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Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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Bibliographic data

fullscreen: Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

Monograph

Identifikator:
101947257X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35839
Document type:
Monograph
Author:
Reuß, Alfons http://d-nb.info/gnd/1051831989
Title:
Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode
Place of publication:
Jena
Publisher:
Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 145 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode
  • Title page
  • Contents
  • Erster Abschnitt. Die Methode Le Play's
  • Zweiter Abschnitt. Beurteilung der Methode Le Play's

Full text

*) 0. E. I, 409. 
2* 
— 17 — 
die anderen, nicht weniger geschickten Neugierigen verschlossen waren, 
öffneten sich seiner unwiderstehlichen Art. Geheimnisse gab es nicht vor 
seinem Scharfsinn, wenn sie sich auch unter verführerischen Worten verbargen. 
Eine besonders wichtige Bekanntschaft machte Le Play im 
Jahre 1833 gelegentlich einer Reise nach Spanien. Er lernte in 
Madrid den französischen Gesandten Graf de Rayneval kennen, 
der ihn für die Sozialwissenschaft begeisterte, so daß ihn Le Play 
seinen fünften Lehrer nennt. Auch de Rayneval liebte sein Vater 
land über alles und wollte ihm helfen. Er kennzeichnete besonders 
die Fehler der sozialen Verfassung Frankreichs, die sich auf das 
Erbrecht bezogen; er hielt diese Gesetze für der väterlichen 
Autorität feindlich und ermahnte Le Play, sich ihrer Reform be 
sonders zu widmen. Er zeigte an der Geschichte die Wirkung der 
erzwungenen Erbteilung. Bonaparte hatte sie als Konsul eingeführt, 
als sicheres Mittel, die Familientradition zu zerstören; dagegen be 
vorzugte er als Kaiser das entgegengesetzte System bei den Familien, 
die ihm ergeben waren, indem er für sie Majorate einrichtete. An 
seinen Bruder Josef schrieb er im Jahre 1806: 
Führt den Code civil in Neapel ein; alles was Euch nicht zugetan ist, 
wird vernichtet werden in wenigen Jahren, und das, was Ihr erhalten wollt, 
wird sich befestigen. Das ist der große Vorzug des Code civil .... Er 
festigt Eure Macht, da alles, was nicht fideikommissarisch gebunden ist, durch 
ihn fällt und von großen Häusern nur diejenigen bleiben, die Eure Lehens 
leute sind. Das läßt mich den Code civil predigen, und das hat mich ver 
anlaßt, ihn einzuführen x ). 
Mit dieser Schwächung Frankreichs rechnete auch das Ausland, wie 
de Rayneval zeigte. Auf dem Wiener Kongresse wollten die eng 
lischen Staatsmänner Wellington und Castlereagh die französischen 
Grenzen des 18. Jahrhunderts wiederhergestellt sehen. Als sie das 
nicht erreichten, trösteten sie sich, indem sie meinten: „Schließlich 
sind ja die Franzosen durch ihr Erbrechts-System zur Genüge ge 
schwächt“. Der Mahnung des Grafen Rayneval, gegen dieses Erb 
recht anzukämpfen, ist Le Play gefolgt, und der unteilbare ge 
festigte Familienbesitz ist ihm eine der hauptsächlichsten Grund 
lagen einer gesunden sozialen Verfassung. 
Im Winter blieb Le Play in Paris, wo er sich seinem Berufe 
widmete, die gesammelten Materialien verarbeitete und sich mit 
sonstigen wissenschaftlichen Arbeiten beschäftigte. Fast immer war 
es ein staatlicher Auftrag oder der Ruf eines privaten Besitzers,
	        

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Frédéric Le Play in Seiner Bedeutung Für Die Entwicklung Der Sozialwissenschaftlichen Methode. Gustav Fischer, 1913.
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