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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

fullscreen: Fortschritt und Armut

Monograph

Identifikator:
1027863817
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-43741
Document type:
Monograph
Author:
George, Henry http://d-nb.info/gnd/118716948
Title:
Fortschritt und Armut
Edition:
Sechste, unveränderte Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 407 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

Kap. II. Sklaverei das Resultat des Privatgrundbesitzes. 26 { 
Massen erniedrigt und unterjocht hat, ist es, wie ich bündig bewiesen 
zu haben glaube, die auch noch heutigentags in der zivilisierten Welt 
wirkt. Die persönliche Freiheit, d. h. die Freiheit der Bewegung, ist 
allenthalben zugestanden, während von politischen und gesetzlichen 
Ungleichheiten in den Vereinigten Staaten keine, und in den in der 
Zivilisation am weitesten zurückgebliebenen Ländern nur noch wenige 
Spuren vorhanden sind. Aber die Lsauptursache der Ungleichheit bleibt 
übrig und gibt sich in der ungleichen Güterverteilung kund. Das Wesen 
der Sklaverei ist, daß sie dem Arbeiter alles nimmt, was er hervorbringt 
außer soviel als er zu einem tierischen Dasein bedarf, und zu diesem 
Minimum streben unter den bestehenden Verhältnissen auch die Löhne 
der freien Arbeit unverkennbar hin. wie sehr auch die Produktionskraft 
zunehme, die Grundrente strebt beständig daraus hin, den Gewinn und 
mehr als den Gewinn zu verschlingen. 
So ist die Lage der Massen in allen zivilisierten Ländern die virtuelle 
Sklaverei unter den Formen der Freiheit, oder dies muß wenigstens 
die Lage werden. Und es ist leicht möglich, daß von allen Arten der 
Sklaverei dies die grausamste und unbarmherzigste ist. Denn der Ar 
beiter wird des Erzeugnisses seiner Arbeit beraubt und gezwungen, 
für seine bloße Erhaltung sich abzumühen; seine Arbeitsvögte aber 
nehmen anstatt der menschlichen Form die Form gebieterischer Not 
wendigkeiten an. Diejenigen, denen er seine Arbeit leistet und von 
denen er seinen Lohn empfängt, werden oft ihrerseits getrieben; die 
Berührung zwischen den Arbeitern und den letzten Nutznießern ihrer 
Arbeit wird zerrissen und die Individualität geht verloren. Die direkte 
Verantwortlichkeit des Herrn gegen den Sklaven, eine Verantwortlich 
keit, welche auf die große Mehrheit der Menschen einen besänftigenden 
Einfluß ausübt, entsteht nicht; nicht ein Mensch den andern, sondern 
«die unvermeidlichen Gesetze von Angebot und Nachfrage", für die nie 
mand im besonderen verantwortlich ist, scheinen die Massen zu rastloser 
und unvergoltener Mühsal zu treiben. Die Grundsätze Eatos, des 
Zensors — Grundsätze, welche selbst in einem Zeitalter der Grausam 
keit und des allgemeinen Sklavenbesitzes mit Abscheu betrachtet wurden, 
— daß der Sklave, nachdem von ihm so viel Arbeit wie möglich gewonnen 
ist, vertrieben werden müsse, um zu sterben, werden die gewöhnliche 
Begel; und selbst das eigennützige Interesse, das den Herrn antreibt, 
sich um das Wohlbefinden des Sklaven zu kümmern, geht verloren. 
Die Arbeit ist eine Ware und der Arbeiter eine Maschine geworden. 
Es gibt nicht mehr Herren und Sklaven, keine Besitzer und Hörige, 
sondern nur noch Käufer und Verkäufer. Das Feilschen des Marktes 
tritt an die Stelle jedes anderen Gefühls. 
Wenn die Sklavenhalter des Südens auf die Lage der freien 
Arbeiter in den vorgeschrittensten zivilisierten Ländern blickten, war 
es kein Wunder, wenn sie sich leicht von der göttlichen Einrichtung der 
Sklaverei überredeten. Daß die Feldarbeiter des Südens als Klasse
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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