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Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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Bibliographic data

fullscreen: Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

Monograph

Identifikator:
101947257X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35839
Document type:
Monograph
Author:
Reuß, Alfons http://d-nb.info/gnd/1051831989
Title:
Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode
Place of publication:
Jena
Publisher:
Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 145 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode
  • Title page
  • Contents
  • Erster Abschnitt. Die Methode Le Play's
  • Zweiter Abschnitt. Beurteilung der Methode Le Play's

Full text

14 
gnügte ich mich, innerlich zu seufzen, wenn ich den Geschichtsprofessor das 
traurige Wort Ludwig XIV. preisen hörte: „L’etat c’est moi“. Ich ließ mich 
auch nicht blenden durch die Vorlesungen am College de France, wo rede 
gewandte Professoren die nationalen Traditionen herabsetzten und die Ent 
wicklung des menschlichen Geistes als obersten Zweck der Zivilisation priesen. 
Ob diese Zurückhaltung gegenüber aller Politik als wirkliche 
Objektivität anzusehen ist, oder ob sie sich daraus erklärt, daß die 
politischen Anschauungen, die Le Play hier in Paris hörte, in Gegen 
satz zu denen seiner früheren Lehrer standen und sie deshalb ohne 
weiteres abgewiesen wurden, mag dahingestellt bleiben. Le Play 
selbst hielt es für Objektivität; er glaubte, daß das ländliche Allein 
sein, der Schulunterricht als Externer, die Erziehung und Lehren 
mehrerer Gelehrter ihn befähigten, die sozialen Phänomene mit 
freierem Blick anzusehen; er hielt diese Art des Unterrichts für so 
wertvoll, daß er daran Hoffnungen auf Reform des Unterrichts 
knüpfte. Aber es ist doch auffallend, daß die Entwicklung Le Play’s 
von der Jugend bis zum Alter in derselben Richtung ging, daß alle 
späteren Anschauungen in den ersten Lehren der Jugend schon 
vorgezeichnet waren. Objektivität der Jugend ist keine natürliche 
Erscheinung, und da Le Play eigentlich nie andere Anschauungen 
vertreten hat, da er von jeder jugendlich-radikalen Periode ver 
schont geblieben ist, so taucht die Frage auf, ob die festgeprägten 
Anschauungen seiner Lehrer ihn nicht gehindert haben, die Meinungen 
anderer vorurteilslos zu sehen und zu prüfen. Wenn er die Ent 
wicklung des menschlichen Geistes nicht als Ziel der Zivilisation 
anerkannte, so kam das wohl daher, daß er von dem Gedanken an 
ein anderes Ziel erfüllt war, und er sagte dies auch selbst: er war 
„erfüllt von der Idee einer ständischen Ordnung“, die solche Gewalt 
über ihn hatte, daß ihm jede Erwähnung des Prinzips der absoluten 
Monarchie nur einen Seufzer entlockte. Auf diese Dinge wird später 
zurückzukommen sein. 
Im Jahre 1825 lernte Le Play zwei Berliner Studenten kennen, 
mit denen er häufige Unterhaltungen über Rousseau hatte. Sie 
zeigten ihm den Hauptfehler Rousseau’s und damit den Fehler der 
ganzen Zeit: daß er den Menschen von Natur gut sein ließ, und 
daß erst durch die herkömmlichen Einrichtungen der Menschheit 
das Übel in die Welt gekommen sein soll. 
Im übrigen widmete sich Le Play nur seinen Berufsstudien, so 
daß er fleißig Fortschritte machte. Unterbrochen wurden diese 
Studien durch eine monatelange Reise nach Deutsch
	        

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Frédéric Le Play in Seiner Bedeutung Für Die Entwicklung Der Sozialwissenschaftlichen Methode. Gustav Fischer, 1913.
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