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Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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Bibliographic data

fullscreen: Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

Monograph

Identifikator:
101947257X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35839
Document type:
Monograph
Author:
Reuß, Alfons http://d-nb.info/gnd/1051831989
Title:
Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode
Place of publication:
Jena
Publisher:
Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 145 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode
  • Title page
  • Contents
  • Erster Abschnitt. Die Methode Le Play's
  • Zweiter Abschnitt. Beurteilung der Methode Le Play's

Full text

115 
schnittlich 2 Jahre. Nach Erfüllung dieser Pflicht muß der Arbeiter 
seine Meisterprüfung machen, ehe er selbständig arbeiten darf. 
Endlich verheiratet er sich, sobald er genügend Werkzeug, Wäsche 
und Möbel hat. Hierbei bringen die Töchter der arbeitenden Be 
völkerung im allgemeinen ihrem Gatten nichts mit in die Ehe, so 
daß dieser oft eine kleine Aussteuer in Möbeln oder Geld von seinen 
Eltern empfängt. Von dieser Epoche an entwickeln sich die Haus 
haltungen, in denen Ordnung und Sparsinn herrschen, schrittweise 
zur Wohlhabenheit. Unglücklicherweise fehlen diese Eigenschaften 
der größten Anzahl, und so bleiben die Familien dauernd in den 
hier beschriebenen mittleren Verhältnissen. Sie streben danach, sich 
sogleich allen physischen Genuß zu verschaffen, den die industrielle 
Tätigkeit abwirft, und ertragen mit Resignation alle Entbehrungen, 
die aus dem Fehlen jeder Reserve in Zeiten der Not hervorgeht. 
Die Prüfungen, die Lehrling und Geselle zu machen haben, um 
Geselle und Meister zu werden, sind in Preußen erst seit 1850 ein 
geführt. Vor dieser Zeit herrschte dort, seit der französischen 
Okkupation, unbedingte Freiheit in der Wahl und Ausübung der 
Berufe. In Solingen setzt sich die Prüfungskommission aus 
25 Personen zusammen, aus denen zu jeder Prüfung ein Ausschuß 
von 5 Gliedern zusammengestellt wird. Für die Gesellenprüfung 
besteht das Komitee aus einem Fabrikanten als Präsidenten, zwei 
Meistern und zwei Gesellen; für die Meisterprüfung nur aus Fabri 
kanten und Meistern. Die Prüfung besteht in der Ausführung einer 
Arbeit vor dem Ausschüsse oder in der von glaubwürdigen Zeugen 
bestätigten Anfertigung eines Meisterstückes. 
§ 13. Sitten und Einrichtungen, die das physische 
und moralische Wohlergehen der Familie sichern. 
Trotz des Fehlens regelmäßiger Subventionen und des Mangels 
jeder Fürsorge für die Zukunft, befinden sich die Arbeiter Solingens 
und besonders die hier beschriebene Familie in einer ziemlich 
glücklichen Lage. Infolge der günstigen Fabrikationsbedingungen 
und der stetigen Vorwärtsbewegung erfährt die handarbeitende 
Bevölkerung keinen übertriebenen Zuwachs; sie muß sich sogar 
regelmäßig aus den benachbarten Provinzen noch Ersatz ver 
schaffen. Indessen sind keineswegs die wünschenswerten Garantien 
für die Zukunft gegeben; denn die Solinger Industrie hat nicht in 
sich selbst die Quellen des Wohlergehens, dessen sie sich erfreut. 
Hier ist in Wirklichkeit das Wohlergehen der Familien garantiert 
durch den Konsum außerhalb des Landes, der von Jahr zu Jahr
	        

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Frédéric Le Play in Seiner Bedeutung Für Die Entwicklung Der Sozialwissenschaftlichen Methode. Gustav Fischer, 1913.
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