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Einführung in die Volkswirtschaftslehre

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Bibliographic data

fullscreen: Einführung in die Volkswirtschaftslehre

Monograph

Identifikator:
1024891038
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-59598
Document type:
Monograph
Author:
Wygodzinski, Willy http://d-nb.info/gnd/117348171
Title:
Einführung in die Volkswirtschaftslehre
Edition:
Dritte, durchgearbeitete Auflage
Place of publication:
Leipzig
Publisher:
Verlag von Quelle & Meyer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (149 Seiten)
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Einführung in die Volkswirtschaftslehre
  • Title page
  • Contents

Full text

Das Sparen. 
139 
Dieser Anlage in papieren sind bei uns dadurch Grenzen ge 
zogen, daß nach Gesetz und Sitte gewisse ziemlich hohe Minimal 
beträge— gewöhnlich MOO j{ — für sie festgesetzt sind; wir 
wissen, daß das englische Aktienrecht diese Grenze nicht kennt. 
Die kleineren Beträge strömen also in andere Reservoire, nämlich 
die Sparkassen, die B olksbanken und Raiffeisen 
kassen und die Banfe n. Diese sind aber nur eine Zwischen 
station, denn das Geld muß arbeiten, wenn es dem Einleger 
Zinsen und dem Empfänger doch auch noch einen Vorteil bringen 
soll. Sie haben über die Verwendung der Gelder an Stelle des 
Eigentümers zu verfügen, und zwar pflegen unsere Sparkassen 
die Anlage in Hypotheken und Staatspapieren, die Banken die 
Zuführung an Industrie und Handel zu bevorzugen; nur die Ge 
nossenschaften machen sie wieder dem gleichen Kreise der kleinen 
Leute zugänglich,, a,us dem sie stammen. 
Der Sparer ist eine person von großem Ansehen in all den 
Kreisen, die sein Geld brauchen können; in unserem, im Ver 
hältnis zu seinen Ansprüchen kapitalarmen Deutschland gaüz be 
sonders. Da wird denn alles aufgeboten, um den Sparer heran 
zuziehen; namentlich die industriellen Unternehmungen und die 
Banken lassen alle Künste der Verführung spielen. Ein Blick in 
den Anzeigenteil einer Zeitung gibt Beispiele genug dafür, ganz 
zu schweigen von den Prospekten, die den Wohlhabenderen ins 
Haus geschickt werden, und den Agenten, die den kleinen Bauern 
und Handwerker direkt aussuchen, um ihm die Vorzüge irgend 
einer Goldmine oder Kautschukplantage klar zu machen. Sogar 
das schöne wort „2Inimierbänfiers" hat man für die Träger einer 
Tätigkeit geprägt, die freilich in diesem Falle wenig an die Bedürf 
nisse der Volkswirtschaft und viel an sich selbst denken. Zlber auch 
wenn wir von solchen betrügerischen Manipulationen absehen, 
können wir doch durchwegs die Einwendung aller nur erlaubten 
Mittel zu diesem Zwecke beobachten; die Hypothekengesellschaften 
versprechen den Bankiers 'besondere Provisionen, wenn sie ihre 
Pfandbriefe an das publikum absetzen; der Staat will gar die 
Sparkasse auf dem Wege der Gesetzgebung zwingen, einen Teil 
ihrer Bestände in seinen Anleihen anzulegen. 
Die Aufklärung und Erziehung des Sparers ist eine Angelegen 
heit von der größten volkswirtschaftlichen Bedeutung; sie wird es 
um so mehr, je größer die ersparten Kapitalien alljährlich wer 
den und je weiter nach unten hin sich der Kreis der Sparer zieht.
	        

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Political Economy. Williams & Norgate [u.a.], 1912.
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