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Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

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Bibliographic data

fullscreen: Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode

Monograph

Identifikator:
101947257X
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-35839
Document type:
Monograph
Author:
Reuß, Alfons http://d-nb.info/gnd/1051831989
Title:
Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode
Place of publication:
Jena
Publisher:
Gustav Fischer
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (IV, 145 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erster Abschnitt. Die Methode Le Play's
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Frédéric Le Play in seiner Bedeutung für die Entwicklung der sozialwissenschaftlichen Methode
  • Title page
  • Contents
  • Erster Abschnitt. Die Methode Le Play's
  • Zweiter Abschnitt. Beurteilung der Methode Le Play's

Full text

46 
‘) 0. E. I, 210. 
i 2 ) 0. E. I, 214. 
Verschiedenheiten zu erklären. Aber durch immer neue Beobach 
tungen glaubte er sich davon überzeugt zu haben, daß seine Zweifel 
unbegründet seien 1 ): 
Man könnte auf den ersten Blick glauben, daß das Studium einer über 
ein weites Gebiet verstreut wohnenden Gesellschaft nicht ausgeführt werden 
könne durch methodische Beobachtung einer kleinen Zahl von Familien, die 
den hauptsächlichsten handarbeitenden Berufen angehören. Die Natur des 
Menschen zeigt eine unbegrenzte Verschiedenheit; die Kinder aus einer Ehe 
zeigen in der Wahl des Guten und Bösen oft entgegengesetzte Neigungen. 
Um so mehr, so scheint es, müßten an demselben Ort und in demselben Beruf 
recht große Unterschiede zwischen den einzelnen Familien herrschen. Diese 
Annahme wird aber durch die Tatsachen keineswegs bestätigt. Ich werde 
zeigen, wie es den guten sozialen Verfassungen gelingt, die Ungleichheiten 
auszutilgen, die die Verschiedenheiten der menschlichen Natur herbeiführen 
müßten. 
Le Play stellt nun zunächst fest, daß bei den von ihm be 
obachteten primitiven Völkern jene Verschiedenheiten überhaupt 
noch nicht vorhanden sind; sie bilden sich erst mit Entstehung ver 
schiedener Berufsarten, durch vollständige Besitzergreifung des Bodens, 
durch Steigerung des Wohlstands. So geht es z. B. bei den Acker 
bau- Völkern 2 ): 
Die Familien erwerben oft mehr Land, als sie selbst bearbeiten können. 
Den Überfluß geben sie an Pächter ab und leben von der Bente, die sie 
dafür bekommen. Sie selbst wenden sich liberalen Berufsarten zu. 
Der Bauer kann nur einem seiner Kinder sein Besitztum hinterlassen; 
die übrigen siedelt er in der Nachbarschaft an als freie Arbeiter usw. 
Durch eine derartige Differenzierung des Berufs und des 
Einkommens kompliziert sich das soziale Problem immer mehr; aber 
es gibt auch in solchen Zuständen noch Mittel, um die Beobachtung 
des Sittengesetzes und das tägliche Brot zu sichern. Und darauf, 
so sagt Le Play, kommt alles an. Diese beiden Existenzbedürfnisse 
jeder menschlichen Gesellschaft werden, nach Le Play, befriedigt durch 
zwei dauernde Grundelemente, durch das göttliche Gebot und durch 
die väterliche Gewalt, sowie durch fünf variable Elemente: durch die 
Formen der Religion, durch die Staatsordnung und durch die drei 
Arten des Grundeigentums (Gemeineigentum, Patronagesystem und 
Privateigentum). Nur diese fünf variablen Elemente hält Le Play 
für die Quellen der sozialen Differenzierung:
	        

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Frédéric Le Play in Seiner Bedeutung Für Die Entwicklung Der Sozialwissenschaftlichen Methode. Gustav Fischer, 1913.
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