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München als Industriestadt

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Bibliographic data

fullscreen: München als Industriestadt

Monograph

Identifikator:
1020784822
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-33588
Document type:
Monograph
Author:
Fritz, Carl http://d-nb.info/gnd/1050470273
Title:
München als Industriestadt
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Puttkammer & Mühlbrecht, Buchhandlung f. Staats- u. Rechtswissenschaft
Year of publication:
1913
Scope:
1 Online-Ressource (163 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Fünfter Abschnitt, Teil III: Sonstige bemerkenswerte Industrien
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • München als Industriestadt
  • Title page
  • Contents
  • Erster Abschnitt: Klassen- und Berufsgliederung der Münchener Bevölkerung mit besonderer Berücksichtigung der Arbeiterklasse
  • Zweiter Abschnitt: Soziale Gliederung der Erwerbstätigen und Zuzugsverhältnisse der Arbeiter
  • Dritter Abschnitt: Allgemeine Lage und Lebensbedingungen der Münchener Industrie
  • Vieter Abschnitt, Teil I. Graphische Industrie, Buchgewerbe, Zeitungsdruck und Verlagswesen
  • Vierter Abschnitt, Teil II. Kunstgewerbe-Industrie
  • Fünfter Abschnitt, Teil I. Bierbrauerei
  • Fünfter Abschnitt, Teil II. Maschinen- und Eisenindustrie
  • Fünfter Abschnitt, Teil III: Sonstige bemerkenswerte Industrien

Full text

135 
Schweinshäute. Bei Bedarfsfällen greift man auch zu den Tier 
häuten aus der nächsten Nachbarschaft, aus der Schweiz. Von 
den verwendeten Gerbstoffen kommt nur die Fichtenrinde aus 
Bayern; Eichenrinde wird hauptsächlich aus Ungarn bezogen, 
da die Eichenschälwaldungen in Bayern infolge der größer 
werdenden Unrentabilität im Verschwinden begriffen sind. Da 
aber eine Gerberei heute nur leistungsfähig ist, wenn sie stets 
eine Mischung der verschiedensten Gerbstoffe verwertet, be 
zieht die Firma aus Südamerika, Brasilien die sogenannten 
exotischen Gerbstoffe. Südfrankreich und Italien liefern das 
berühmte Kastanienholzextrakt. Da die Fabrik ausgedehnte 
Militärlieferungen ausführt, bei denen gut gegerbtes Leder 
Grundbedingung ist, hat sie die schnelle, aber um so intensivere 
Chromgerberei überhaupt nicht in ihren Betrieb aufgenommen. 
Trotzdem arbeitet das Unternehmen nicht nach dem alten Gerb 
verfahren, bei dem die Gerbung fast zwei Jahre dauert, son 
dern hat zum Zwecke einer rascheren Umsetzung und Ver 
wertung des Betriebskapitals sehr viele Apparate, wie Walk 
fässer, eingeführt, welche unter Beibehaltung der vegetabili 
schen Gerbung die Zeit „bis man die Häute wieder sieht“ 
auf 3—5 Monate festlegen. 
Die Aktiengesellschaft für Lederfabrikation-München ist 
nach allem materialorientiert, was noch deutlicher her 
vortritt durch den Umstand, daß sie eine Exportfirma ist und 
der Absatz mit über 2 / 3 der Gesamtproduktion auf das Aus 
land fällt. München kommt als Konsumplatz nur in geringem 
Maße in Betracht. 
Die Arbeiterzahl, die sich bei unserer Erhebung auf 240 
männliche und 15 weibliche belief, schließt Lehrlinge aus, denn 
der gesamte Arbeiterstamm, der von dem Betriebe schon seit 
Jahren herangezogen wird, weist wenig gelernte Gerber auf. 
Die Arbeiter werden infolge der maschinellen Einrichtung heute 
nur als Taglöhner eingestellt und erst mit der Zeit je nach 
Befähigung besserer Arbeit zugeteilt, wo sie dann im Akkord 
lohn bis zu 42 Mark pro Woche verdienen können. Sie sind 
meistens in Fachverbänden oder Gewerkschaften organisiert, 
was die Fabrikleitung jedoch nicht erfragt, da sie mit den 
eigenen Arbeitern unter Ausschluß jeglichen Verbandes einen
	        

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München Als Industriestadt. Puttkammer & Mühlbrecht, Buchhandlung f. Staats- u. Rechtswissenschaft, 1913.
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