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Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1024891038
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-59598
Document type:
Monograph
Author:
Wygodzinski, Willy http://d-nb.info/gnd/117348171
Title:
Einführung in die Volkswirtschaftslehre
Edition:
Dritte, durchgearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Quelle & Meyer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (149 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Einführung in die Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

Bestimmung der Lohnhöhe. 
105 
türfnis nach einer wechselvolleren Lebensgestaltung, Hoffnung 
auf bessere Zeiten auch dort festgehalten, wo nicht der allerhöchste 
Lohn zu erreichen ist. 
Allerdings hat diese freie .Selbstbestimmung ihre Grenze; der 
Mensch muß schließlich leben. Ejier ist auch die Grenze ge 
geben, bis z u welcher der Lohn dauernd sinken 
kann; ist ein Gewerbe oder ein Land nicht mehr imstande, einen 
Lohn zu zahlen, der zur Leben«fristung ausreicht, so werden sie 
von den Arbeitern notgedrungenerweise verlassen. Umgekehrt kann 
auch der Arbeitgeber nicht jeden beliebigen Lohn 
zahlen; er muß sicher sein, daß ihm in dem preise, den er für 
bas fertige Produkt erhält, die Rosten des Lohnes — neben den 
übrigen Selbstkosten — zum mindesten ersetzt werden. Dort, wo 
die Löhne sehr hoch stehen, wie in den australischen Staaten, sind 
denn auch gewisse Industrien nicht möglich. 
Innerhalb der Grenzen der Erhaltung des 
Arbeiters und der Ro st enrexrod Aktion für den 
Unternehmer können die Löhne in ziemlich 
weitem Umfange schwanken. Man hat das früher be 
stritten. Im Mittelalter, soweit die Bevölkerung überhaupt in 
eine Lohnpolitik hineingezogen wurde, wollte die kirchliche Lehre 
vom justum pretium, dem gerechten Lohne, be 
wußt einen Ausgleich der Interessen des kfandwerkers und feiner 
Gesellen herbeiführen; diese Auffassung fand noch einmal einen 
großartigen Ausdruck in dem englischen „L e h r l i n g s g e s e tp 
der Königin Elisabeth von 1562, das in Rodifizierung 
älterer Bestimmungen die Lohnfestsetzung den Friedensrichtern 
übertrug. Der aufkommende Frühkapitalismus zerbrach dies Ge 
setz wie die alte Anschauung überhaupt; unter dem Eindruck des 
starken ^erabsinkens der Arbeiterklasse in dieser Zeit setzte sich 
die pessimistisch gefärbte Überzeugung auf beiden Seiten fest, daß 
der Lohn des Arbeiters dem denkbar niedrigsten Stande immer 
zustreben müsse. Diese Anschauung wurde von den Vertretern 
der Arbeiterinteressen in dem „ehernen Lohngesetz", von den 
Unternehmerfreunden in der „Lohnfondstheorie" formuliert. 
Das eherne Lohngesetz ist zuerst von Ricardo ausge 
sprochen worden; in seiner heutigen Formulierung stammt es 
von dem Arbeiterführer Ferdinand Lassalle. In seinem 
berühmten „Gffenen Antwortschreiben an das Zentralkomitee 
zur Berufung eines Allgemeinen Deutschen Arbeiterkostgresses
	        

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Die Nationalökonomie in Frankreich. Verlag von Ferdinand Enke, 1910.
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