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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1017727422
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56103
Document type:
Monograph
Author:
Földes, Béla http://d-nb.info/gnd/119338211
Title:
Finanzwissenschaft
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XIV, 686 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents

Full text

650 
5. Buch. Der Staatskredit. 
Jahre 1V17. Dieselbe war die notwendige Folge der Herabsetzung 
des gesetzlichen Zinsfußes von 6 Prozent auf 5 Prozent, da es rem 
unmöglich war, daß der Staat weiter 6 Prozent bezahle. Walpole 
setzte die Konversion erfolgreich durch, der Staat erreichte ein 
bedeutendes Zinsenersparnis, wenige Gläubiger forderten die Rück 
zahlung der Schuld. Die Staatsgläubiger sahen ein, sagt Leroy- 
Beaulieu, daß der Staatskredit hierdurch erstarke. Die Konversion 
wurde erfolgreich auch bei solchen Titres durchgeführt, die un 
kündbar waren. Im Jahre 1737 war der Kurs eines im Jahre 1726 
emittierten 3 prozentigen Anlehens 107, es war also günstige Ge 
legenheit, die 4 prozentige Schuld zu konvertieren, doch wurde dies 
aus politischen Gründen unterlassen, was der Staatskasse 6,7 Millionen 
Pfund Sterling kostete. Im Jahre 1749 wurde die Konversion doch 
durchgeführt ; es wurde festgesetzt, daß diejenigen, die im Laufe 
von 3 Monaten erklären, daß sie vom Jahre 1757 angefangen sich 
mit 3. Prozent ^begnügen, bis Ende 1750 4 Prozent, von 1750—57 
3 Prozent bekommen. Die in der ersten Hälfte des 18. Jahr 
hunderts durchgeführten Konversionen haben die Zinsen fast um 
7,1 Millionen Pfund erleichtert, was ein Sechstel der Ausgaben und 
ein Drittel der Schuldenlast bedeutete. Im 19. Jahrhundert werden 
die Konversionen fortgesetzt; von 1822—1854 wurde ein Zinsen 
ersparnis von 3,6 Millionen Pfund Sterling erreicht. Die größte 
Konversion war die des Jahres 1888, welche Göschen durchführte. 
Anstatt der 3prozentigen Rente wurde den Gläubigern ein Papier 
gegeben, daß von 1889—1903 2^ Prozent trug, von 1903 ange 
fangen 2'/g Prozent und welches bis 1923 keiner neuen Konversion 
unterzogen werden durfte. Die Konversion erstreckte sich auf einen 
Betrag von 558 Millionen Pfund Sterling; das jährliche Zinsen 
ersparnis betrug bis 1903 1,4, nach 1903 2,8 Millionen Pfund. 
Gegenüber dem großen Erfolge dieser Konversion ist daran zu er 
innern, daß England schwer büßen mußte für jenen Fehler seiner 
Finanzminister, welche die Kosten der amerikanischen und napoleo- 
nischen Kriege mittels weit unter Pari emittierten Anlehen deckten, 
die natürlich nicht konvertiert werden konnten. 
Frankreich hat weit weniger wie England dem Prinzip der Kon 
versionen gehuldigt. Seine Staatsmänner wollten die Staatsgläubiger 
schonen, unter denen viele kleine Existenzen waren, wodurch freilich 
andererseits die Interessen des Ganzen hintangesetzt wurden. 
Im Deutschen Reich bildete die Konversion der 4 prozentigen 
Schuld im Jahre 1897 eine wichtige Maßregel. Bezüglich der 
3*/z prozentigen wurde festgesetzt, daß derselbe vor dem 1. April 
1905 nicht gekündigt werden kann.
	        

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Die Deutsche Volksversicherung. Druck und Verlag: Vaterländische Verlags- und Kunstanstalt, 1914.
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