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Kapitalismus und Sozialismus

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Bibliographic data

fullscreen: Kapitalismus und Sozialismus

Monograph

Identifikator:
1019428651
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-56798
Document type:
Monograph
Author:
Eckstein, Gustav http://d-nb.info/gnd/101214995
Title:
Kapitalismus und Sozialismus
Place of publication:
Wien
Publisher:
Verlag der Wiener Volksbuchhandlung
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (120 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kapitalismus und Sozialismus
  • Title page
  • Contents

Full text

... • h J/.<.-r 22 #v.*.y it 4 £, JB.4-; 4 -;: 3, ^ ,<# «v L 
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kapital einen Profit von 30.000 Mark, also ganze 3 Prozent; sein Gewinn 
^ a i e a^o nod) immer von 10 auf 3 Prozent gesunken. Das kann ich aber 
doch nicht glauben Da müßte er doch verrückt sein, um das zu tun, und 
das ist er gewiß nicht. Der ist ein ganz schlauer Patron." 
^ m ® e ^ nuv '“ lvarf ich ein, „ob er das freiwillig getan hat." 
0 -.xsd) weiß schon, worauf du anspielst", bemerkte Wilhelm, der eine 
Zeitlang nachdenklich geschwiegen hatte. „Ich erinnere mich ganz gut: als 
wir von der Einführung der Maschinen überhaupt sprachen, da fanden wir, 
uiB die Kapitalisten durch die Konkurrenz gezwungen werden, immerfort 
neue Maschinen einzustellen, und daß sie dabei nur so lange einen besonderen 
Vorteil haben, als ste ihren Konkurrenten voraus sind. Ist die neue Maschine 
allgeinein eingeführt, dann hat keiner mehr einen Vorteil davon. Jetzt 
Ktietnt sick) aber sogar herauszustellen, daß alle zusammen nicht nur keinen 
Vorteil haben, sondern einen direkten Nachteil, wenn nach der Ausgleichung 
i H Profit tm Verhältnis zum angelegten Kapital kleiner geworden ist." 
t .. »Ja, aber bei meinem Chef kann ich das doch nicht glauben", er 
widerte Karl; „der ist dabei ein reicher Mann geworden. Wenn aber unsere 
vorige Berechnung richtig wäre, hätte er doch verarmen müssen." 
r 'k^uN' gar so schlimm sah es doch nicht aus", erwiderte Wilhelm 
mchend. -Mach unserer Rechnung, hat er doch gegen 10.000 Mark Prosit von 
damals, letzt oO OM Mark. Das ist nicht gerade zum Verhungern. Aber das 
yn ^ m L toa J ll: ' ^ eme merkwürdige Geschichte ist: denn um diese 
. 0.000 Mark zu verdienen, muß er jetzt zehnmal soviel Kapital anwenden 
wie früher. 
„Ihr vergeßt beide," fiel ich ein, „daß der Profit nicht in dem be- 
^f?ltenden Betrieb allein erzeugt wird, sondern daß der in der ganzen Gesell- 
Eaft ne» erzeugte Wert, soweit er nicht als Lohn an die Arbeiter selbst 
K'^uckbezahlt wird, durch die Konkurrenz ziemlich gleichmäßig auf alle 
Kapitalien verteilt wird. Es kommt also dabei nicht nur auf das Verhältnis 
zwilchen totem Kapital und Arbeitslohn in Karls Fabrik an, sondern auf 
das tm ganzen Wirtschaftsgebiet, also zunächst im Deutschen Reich Im 
allgemeinen ist aber die Entwicklung noch nicht so weit fortgeschritten wie 
in Karls Fabrik, der Profit ist daher auch noch nicht so stark gesunken, wie 
es unsere Rechnung ergeben hat." 
"Noch nicht!" riefen Karl und Wilhelm zugleich. „Aber mit der Zeit 
mich es , denn doch dazu kommen", fuhr Karl fort. „Denn die Konkurrenz 
zwingt ia die Kapitalisten fortwährend, Arbeiter durch Maschinen zu ver- 
drangen: aber dadurch wirft das Kapital nicht nur Arbeiter aufs Pflaster, 
dadurch ichadet es sich selbst, denn es verkürzt immerfort den eigenen 
Profit." 
.. »Dadurch aber," ergänzte ich, „wird der Prozeß, in dem die Großen 
me Kleinen auffressen, noch beschleunigt: denn wir haben ja gesehen, daß 
die Konkurrenz jeden Kapitalisten umbringt, der nicht fortwährend seinen 
betrieb ausbaut und vergrößert. Je kleiner aber der Profit im Verhältnis 
3um angelegten Kapital wird, desto schwieriger wird es für den kleineren 
Kapitalisten, so große Ersparungen zu machen. Denn abgehen lassen will 
er sich iß auch nichts. Natürlich, beim Riesenkapital, da spielen die paar 
Lausende, die der Kapitalist für sich verbraucht, kaum eine Rolle- das ver 
mehrt sich rapid, auch wenn der Profit im Verhältnis kleiner wird. Der 
kleinere Kapitalist aber zehrt seinen ganzen Profit auf, es bleibt nichts 
übrig, womit er seinen Betrieb vergrößern könnte."
	        

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Kapitalismus Und Sozialismus. Verlag der Wiener Volksbuchhandlung, 1920.
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