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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

II. Abschnitt. Der Geld- und Kapitalmarkt. 
599 
II. Abschnitt. 
Der Geld- und Kapitalmarkt. 
Vom Standpunkte des Staates als Anlehensuchenden verstehen 
wir unter dem Geld- und Kapitalmarkt den Inbegriff derjenigen 
Kapitalien, die in einem gegebenen Zeitpunkte frei zur Verfügung 
stehen und Anlage namentlich in Staatsaniehen suchen. 
Die zur Verfügung stehenden und namentlich aus den Über 
schüssen, den Ersparnissen, den eventuellen Verwertungen entspringen 
den in- und ausländischen Kapitalien werden in ihrem Streben nach 
rentabler Verwendung verschiedene Richtung einschlagen. Ein 
großer Teil wird sich wirtschaftlichen Unternehmungen zuwenden, ein 
anderer Teil wird im Privatdarlehen seine vorteilhafteste und be 
friedigendste Verwendung erblicken. "Welcher Teil den öffentlichen 
Körperschaften, Staat, Gemeinde usw. zugewendet wird, das hängt 
von sehr verschiedenen Momenten ab, namentlich Rentabilität, Sicher 
heit, Kursgestaltung, Verfügungsfreiheit, Gewohnheit, gewiß aber 
auch von der Werbetätigkeit, welche im Interesse des öffentlichen 
Kredites ausgeübt wird. 
Die im Weltkriege in jedem Staate verausgabten kolossalen 
Summen haben eine solche Gestaltung des Weltmarktes hervor 
gerufen, daß die Aufnahmefähigkeit desselben ganz überraschende 
Dimensionen annahm, obwohl es auch nicht an privater Verwendung 
fehlte, da eine Reihe von Unternehmungen ihr Kapital außerordent 
lich erhöhte und auch viele neue Unternehmungen entstanden. 
Namentlich in den kapitalschwächeren Staaten war diese Leistungs 
fähigkeit des Geldmarktes eine gänzlich ungeahnte. Vor dem Welt 
kriege hat eine Kommission von Fachmännern die Leistungsfähig 
keit des österreichischen Geldmarktes für innere Staatsaniehen auf 
etwa 200—300 Millionen geschätzt! Die hier kundgewordene 
falsche Beurteilung des Geldmarktes warnt davor, daß hinsichtlich 
der Gestaltung des Weltmarktes nach dem Kriege kategorische 
Ansichten ausgesprochen werden. Wir müßten denn sagen, daß aus 
der Leistungsfähigkeit des Geldmarktes im Kriege der Schluß ge 
stattet ist, daß wenigstens im gleichen Maße für die produktive 
Friedensarbeit die gleiche Leistungsfähigkeit des Geldmarktes an 
genommen werden muß, freilich nicht zu vergessen der Zerstörung 
viele Milliarden betragender Kapitalien. 
Auf die Leistungsfähigkeit des Geldmarktes haben namentlich 
zwei Momente großen Einfluß: die Menge der zur Verfügung 
stehenden Kapitalien und die Organisation des Geldmarktes. Die
	        

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Finanzwissenschaft. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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