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Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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Bibliographic data

fullscreen: Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

Monograph

Identifikator:
101947257X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35839
Document type:
Monograph
Author:
Reuß, Alfons http://d-nb.info/gnd/1051831989
Title:
Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode
Place of publication:
Jena
Publisher:
Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 145 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode
  • Title page
  • Contents
  • Erster Abschnitt. Die Methode Le Play's
  • Zweiter Abschnitt. Beurteilung der Methode Le Play's

Full text

16 
Die berühmten Völker *) der Vergangenheit haben diesen Appell (zu einer 
von Le Play angeregten „Schule der Reisen“) gerechtfertigt, indem sie die 
Nützlichkeit der Kelsen an berühmten Beispielen erwiesen. Die Mustervölker 
unserer Zeit ziehen großen Gewinn aus dieser Ergänzung der Erziehung, um 
die Handfertigkeit der Arbeiter, die Intelligenz der Unternehmer nnd die 
Weisheit der Staatsmänner zu entwickeln. Die Schriftsteller, die ich oft zitiere, 
haben es der Beachtung ihrer Zeitgenossen empfohlen. So empfiehlt z. B. 
Plato den Athenern, zu einer Zeit, wo das intellektuelle und moralische Leben 
bei ihnen sehr zerrüttet war, über Land und Meer zu gehen und die Tugend 
bei den „göttlichen Menschen“ aller Länder zu suchen. Montaigne betrachtet 
das Reisen als notwendig für die Erziehung eine.s Adels, der diesen Namen 
verdient; aber er verwarf es, daß die letzten Valois dazu verführt hatten, 
dieses Vervolikommnungsinittel zu seichten Beobachtungen anzuwenden. Nach 
der Verwirrung, die zwei Revolutionen in den Ideen und Sitten Englands an 
gerichtet hatten, empfahl Locke das Studium einer fremden Sprache und die 
Konversation der Menschen, die sie sprechen, als ein Mittel, um die Jugend 
wieder zur Weisheit und Klugheit zurückzuführen 
Diesen Gründen aus der Vergangenheit großer Völker und der Schrift 
steller, die ich zitiert habe, kann ich die hinzufügen, die mich die Erfahrung 
eines langen arbeitsreichen Lebens gelehrt hat. Die fünf Lehrer, die mich 
auf den Weg der Wahrheit geführt haben, waren alle durch ihren Aufent 
halt in fremden Ländern zu ihr gelangt. Indem ich selbst während 35 Jahren 
lange Reisen mit einer sicheren Methode unternahm, habe ich die notwendige 
Ergänzung ihrer Lehren gefunden. 
Neben leitenden Staatsmännern lernte er dabei vor allem viele 
große Industrielle, Bergwerksbesitzer und Landwirte kennen, auf 
deren Ansichten über soziale Fragen er den größten Wert legte; er 
hielt diese Männer („Autorites sociales“) für am meisten urteilsfähig, 
weil sie einen reichen Schatz von Erfahrungen hätten und weil ihre 
Praxis die Richtigkeit ihrer Meinungen erwiese. Im übrigen ver 
schaffte sich Le Play Material, wo es nur angängig war. Lefebure 
de Fourcy * 2 ) entwirft ein Bild von Le Play’s Art zu reisen, das 
seiner Anschaulichkeit wegen wiedergegeben sei. 
Keiner, glaube ich, wußte zu reisen wie Le Play. Von kleiner Statur 
und schlankem Wuchs, mit Beinen von Stahl, wohl bewandert in der Fuß 
gängerausrüstung, trotzte er den Unbilden der Sonne wie des Regens, be 
gnügte sich mit schlechten Mahlzeiten und schlechten Herbergen und legte 
so ohne Ermüdung gewaltige Strecken zurück, bei der Ankunft so frisch wie 
beim Abmarsch. Keiner verstand es so wie er, aus Menschen und Dingen 
wertvolle Mitteilungen über das herauszuholen, was er gerade im Auge hatte. 
Industrielle und Arbeiter, Großgrundbesitzer und Bauern, Professoren und 
Studierende, Herbergsväter und Reisende, alle mußten ihm herhalten. Türen, 
>) 0. E. I, 598. 
2 ) Annales des mines, juillet-aoüt 1882.
	        

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Frédéric Le Play in Seiner Bedeutung Für Die Entwicklung Der Sozialwissenschaftlichen Methode. Gustav Fischer, 1913.
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