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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

fullscreen: Fortschritt und Armut

Monograph

Identifikator:
1027863817
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-43741
Document type:
Monograph
Author:
George, Henry http://d-nb.info/gnd/118716948
Title:
Fortschritt und Armut
Edition:
Sechste, unveränderte Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 407 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

Kap. II. 
Folgerungen aus Tatsachen. 
91 
schafft und Symptome dichterer Bevölkerungen und vorgeschrittenerer 
Zivilisationen enthüllt, als zuvor vermutet wurden, sowie auch eines 
viel höheren Alters des Menschengeschlechts. während wir unsere 
Bevölkerungsschätzungen auf die Entwicklung des Handels, den Fort 
schritt der Künste und die Größe der Städte gründen, unterschätzen 
wir gern die Dichtigkeit der Bevölkerung, welche die den früheren Zivili 
sationen eigentümliche intensive Bodenkultur zu unterhalten imstande 
ist, besonders wo man zu künstlicher Bewässerung griff, wie wir an den 
dicht bebauten Gegenden Lhinas und Europas sehen können, vermag 
eine sehr große Bevölkerung von einfachen Gewohnheiten bei sehr 
wenig Verkehr und einem viel niedrigeren Stande jener Gewerbe zu 
bestehen, in denen der moderne Fortschritt sich am meisten spiegelt, 
und zwar ohne die, den modernen Völkern eigentümliche Tendenz, 
sich in großen Städten zusammenzudrängen*). 
Sei dem nun wie ihm wolle, der einzige Erdteil, von dem wir 
überzeugt sein können, daß er jetzt eine größere Bevölkerung enthält 
als je zuvor, ist Europa. Aber selbst für alle Teile Europas ist dies nicht 
richtig. Sicherlich haben Griechenland, die Mittelmeerinseln und die 
europäische Türkei, vielleicht auch Italien und möglicherweise Spanien 
größere Bevölkerungen als jetzt enthalten, und dasselbe mag auch mit 
dem nordwestlichen und gewissen Teilen von Mittel- und Osteuropa 
der Fall sein. 
Amerika hat auch an Bevölkerung zugenommen, seit wir es kennen; 
aber diese Vermehrung ist nicht so groß, wie gemeinhin angenommen 
wird, da manche Schätzungen Peru allein zur Zeit der Entdeckung eine 
größere Bevölkerung zuschreiben, als jetzt in ganz Südamerika lebt. 
Und alle Anzeichen deuten darauf hin, daß schon vor der Entdeckung 
Amerikas die Bevölkerung im Rückgänge begriffen war. wie viele 
große Nationen ihren weg zurückgelegt haben, wie viele Reiche ent 
standen und gefallen find in „jener neuen Welt, welche die alte ist", 
können wir nicht wissen. Aber Überbleibsel massiver Ruinen bezeugen 
eine noch großartigere Zivilisation vor den Inkas; inmitten der tro 
pischen Wälder von Pukatan und Zentralamerika sind die Reste großer, 
selbst zur Zeit der spanischen Eroberung schon vergessener Städte; Mexiko, 
wie Lortez es fand, zeigte eine Oberschicht von Barbarei über einer höheren 
sozialen Entwicklung, während über einen großen Teil der jetzigen ver- 
*) Wie auf der Karte in £). tj. Bancrofts „Lingeborne Rassen" gesehen werden 
kann, ist der Staat Vera Lruz nicht einer der durch ihr Alter merkwürdigen Teile Mexikos. 
Dennoch sagt bsugo Fink von Lordova in seinem Schreiben an das Smithsonian-Fnstitut 
(Bericht ;s?o), daß im ganzen Staate kaum ein fußbreit Raums ist, aus dem bei Aus 
grabungen nicht ein zerbrochenes Steinmesser oder ein zerbrochenes Stück Topf aus 
gegraben werden könnte, daß das ganze Land von parallelen Steinlinien durchkreuzt 
. ist, die die Erde davor schützten, in der Regenzeit weggewaschen zu werden, was beweist, 
daß selbst das ärmste Land benutzt wurde, und daß man sich unmöglich der Folgerung 
verschließen kann, daß die alte Bevölkerung wenigstens so dicht war, wie jetzt die be 
völkertsten Striche Europas.
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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