- j 
sionen anwuchs, weil sie mit Erhöhung des Nominalkapitales ver 
bunden war, während an den Zinsen bedeutende Ersparnisse erzielt
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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