Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Kapitalismus und Sozialismus

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Kapitalismus und Sozialismus

Monograph

Identifikator:
1019428651
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56798
Document type:
Monograph
Author:
Eckstein, Gustav http://d-nb.info/gnd/101214995
Title:
Kapitalismus und Sozialismus
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag der Wiener Volksbuchhandlung
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (120 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Kapitalismus und Sozialismus
  • Title page
  • Contents

Full text

16 
den sie aber auch gezüchtigt. Wien wurde belagert und eingenommen. Mit 
der revolutionären Herrschaft war es vorbei; der Reichstag wurde aufge 
löst. aber die Bauern hatten doch erreicht, was sie wollten und brauchten. 
Wenn ich mrch erinnere, wie es bei uns in Preutzisch-Schlesien gegangen 
war, wo meinem Vater bei der »Befreiung« sein halber Grund und Boden 
weggenommen wurde, so muß ich doch sagen, daß es in Oesterreich besser war; 
denn dort behielt der Bauer sein ganzes Land, ein Teil der Lasten entfiel 
ganz ohne Ablösung, und einen Teil der übrigen Ablösungsgelder, die auch 
nicht so hoch waren, zahlte das Land an die Herrschaften. Für die Bauern 
war die Revolution doch was wert gewesen." 
„Und dafür haben sie sie verraten", schrie hier Karl ganz aufgeregt 
dazwischen. „Die eigene Befreiung von den Lasten, die war den Bauern 
schon recht; aber als sie die hatten und es" den Wienern schlecht ging, die 
doch für die Bauern die Kastanien aus dem Feuer geholt hatten, da rührten 
sic sich nicht. Wenigstens hat dein Großvater Nichts davon erwähnt, daß die 
Bauern den belagerten Wienern zu Hilfe gekommen wären. So etwas ist 
vielleicht praktisch; aber ich nenne so einen Verrat eine Lumperei. Schön 
ist es nicht." Er war ganz wild geworden. 
„So unrecht hättest du ja nicht," sagte ich darum zu seiner Beruhigung, 
„wenn die Volksklassen wie einzelne Menschen zu beurteilen wären, die für 
Wohltaten dankbar sein sollten. Aber die Geschichte zeigt, daß das noch nie 
der Fall war. Schon im täglichen Leben tut jeder gut, wenn er sich nur auf 
sich selbst und auf die Kameraden verläßt, die gemeinsames Interesse mit 
ihm verbindet; aber gar in der Politik darf nie eine Klasse auf die andere 
rechnen, da muß jede für sich selbst sorgen. So war es noch bei jeder Revo 
lution; sobald die Besitzenden das erlangt haben, was sie begehrten, dann 
wollen sie ruhig und ungestört bleiben und wenden sich gegen jeden/ der 
sie stört, also am meisten gegen ihre früheren Verbündeten, die noch nicht 
befriedigt und gesättigt waren." 
„Das ist traurig," erwiderte Karl; „aber trotzdem zeigt die Geschichte, 
die uns Wilhelm da erzählt hat, doch, wieviel besser es ist, wenn sich das 
Volk etwas selber nimmt, als wenn es wartet, bis es ihm gegeben wird." 
„Das dachte ich mir auch schon bei der Erzählung", gab nun Wilhelm 
zu. „In Preußen müssen doch die Gutsherren bei der Ablösung ein gutes 
Geschäft gemacht haben; sonst hätten sie nicht selber darauf gedrungen. In 
Oesterreich haben sich die Bauern alles selber genommen unö_ die Guts 
herren mußten zufrieden sein mit dem, was ihnen nachher ersetzt wurde. 
Aber ganz kann ich dem Karl doch nicht recht geben; denn was hätten schließ 
lich die Bauern den Wienern viel helfen können? Wir haben ja gehört, wie 
schlecht sie bewaffnet waren. Und wären sie mit unterlegen, so wäre es mit 
allen ihren Errungenschaften wieder vorbm gewesen." 
„Das Handwerk hat einen goldenen Boden." 
„Siehst du, Wilhelm," begann Karl, als wir uns das nächste Mal 
trafen, „mir ging es mit meinem Vater gerade umgekehrt wie dir. Du hast 
dich gar nicht getraut, ihn zu fragen, und ich hatte es nicht einmal nötig. 
Denn vor ein paar Tagen kam er abends von einer LZersammlung nach 
Hause, in der ein sozialdemokratischer Referent gesprochen hatte. Nachher 
war ein Bäckermeister aufgetreten und hatte den Sozis vorgeworfen, daß
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Kapitalismus Und Sozialismus. Verlag der Wiener Volksbuchhandlung, 1920.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What color is the blue sky?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.