Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Kapitalismus und Sozialismus

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

Object: Kapitalismus und Sozialismus

Monograph

Identifikator:
1019428651
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56798
Document type:
Monograph
Author:
Eckstein, Gustav http://d-nb.info/gnd/101214995
Title:
Kapitalismus und Sozialismus
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag der Wiener Volksbuchhandlung
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (120 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Kapitalismus und Sozialismus
  • Title page
  • Contents

Full text

105 
Kartelle und Truste. 
„Du erzählst uns da, daß in den letzten hundert Jahren die Krisen 
regelmäßig sich immer wiederholt haben", begann Wilhelm nachdenklich. 
„Da müssen aber doch die Kapitalisten selbst auch daraufgekommen fein, 
was die Ursachen der Krisen sind. Darum kann ich nicht verstehen, daß sie 
nicht versucht haben sollten, dem Uebel zu begegnen, die Krisen zu ver 
mindern. Sie brauchten doch nur untereinander zu vereinbaren, wieviel 
von jeder Warengattung erzeugt werden sollte, und die Gefahr der Krisen 
war beseitigt." 
„Nur!" höhnte Karl; „glaubst du denn, das sei so einfach, die Kapi 
talisten brauchten „nur" zu vereinbaren, wieviel produziert werden 
sollte?" 
„Und doch hat Wilhelm nicht so ganz unrecht", warf ich ein. „Aller 
dings haben die Kapitalisten auch heute noch die wahren Ursachen der 
Krisen recht wenig erkannt. Die einen glauben, es werde überhaupt zu 
viel produziert, andere glauben, es fehlt an Bargeld, wieder andere meinen, 
die Banken seien an den Krisen schuld u. s. w. Gerade die Lehren von den 
Krisen gehört zu den allernmstrittensten Gebieten der Nationalökonomie: 
aber daß die regellose Konkurrenz für die Beteiligten oft große Gefahren 
und Nachteile hat, das mußten selbst die Blindesten erkennen. Ein sehr 
hübsches Beispiel dafür liefern die Dampferlinien auf den großen amerika 
nischen Flüssen. Die unterboten sich früher gegenseitig in den Preisen für 
Frachten- und Personenbeförderung und überboten sich besonders in der 
Schnelligkeit der Fahrten. Das artete so aus, daß oft die tollsten Wett 
fahrten erfolgten und dabei durch Kesselexplosionen und Auffahren auf 
Sandbänke Schiffe und Menschen zugrunde gingen. Endlich fanden die 
Unternehmer aber doch, daß es für sie alle besser ist, wenn sie sich vertrugen, 
statt sich gegenseitig niederzukonkurrieren. Sie vereinigten sich und setzten 
die Preise hinauf, die Geschwindigkeit herunter. Natürlich machten sie jetzt 
viel bessere Geschäfte." 
„Nun also, da hast du es ja", wandte sich Wilhelm triumphierend au 
Karl. „Und wenn dort Vereinbarungen möglich waren, so sind sie es doch 
sonst auch." 
„Das ist bis zu einem gewissen Grade richtig," antwortete ich, „und 
heute gibt es schon eine Unmenge von Vereinbarungen zwischen den Unter 
nehmern; oft haben sie sogar zu noch viel engerem Zusammenschluß ge 
führt. Da braucht zum Beispiel ein Stahlwerk Roheisen und Kohle in 
großen Mengen. Um sich von den Preisschwankungen unabhängig zu 
machen, schließt der Besitzer des Stahlwerks mit den Besitzern von Hochöfen 
und Kohlengruben Verträge auf Jahre hinaus, daß sie ihm zu einem be 
stimmten Preis liefern werden. Oft aber bleibt es dabei nicht stehen. Er ver 
einbart zum Beispiel mit ihnen, daß sie keinem anderen Werk liefern als nur 
ihm. Dafür muß er sich aber verpflichten, eine bestimmte Menge von 
Eisen und Kohle abzunehmen. Jetzt sind die Besitzer der Hochöfen und 
Kohlengruben auch an dem Gedeihen des Stahlwerks stark interessiert: 
denn wenn dieses schlecht geht, kann es ihnen das Roheisen und die Kohlen 
nicht abnehmen. So wird der Zusammenhang zwischen diesen Werken 
immer inniger, oft bilden sie schließlich wirklich eine Gesellschaft, oder der 
Besitzer des Stahlwerks zum Beispiel kauft die Hochöfen und Kohlengruben 
und vereinigt sie mit seinem Werk. Dasselbe Ergebnis tritt ein, wenn zum
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Kapitalismus Und Sozialismus. Verlag der Wiener Volksbuchhandlung, 1920.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fifth month of the year?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.