Digitalisate EconBiz Logo Full screen
  • First image
  • Previous image
  • Next image
  • Last image
  • Show double pages
Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Kapitalismus und Sozialismus

Access restriction


Copyright

The copyright and related rights status of this record has not been evaluated or is not clear. Please refer to the organization that has made the Item available for more information.

Bibliographic data

fullscreen: Kapitalismus und Sozialismus

Monograph

Identifikator:
1019428651
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56798
Document type:
Monograph
Author:
Eckstein, Gustav http://d-nb.info/gnd/101214995
Title:
Kapitalismus und Sozialismus
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag der Wiener Volksbuchhandlung
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (120 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Contents

Table of contents

  • Kapitalismus und Sozialismus
  • Title page
  • Contents

Full text

74 
„Nein, das natürlich nicht", entgegnete Wilhelm. „Aber das trifft 
doch gerade auf deine Behauptung zu, daß die Kapitalisten sich auf Kosten 
der Arbeiter bereichern. Was sie gewinnen, das nehmen sie den Arbeitern 
weg; also bereichern sich auch nicht alle zugleich." 
„Nein, aber doch alle Kapitalisten", wars hier Karl ein. 
„Der neue Wert," fuhr ich fort, „wird von den Arbeitern geschaffen, 
nicht wahr? Aber sie können ihn nicht behalten, sie müssen ihn an die Be 
sitzer der Produktionsmittel, an die Kapitalisten abliefern, und die geben 
ihnen davon nur so viel, daß die Arbeiter gsrade davon leben können, den 
Arbeitslohn; den Rest behalten sie für sich. Wenn jetzt neue Maschinen 
eingestellt werden, wird dadurch etwas am Wert geändert?" 
„Nein", sagte Wilhelm etwas kleinlaut. „Es werden zwar mehr Pro 
dukte hergestellt, aber ihr Gesamtwert bleibt derselbe, das einzelne Stück 
wird billiger, das haben wir ja erst neulich gesehen. Aber trotzdem ist doch 
der Gewinn, den der KapitcHst aus der Einführung der Maschine hat, 
eine Tatsache. Wo komnit der also her?" 
„Nun, das haben wir ja auch bereits besprochen", antwortete ich. „Wir 
brauchen nur das Beispiel von der Revolverdrehbauk nochnials anzusehen. 
Zuerst war doch die Sache so, daß in Karls Fabrik noch keine solche Ma 
schine aufgestellt war, aber schon in einigen anderen Fabriken. Die Folge 
davon war, daß diese billiger produzieren, die Schrauben billiger ver 
kaufen konnten. Dadurch wurde, wie wir gesehen haben, der Preis der 
Schrauben im allgemeinen gedrückt." 
„Ja, und unser Werk zahlte damals drauf", ergänzte Karl. „Ich habe 
euch ja erzählt, wie damals die Arbeiter in der Schraubenableilung ge 
schunden wurden, weil der Preis so schlecht war." 
„Nun also"^ fuhr ich fort. „An diesem Beispiel könnt, ihr jetzt sehr 
gut sehen, wo der Gewinn herkommt, den der Kapitalist dadurch macht, 
Laß er neue Maschinen aufstellt." 
„Aha, jetzt verstehe ich, was du vorhin mit deinem Beispiel von Len 
Einbrechern sagen wolltest", rief Karl. „Du meinst also, durch die Ein 
stellung neuer Maschinen nimmt nur ein Kapitalist dem andern etwas von 
seinem Gewinn weg. Was dem einen seine Eule, das ist dem andern seine 
Nachtigall, heißt es in einem Sprichwort. Was deni einen Gewinn, das 
ist dem andern Verlust; für alle Kapitalisten zusammengenommen, gleicht 
sich das also wieder aus." 
»Ja, jetzt wird mir die Sache klar", ergänzte Wilhelm. „Die Arbeiter 
schaffen den neuen Wert, den sie dem Rohmaterial u.J. w. zusetzen. In 
diesen Wert müssen sie sich mit den Kapitalisten teilen. Sie selbst bekommen 
nur den Arbeitslohn, die Kapitalisten beziehen den Rest als Gewinn. Dann 
fängt aber erst unter diesen selbst die Rauferei um den Anteil an der Beute 
an, und die Waffe, die sie in diesem Kamps benutzen, ist vor allem die Ma 
schine. Wer dem andern zuvorkommt, wer zuerst eine neue Maschine auf 
stellt, der fischt seinen Konkurrenten ein Stück von ihrem Gewinn weg, viel 
leicht sogar den ganzen. Natürlich will sich das keiner gefallen lassen: wer 
kann, schafft sich daher auch neue Maschinen an, womöglich noch bessere al 
der andere, um dadurch den anderen wieder einen Happen abzujagen. Wer 
es nicht kann, der bleibt auf der Strecke. Schön ist das Bild ja gerade nicht, 
wie sich da zuerst alle Kapitalisten zusammen mit der Arbeiterklasse raufen, 
und wie sie dann anfangen, sich gegenseitig um das Eroberte herumzu 
schlagen, wie die Schwächeren liegen bleiben und von den Starken autge-
	        

Download

Download

Here you will find download options and citation links to the record and current image.

Monograph

METS MARC XML Dublin Core RIS Mirador ALTO TEI Full text PDF EPUB DFG-Viewer Back to EconBiz
TOC

This page

PDF ALTO TEI Full text
Download

Image fragment

Link to the viewer page with highlighted frame Link to IIIF image fragment

Citation links

Citation links

Monograph

To quote this record the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

This page

To quote this image the following variants are available:
URN:
Here you can copy a Goobi viewer own URL:

Citation recommendation

Kapitalismus Und Sozialismus. Verlag der Wiener Volksbuchhandlung, 1920.
Please check the citation before using it.

Image manipulation tools

Tools not available

Share image region

Use the mouse to select the image area you want to share.
Please select which information should be copied to the clipboard by clicking on the link:
  • Link to the viewer page with highlighted frame
  • Link to IIIF image fragment

Contact

Have you found an error? Do you have any suggestions for making our service even better or any other questions about this page? Please write to us and we'll make sure we get back to you.

What is the fifth month of the year?:

I hereby confirm the use of my personal data within the context of the enquiry made.