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Wirtschaftspolitisches Handbuch von Rumänien

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaftspolitisches Handbuch von Rumänien

Monograph

Identifikator:
1027649297
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-54366
Document type:
Monograph
Author:
Onciul, Aurel von http://d-nb.info/gnd/122595335
Title:
Wirtschaftspolitisches Handbuch von Rumänien
Place of publication:
Gotha
Publisher:
Friedrich Andreas Perthes
Year of publication:
1917
Scope:
1 Online-Ressource (VIII, 133 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Öffentliche Verhältnisse
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaftspolitisches Handbuch von Rumänien
  • Title page
  • Contents
  • Land und Leute
  • Öffentliche Verhältnisse

Full text

Anfänglicher Stand 
119 
der Wojewoden nach Möglichkeit zu beschränken. Die Sieben 
bürger Wojewoden wurden schon unter König Stefan einem 
ungarischen Ober-Wojewoden, dem Großfürsten von Sieben 
bürgen, untergeordnet. Von Landesherren sanken sie zu Beamten 
herab und wurden palatini, später comites genannt. Wo es nur 
immer anging, so beim Erlöschen einer Wojewodenfamilie oder 
bei der Niederwerfung eines ihrer zahlreichen Aufstände, beseitigte 
der König die Wojewodenwürde ganz. Die „boieri" wurden 
in den ungarischen Adel einbezogen und nahmen an den 
Kongregationen, ja selbst am Reichstage teil. Gleichwie die 
ungarischen Edlen erlangten sie die Steuerfreiheit und wachsende 
Rechte gegen ihre ehemaligen Dorfgenossen. Ihr Anteil an der 
Mark, die jirabia, wurde immer größer, bis sie das ganze Dorf um 
faßte, und die Bearbeitung derselben erforderte stets weitergehende 
Frohndienste seitens der Dorfbewohner. Parallel mit dieser Er 
weiterung ihrer Machtbefugnisse aber verstärkte sich, seitdem König 
Stefan der Heilige den katholischen Glauben angenommen hatte, 
auch der auf sie geübte Druck, ihren angestammten Glauben zu ver 
lassen und zum katholischen überzutreten. Die Bauern endlich 
kamen infolge des Wachstums der Macht des Adels und ihrer 
Heranziehung zum Kriegsdienste als iobaZioiws oastrsnses in immer 
größere Abhängigkeit von ihrem zum Gutsherrn gewordenen „judice“ 
und verloren allmählich ihre Freiheit und mit ihr auch das Eigentum. 
Diesem Umwand lungsprozesse gegenüber verhielten sich die 
Rumänen auf zweifache Weise. Die Einen fügten sich in ihr Schick 
sal, traten, soweit sie Wojewoden und Bojaren waren, zum katho 
lischen Glauben über und gingen mit der Zeit im Stande der unga 
rischen Magnaten (wie die Hunyadi-Corvin, die Majläth, Ropcea, 
Bethlen usw.) oder des niederen ungarischen Adels auf, während 
die Bauern, die auf ihrer Scholle blieben, langsam zu Hörigen und 
Leibeigenen herabsanken. Die anderen, die sich nicht fügen wollten, 
verließen das Land und gingen über die Berge, um sich neue, günsti 
gere Wohnsitze zu suchen. Vorerst zogen Scharen von Bauern aus 
und ließen sich jenseits des Kammes der Karpathen im Gebirge 
und dem ihm vorgelagerten Hügellande nieder, von Kimpolung in 
der Bukowina an über die Vrancea (bei der Wendung der transil- 
vanischen Alpen von Nord-Süd nach Ost-West) hinüber bis jenseits 
der Aluta in der kleinen Walachei, wo sie freie Bauerngemeinden 
bildeten und nach ihrem althergebrachten Rechte lebten. Ihnen 
folgten bald auch einzelne Bojaren, die sich hauptsächlich im Aluta- 
lande ansiedelten und dort ein Banat erstehen ließen. Endlich sehten 
sich auch Wojewoden mit ihrem ganzen Gefolge von Bojaren und 
Bauern in Bewegung, überschritten die Berge und gründeten jen-
	        

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Wirtschaftspolitisches Handbuch von Rumänien. Friedrich Andreas Perthes, 1917.
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