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Kapitalismus und Sozialismus

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Bibliographic data

fullscreen: Kapitalismus und Sozialismus

Monograph

Identifikator:
1019428651
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56798
Document type:
Monograph
Author:
Eckstein, Gustav http://d-nb.info/gnd/101214995
Title:
Kapitalismus und Sozialismus
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag der Wiener Volksbuchhandlung
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (120 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kapitalismus und Sozialismus
  • Title page
  • Contents

Full text

78 
Profit einzustreichen. Wenn man aber studieren will, wohin unser Weg 
geht, wohin unsere Wirtschaft steuert, dann muß man aus die Gesetze 
zurückgehen, die unsere Wirtschaft beherrschen. Dem Kapitalisten ist es 
nur um das Nächstliegende zu tun, um seinen Happen vom Gewinn seiner 
Klasse. Wir haben vorhin bei Betrachtung der Maschinen gesehen, daß 
sich die Kapitalisten um den gesamten Profit raufen und jeder soviel an 
fick, reißt, als es seine Kräfte, das heißt vor allem sein Kapital erlauben. 
Hier sehen wir nur dasselbe. So kommt es, daß der Profit im Derhaltms 
steht zum angewandten Kapital, auch wenn dadurch manche Waren über, 
manche unter ihrem Wert verkauft werden." 
II. 
„Wenn das aber so ist," begann Wilhelin nach einigem Nachdenken, 
„wenn die Kapitalisten miteinander um den Anteil raufen, den jeder 
von ihnen an der Gesamtbeute haben will, wenn die einen Waren über, 
die änderen unter ihrem Werte verkauft werden, dann stimmt das Wert 
gesetz ja doch wieder nicht. Du hast uns auseinandergesetzt, daß der 
Wert einer Ware Lurch die Arbeitszeit bestimmt ist, die gesellschaftlich zu 
ihrer Herstellung notwendig ist. Dann haben wir gesehen, daß der Arbeiter 
nur einen Teil des von ihm neu geschaffenen Wertes selbst wieder 
erhält, daß der Rest dem Kapitalisten als Gewinn verbleibt. Dadurch 
ist aber doch dieser Gewinn ganz genau bestimmt, da gibt es doch weiter 
keine Rauferei. Nehmen wir an, in einer Schuhfabrik arbeiten 100 Ar 
beiter, von denen jeder täglich 5 Mk. Lohn erhält. Dabei setzen diese 
100 Arbeiter dem Leder durch ihre Arbeit täglich einen Wert von 1000 Mk. 
zu. Dann verbleiben dem Kapitalisten einfach 500 Mk. Wird ihm ein 
Teil davon von jemand anderen, weggenommeik, dann stimmt eben deine 
Rechnung nicht. Und welchen Sinn soll es denn überhaupt haben, datz 
die Waren einen Wert haben, aber zu einem Preis verkauft werden, der 
ihrem Wert gar nicht entspricht?" 
„Diese Einwendung wäre an sich ganz richtig," entgcgnete ich, „aper du 
hast eins vergessen. Erinnere dich, als wir begannen, das Wirtschaftsleben von 
innen her, theoretisch, zu betrachten, da sprachen wir davon, daß nian eine 
komplizierte Maschine nur begreifen lernt, wenn man zuerst- die einfache 
kennt, aus der sie hervorgegangen ist. Bei den wirtschaftlichen Vorgängen, 
sagten wir, ist es ebenso; auch da muß man zuerst die einfachen Verhält 
nisse studieren, damit man nachher die komplizierteren begreift. Und des 
halb begannen wir damit, das Wertgesetz für die einfachen Verhältnisse 
des Handwerks zu untersuchen." 
„Das heißt also," unterbrach mich Wilhelm ungeduldig, „daß das 
Wertgesetz heute nicht mehr gilt. Da habe ich also doch recht, aber dann 
weiß ich wirklich nicht, wozu wir uns so lange damit herumgeplagt haben/ 
„Bist du aber hitzig!" warf Karl lachend dazwischen. „Laß doch Gustav 
zuerst ausreden. Da werden wir ja sehen, ob er der Meinung ist, daß 
das Wertgesetz heute tatsächlich nicht mehr Geltung hat." 
„Es wäre allerdings ganz gut gewesen," bestätigte ich, „wenn Wil 
helm noch ein bißchen gewartet hätte. Das Wertgesetz gilt heute noch, 
aber es äußert sich anders/' 
„Na, das sind aber Haarspaltereien!" rief Wilhelm ganz entrüstet. 
„Ist es da nickt besser, einfach zuzugeben, daß das Gesetz nicht gilt, als 
daß man so herumredet?"
	        

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Urzeit Und Mittelalter. Heyfelder, 1904.
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