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Der Pommersche Landbund

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Bibliographic data

fullscreen: Der Pommersche Landbund

Monograph

Identifikator:
1024749657
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-52880
Document type:
Monograph
Title:
Der Pommersche Landbund
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Vorstand des Deutschen Landarbeiter-Verbandes
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (72 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Pommern-Konferenz des Deutschen Landarbeiter-Verbandes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Der Pommersche Landbund
  • Title page
  • Die Pommern-Konferenz des Deutschen Landarbeiter-Verbandes
  • Material zur Beurteilung der Vorgänge in Pommern
  • Maßregelungen im Pommern
  • Aus der Preußischen Landesversammlung
  • Gegenmaßnahmen der Regierung
  • Schlußbemerkungen

Full text

8 
in der Landwirtschaft als einen Schaden für die deutsche Volkswirtschaft an 
sehen. Aber das wird eben von den agrarischen Kreisen ausgenutzt. Ich 
erhielt dann das Protokoll von dieser Sitzung übersandt mit dem Vermerk, 
ob ich gegen die Widergabe meiner Ausführungen in. dieser Form etwas 
einzuwenden hätte. Ich habe daraus nicht geantwortet, und später erschie 
nen dann diese meine Ausführungen im Nachrichtenblatt des Deutschen 
Landbundes in einer völlig entstellten Form, in dem Sätze zwischengeschoben 
waren, die ich nicht gesagt hatte. Es heißt da unter anderem: „Aus die 
weitere Frage, ob der Landarbeiter-Verband darauf hinwirken wolle, daß 
bei Streiks unter allen Umständen für die Viehpflege weiter gesorgt werde, 
daß Erntestreiks nicht vorkommen sollten, erklärte er, daß auch im Streik- 
falle unbedingt die notwendigen Arbeiten gemacht werden müßten." Nun 
habe ich mich tatsächlich nur dahin ausgesprochen, daß wir, wenn es zum 
Streik kommt, wollen, daß das Vieh gefüttert und gemolken wird, habe mich 
aber niemals dahin ausgesprochen, daß wir Erntestreiks auf alle Fälle ver 
meiden. So sehr wir dafür eintreten, daß Streiks vermieden werden, so 
wäre ich doch nicht wert, an dieser Stelle zu stehen, wo mich die Kollegen 
hingestellt haben, wenn ich den Landarbeitern das Streikrecht prinzipiell 
verwehren wollte. Daraufhin war ich gezwungen, in den Mitteilungen des 
Deutschen Landarbeiterverbandes am !. Juli eine Erklärung zu meinen 
Ausführungen zu geben. Ich stellte darin fest, daß die Herren mich in 
dieser Sitzung gewissermaßen herausgefordert haben, daß sie es dann für 
ihre Zwecke ausgenutzt haben und zum Schluß heißt es: „Wir empfehlen 
den Arbeitgebern von dieser Erklärung den Gauleitern und sonstigen 
Verhandlunggführern gegenüber Gebrauch zu machen. Im Falte von 
Verhandlungen der Arbeitnehmer und ihrer Vertreter, die gegen diese Ge 
sichtspunkte verstoßen, bitten wir um sofortige genaue Mitteilung vom Ort 
des Vorfalles und der Namen der Hauptbeteiligten." Also es liegt an sich 
schon eine unreelle Handlungsweise vor, wenn man solche Aeußerungen 
eines Vertreters unseres Verbandsvorstandes in entstellter Form in die 
Presse gibt. Aber es ist noch etwas anderes in dieser Sitzung vorgekom 
men. Der Verlagsbuchhändler Hillger kam während der Verhandlungen 
an mich heran und sagte: „Herr Schmidt, Wollen Sie nicht den gelben Land 
arbeiter-Verband in diese Arbeitsgemeinschaft mitausnehmen, von den 
Christlichen wollen wir ja auch nichts wissen." Das 
beweist schon die Iluehrlichkcit dieser Kreise, denn draußen im Laude ar 
beiten sie mit den Christlichen zusammen. Dazu ein anderes: Dieser Herr 
von Dewitz, der am 16. Mai an diesen Verhandlungen teilgenommen hat, 
als Führer des Pommerschen Landbundes, als Geschäftsführer oder Direk 
tor, wie er sich nennt,—• diese Leute müssen ja immer einen Titel haben — 
richtet am 21. Mai d. I., also fünf Tage nach der Verhandlung, 
von Stettin ein Schreiben an den Ministerpräsidenten Scheidemann 
und betrieb darin eine unverschämte Verhetzung und Verdächtigung 
des Deutschen Landarbeiter-Verbandes. (Hört! Hört!) In diesem 
Briefe heißt es, die Führer des Deutschen Landarbeiter-Verbandes seien 
vom bolschewistischen Geist durchtränkt, die Kreisvcrtrauensleute forderten 
draußen im Lande zum Streik auf, sagten den Arbeitern: Ihr müßt strei 
ken, streiken und nochmals streiken, und wenn das Vieh dabei verhungert! 
Zum Schluß wird Scheidemann und die Regierung aufgefordert, dafür zu 
sorgen, daß den Landarbeitern das Streikrecht wieder genommen wird. 
Das ist ein unverschämtes und unehrliches Verhalten jener Kreise: Erst 
wird man veranlaßt, an jener Verhandlung teilzunehmen, und tut das in 
dem Vertrauen, das man nun einmal den Kreisen entgegenbringen muß,
	        

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Der Pommersche Landbund. Vorstand des Deutschen Landarbeiter-Verbandes, 1920.
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