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Kapitalismus und Sozialismus

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Bibliographic data

fullscreen: Kapitalismus und Sozialismus

Monograph

Identifikator:
1019428651
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56798
Document type:
Monograph
Author:
Eckstein, Gustav http://d-nb.info/gnd/101214995
Title:
Kapitalismus und Sozialismus
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag der Wiener Volksbuchhandlung
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (120 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kapitalismus und Sozialismus
  • Title page
  • Contents

Full text

# 
29 
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sie raubten sie selbst und verkauften sie als Sklaven in die Fremde. An 
diesem schmählichen Handel beteiligten sich die Schiffe aller Nationen und 
Konfessionen, und fromme Geistliche gaben dazu ihren Segen. 
Zuerst hatte sich der Handel hauptsächlich mit den Erzeugnissen des 
Handwerks befatzt. Naturprodukte spielten keine große Rolle, da ihr Trans 
port über Land zu schwierig und kostspielig war. Eisenbahnen gab es nich-, 
und die Straßen waren in dem elendesten Zustand, und dazu kam eben noch 
die Unsicherheit, so daß nur Waren gehandelt werden konnten, die bei ver 
hältnismäßig geringem Gewicht und Umfang möglichst hohe Preise erzielen 
konnten. Als dann aber der Handel wuchs, fanden es die Kaufleute mit der 
Zeit lästig, den Handwerkern ihre Ware erst abzukaufen, sie wollten sie lieber 
selbst billiger und ganz nach ihren Handelsbedürfnissen herstellen lassen. 
Die zünftigen Meister und Gesellen waren dazu nicht zu haben; aber die 
Proletarier, die in die Stadt strömten und in den Zünften keine Aufnahme 
fanden, die konnten nun von den Kaufleuten ans Werk gesetzt werden und 
bald die zünftigen Handwerker unterbieten und dadurch zugrunde richten. 
So wurde das alte Handwerk zum größten Teil durch die neue Manufaktur 
erdrückt und verdrängt." 
„Das ist ja ganz die Geschichte meines Großvaters", unterbrach mich hier 
Karl. „Der wurde auch vom Möbelhändler ums Brot gebracht und mußte 
dann noch selber für ihn arbeiten." 
„Ja," erwiderte ich, „so ähnlich hat sich der Prozeß überall abgespielt. 
Freilich, als die Sache einmal im Zug war, als man allgemein sah, wie 
gewinnbringend man Geld in der Manufaktur anlegen konnte, da drängten 
sich alle zu diesem Erwerbszweig, die verfügbares Geld hatten. Der Dorf 
wucherer zwang nun seine Schuldner, für ihn zu arbeiten, und ebenso machte 
es der städtische Hauswirt. Der hatte oft aus der Ausbeutung seiner Mieter 
ein schönes Vermögen zusammengescharrt, und das konnte nun schön ange 
wendet werden, um arme Teufel in ihrem eigenen Heim oder in großen 
Werkstätten zur Arbeit zu setzen und auf diese Weise schöne Profite einzu 
heimsen. Sobald einmal ein besitzloses Proletariat da war und man die Art 
und Weise kannte, aus diesem Arbeit herauszuschlagen, die weit mehr ergab 
als den Lohn dieser Arbeiter, seit dieser Zeit war jedes verfügbare Geldver 
mögen als Kapital anwendbar, ja der Besitzer brauchte sich nicht einmal mehr 
selbst mit der Ausbeutung der Arbeitskräfte zu bemühen, er konnte sein 
Geld einem Industriellen leihen und den Gewinn mit diesem teilen. Er 
erhielt die Zinsen von seinem Kapital, der Unternehmer behielt den Ge 
winn, der darüber hinaus erzielt wurde. 
So konnte der Glaube entstehen, daß das Kapital von selber Zinsen 
trage, daß es aus eigener Kraft wachse; denn wer ein Kapital hat, der kriegt 
auch ohne jede weitere Anstrengung die Zinsen. Aber das heißt nur, er 
braucht sich nicht selbst anzustrengen. Wenn sich auch die Arbeiter in dem Be 
trieb nicht anstrengten, dem er das Geld vorstreckte, dann kriegte er auch 
keine Zinsen, dann bliebe das Kapital tot liegen." 
„Aber man braucht doch nicht sein Geld einem Fabrikanten zu borgen, 
um Zinsen zu bekommen," wandte hier Wilhelm ein. „Mein Vater hat unge 
fähr 800 Mk. in der Sparkasse liegen, die sich von selbst verzinsen, und dann 
hat er noch Staatspapier um 2000 Mk., und unlängst erst ging ich mit den 
Zinsscheinen in eine Wechselstube und erhielt das Geld ohne weiteres aus 
bezahlt. Da trägt doch das Kapital selber Zinsen? Oder kommen die auch 
irgendwie aus der Arbeit?"
	        

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Wie Kann Die Heimische Cognacindustrie Und Der Deutsche Weinbau Gefördert Werden? H. S. Hermann, 1905.
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