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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

fullscreen: Fortschritt und Armut

Monograph

Identifikator:
1027863817
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-43741
Document type:
Monograph
Author:
George, Henry http://d-nb.info/gnd/118716948
Title:
Fortschritt und Armut
Edition:
Sechste, unveränderte Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 407 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

Kap. IV 
Einfluß auf die soziale «Organisation. 
335 
Lebens eingeschrieben wird, und daß ihm das weiße Kleid und der 
Palmzweig des Überwinders der Versuchung winken; aber der andere 
hat seinen Lohn in der Gegenwart. Sein Name wird in die Liste „unserer 
bedeutendsten Bürger" eingeschrieben; die Männer machen ihm den pof 
und die Frauen schmeicheln ihm; er hat den besten Stuhl in der Kirche 
und die persönliche Beachtung des beredten Geistlichen, der im Namen 
Christi das Evangelium vom armen Manne predigt und das ernste 
Gleichnis vom Kameel und Nadelöhr zu einer nichtssagenden Blume 
orientalischer Redeweise abschwächt. Er kann ein Beschützer der Künste, 
ein Mäzen der Schriftsteller werden, kann aus der Unterhaltung der 
Intelligenten Nutzen ziehen und durch Reibung mit den verfeinerten 
poliert werden. Seine Almosen können den Armen sättigen, dem 
Kämpfenden helfen und Sonnenschein in öde Plätze bringen, und edle 
öffentliche Stiftungen feiern, nachdem er heimgegangen, seinen Namen 
und Ruf. Der Satan versucht die Kinder der Menschen nicht in Gestalt 
eines abschreckenden Ungeheuers mit Pörnern und Schwanz, sondern 
als ein Engel des Lichts. Seine Versprechungen sind nicht allein die 
Königreiche der Welt, sondern geistige und moralische Fürstentümer 
und Eigenschaften. Er wendet sich nicht bloß an das tierische verlangen, 
sondern auch an die Begierden, die sich im Menschen regen, weil er mehr 
wie ein Tier ist. 
Nehmen wir den Fall jener elenden „Männer mit Schmutzharken", 
die in allen Ländern so deutlich zu sehen sind wie Bunyan ihr Bild 
in der Vision sah — die, lange nachdem sie Reichtum genug zusammen 
gescharrt haben, um jeden Wunsch befriedigen zu können, fortfahren 
Zu arbeiten, zu planen, zu streben, um Reichtümer auf Reichtümer zu 
häufen. Ls war der Wunsch, „etwas zu sein", ja, in vielen Fällen der 
Wunsch, edle und großmütige Taten zu vollbringen, der sie in eine 
Laufbahn des Geldgewinnens führte. Und was sie, lange nachdem jedes 
mögliche Bedürfnis befriedigt ist, ferner dazu zwingt, was sie noch immer 
urit unersättlicher Habsucht drängt, ist nicht bloß die Macht tyrannischer 
Gewohnheit, sondern e's sind die feineren Genüsse, welche der Besitz 
von Reichtümern gibt, das Gefühl von Macht und Einfluß, das Gefühl, 
angesehen und geebrt zu sein, das Bewußtsein, daß ihr Reichtum sie 
sticht bloß über den Mangel erhebt, sondern sie zu Leuten von Bedeutung 
m der Gemeinde macht, in der sie leben. Das ist's, was den reichen 
Klann so abgeneigt macht, sich von seinem Gelde zu trennen, so begierig, 
Mehr zu erlangen. 
Gegen Versuchungen, die sich so an die stärksten Antriebe unserer 
^latur wenden, können die Billigungen des Gesetzes und die Vorschriften 
der Religion nur wenig ausrichten; und das wunder ist nicht, daß die 
Wenfchen so selbstsüchtig sind, sondern daß sie es nicht noch weit mehr 
flstd. Daß unter den jetzigen Verhältnissen die Menschen nicht noch hab- 
gieriger, treuloser und eigennütziger sind, als sie es sind, beweist die Güte 
^ud Fruchtbarkeit der menschlichen Natur, den unaufhörlichen Fluß
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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