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Kapitalismus und Sozialismus

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Bibliographic data

fullscreen: Kapitalismus und Sozialismus

Monograph

Identifikator:
1019428651
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56798
Document type:
Monograph
Author:
Eckstein, Gustav http://d-nb.info/gnd/101214995
Title:
Kapitalismus und Sozialismus
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag der Wiener Volksbuchhandlung
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (120 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kapitalismus und Sozialismus
  • Title page
  • Contents

Full text

6 
Schon das ist ein zwingender Grund für die Arbeiter, heute dem 
^irkulationsprozeß ebensoviel Beachtung zu schenken wie dem Pro- j 
duktionsprozeß. Dazu kommt noch, daß die Arbeiter durch die Revolution 
ihre politische Macht in den gesetzgebenden Versammlungen und gegen-1 
Ü6er den Regierungen oder in ihnen sowie ihre ökonomilche Macht 
durch das Erstarken der Gewerkschaften und durch die Einrichtung von l 
Arbeiterräten bedeutend vermehrt haben. Sie sind daher in höherem i 
Maße als vor dem Kriege imstande, Einfluß zu nehmen, nicht bloß | 
auf die Arbeitsbedingungen im Produktionsprozeß, sondern auch aus 
die Bedingungen des Zirkulationsprozesses, zum Beispiel die Be 
schaffung von Rohmaterial. ^ ,, Y , 
Das Studium des zweiten Bandes des Marxschen „Kapital wird^ 
jetzt für die Arbeiter ebenso wichtig wie das des ersten. Sie finden die i 
besten Anweisungen dazu am Schlüsse der vorliegenden Schristz 
Wohl ist ein weiter Weg von dieser Schrift bis zum zweiten und i 
dritten Band des „Kapital". Ehe der Leser zu diesem vordringt, sind 
viele Bücher zu lesen, keines einfach, jedes mit großen Ansorderungeii j 
an Aufmerksamkeit und Denkkrast verbunden. 
Und wenn der Arbeiter die Theorien der Bewegungen der kapi- j 
talistischen Welt ersaßt hat, ist' seine wissenschaftliche Aufgabe nicht zu 
Ende. Er studiert die Theorie, um praktisch etwas zu leisten, die Wissen 
schaft soll für ihn nicht graue Theorie bleiben, sondern angewandte 
Wissenschaft werden. Diese erfordert aber, daß man es versteht, vom 
Allgemeinen zum Besonderen vorzuschreiten, den umgekehrten Weg zn 
gehen, den die Theorie einschlägt, die aus dem Besonderen das All 
gemeine ableitet. r . 
Für den Arzt genügt es nicht, Anatomie und Physiologie und | 
die sonstigen wissenschaftlichen Grundlagen der Medizin zu kennen, er i 
muß auch die Eigenart des Kranken, die natürlichen und sozialen 
Bedingungen, unter denen er lebt, studieren, will er die richtigen I 
Methoden seiner Heilung herausfinden. r „ I 
So müssen auch die Politiker und Sozialisten nicht blotz die j 
ökonomische Theorie studieren, wie sie am besten Marx entwickelte, 
sondern auch ihre Anwendung in der Steuerpolitik, Handelspolitik, 
Bankpolitik, Geldpolitik, Agrarpolitik u. s. to., von denen Marx nichr 
ausdrücklich handelte. Und sie haben auch noch die besonderen Bedin 
gungen dieser Anwendung in jedem Falle zu untersuchen. Damit stellt : 
unsere Zeit dem Proletarier, der als Sozialist wirken, der die Gesell- ! 
jcfyaft zu einer höheren (Stufe fortentwickeln triff, ungeheure Aufgaben 
Des Studiums, Ausgaben, die um so schwerer fallen, da mit dem Fort 
schreiten der politischen und gewerkschaftlichen Organisation und der 
staatlichen und kommunalen Tätigkeit des Proletariats sich auch die 
Gebiete der Verwaltung rasch ausdehnen, die immer mehr Kraft und 
Zeit des kämpfenden Teiles des Proletariats verschlingen. 
Die Anforderungen, die unser Zeitalter an das Proletariat stellt, 
siiid enorm. Aber es muß sich ihnen gewachsen zeigen, wenn e* sich 
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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1913.
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