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Finanzwissenschaft

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Bibliographic data

fullscreen: Finanzwissenschaft

Monograph

Identifikator:
1024339858
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-61868
Document type:
Monograph
Author:
Strupp, Karl http://d-nb.info/gnd/117677515
Title:
Grundzüge des positiven Völkerrechts
Place of publication:
Bonn
Publisher:
Ludwig Röhrscheid Verlag
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (VII, 251 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Finanzwissenschaft
  • Title page
  • Contents
  • Erstes Buch. Einleitende Lehren
  • Zweites Buch. Die verfassungsmäßige Ordnung des Staatshaushaltes und das Budget
  • Drittes Buch. Die Staatsausgaben
  • Viertes Buch. Die Staatseinnahmen
  • Fünftes Buch. Der Staatskredit
  • Sechstes Buch. Die Verwaltung des Staatshaushaltes
  • Namenverzeichnis

Full text

3. Buch. Die Staatsausgaben. 
XV. Abschnitt. 
Kriegsfinanzen und Volkswirtschaft. 
Über den Einfluß, nicht des Weltkrieges, was ja weit über die 
Grenzen unserer Untersuchungen hinausreichen würde, sondern über 
den Einfluß der Kriegsfinanzen auf die Volkswirtschaft, lassen sich 
namentlich folgende Tatsachen feststellen. 
Wenn wir z. B. ein Land wie Ungarn vor Augen halten, so 
finden wir, daß in den Jahren vor dem Kriege das Ausgabenbudget 
an 2 Milliarden Goldkronen heranreichte. Da die Kriegsausgaben 
Ungarns reichlich 24 Milliarden betrugen, so bedeutet dies also 
pro Jahr ein Hinaufschnellen der Ausgaben auf 8 Milliarden, was 
also das Vierfache der im Frieden verausgabten Summen bedeutet. 
Wenn wir noch vor Augen halten, daß in den fünf Jahren 1908 — 
1912 die jährliche Steigerung durchschnittlich 80 Millionen betrug, 
so werden wir eine Vorstellung gewinnen, was eine Steigerung um 
6 Milliarden, eine Steigerung auf das Vierfache zu bedeuten hat. 
Vor allem also bedeutet es einen solchen Zufluß an Werten, eine 
solche Nachfrage nach Gütern aller Art, daß die Volkswirtschaft 
gewissermaßen ins Endlose sich zu erweitern fühlte. Kine gänz- 
liche Umgestaltung der Produktionszweige ist die nächste Folge 
gewesen, indem alle wirtschaftlichen Kräfte in den Dienst des 
Krieges gestellt wurden. Kriegsmaterial in weitestem Sinne — 
Lebensmittel, industrielle Rohstoffe, Fertigprodukte — wurden in 
ungeahnter Menge gefordert. Den Bedarf erhöhte die Notwendig- 
keit, Vorratswirtschaft einzurichten bis in die letzte Hütte. Hierzu 
kommen noch folgende Erscheinungen der Kriegsfinanz, die nur 
kurz angedeutet werden sollen: kolossale Vermehrung der Umlaufs- 
mittel, damit Geldüberfluß und Billigkeit des Geldes, Verallge- 
meinerung der Barzahlung, geringe Kreditansprüche, wodurch viele 
Bankinstitute als Kreditgeber brachgelegt wurden, Beschaffung des 
nötigen Kapitals für alles, was dem Heere dient, so Bau von Straßen 
und Bahnen, Anschaffung von rollendem Kapital, kolossale Steige- 
rung des Warengeschäftes und Akkaparierung desselben durch die 
Großbanken, unermeßliche Steigerung der Dividenden von Bank- 
und anderen Unternehmungen, Erstarkung der Industrie, mit Aus- 
nahme einiger notleidender Zweige — wie die Bauindustrie — und 
solche Kräftigung der Unternehmungen, die in Zukunft fast jeden 
weiteren Industrieschutz überflüssig zu machen schien. Die Ent- 
wertung des Geldes, die fabelhaften Gewinne erzeugen ein Speku- 
lationsfieber, das mit den größten Gefahren verbunden war. Außer- 
ordentlich groß war in erster Linie auch der Gewinn der Land- 
152
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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