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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

fullscreen: Fortschritt und Armut

Monograph

Identifikator:
1027863817
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-43741
Document type:
Monograph
Author:
George, Henry http://d-nb.info/gnd/118716948
Title:
Fortschritt und Armut
Edition:
Sechste, unveränderte Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 407 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

Kap. XL 
Die Unterschiede in der Zivilisation. 
357 
tragung angeführten Tatsachen haben in Wirklichkeit nicht mehr Gewicht, 
als die hier angeführte Ansicht unseres Vorderdeck-Darwinianers 
g Daß z. B. eine große Anzahl von Verbrechern und Almosenempfän 
gern in New pork nachweislich bis drei oder vier Generationen zurück 
von verarmten abstammen, wird vielfach als Beispiel erblicher Über 
tragung angeführt. Allein dies beweist nichts dergleichen, umsoweniger 
als eine angemessenere Erklärung der Dinge näher liegt. Bettler werden 
Bettler ausziehen, selbst wenn die Rinder nicht ihre eigenen sind, gerade 
wie familiäre Berührung mit |t)erbre^^em aus Rindern der tugend 
haftesten Eltern Verbrecher machen wird Sich auf Almosen verlassen 
lernen, heißt notwendig die^ Selbstachtung und Unabhängigkeit verlieren, 
die, wenn der Rampf hart ist, zum Selbstvertrauen nötig sind. So wahr 
ist dies, daß, wie allbekannt, die Mildtätigkeit die Wirkung hat, den 
Anspruch aus dieselbe zu erhöhen, und es ist eine offene Frage, ob öffent 
liche Unterstützungen und privatälmosen deshalb nicht viel mehr schaden 
als nützen. Und dasselbe ist es mit der Anlage der Rinder, dieselben 
Gefühle, Neigungen, Vorurteile oder Talente wie ihre Eltern zu zeigen. 
Sie saugen diese Anlagen ein, genau so wie sie Gewöhnungen ihres 
Umganges annehmen. Und die Ausnahmen, wo Abneigung oder Wider 
willen erregt werden, bestätigen nur die Regel 
Ls gibt aber, glaube ich, noch einen feineren Einfluß, der oft das 
jenige erklärt, was man als Atavismus betrachtet — denselben Ein 
fluß, der dem jugendlichen Leser von Räubergeschichten den Wunsch 
eingibt, ein Räuber zu werden. Ich kannte einmal einen Herrn, in 
dessen Adern das Blut indianischer Häuptlinge rann. Er pflegte mir 
Geschichten zu erzählen, die er von seinem Großvater gelernt hatte, 
und welche die einem Weißen schwer verständlichen Gewohnheiten der 
Indianer erläuterten — den mächtigen aber geduldigen Blutdurst des 
Pfadläufers und die Geistesstärke der am Marterpfahl Stehenden. 
Nach der Art und weise, wie er sich darüber aussprach, bezweifle ich 
keinen Augenblick, daß er, ein so hochgebildeter, zivilisierter Mann er 
war, unter gewissen Umständen Lharakterzüge gezeigt haben würde, 
die man seinem indianischen Blute zugeschrieben hätte, die aber in 
Wirklichkeit durch das Brüten seiner Phantasie über die Taten seiner 
Ahnen ausreichend zu erklären gewesen wären*). 
In jedem großen Volke können wir zwischen verschiedenen Rlassen 
und Gruppen Unterschiede gleicher Art finden wie die, welche zwischen 
pölkern bestehen, die wir in verschiedenem Grade zivilisiert nennen.— 
Unterschiede des Wissens, des Glaubens, der Gebräuche, des Geschmackes 
und der Sprache, die in ihren Extremen unter Menschen der gleichen 
Aasse und des gleichen Landes fast ebenso große Verschiedenheiten 
*) Wordsworth hat in hochpoetischer Form auf diesen Einfluß hingedeutet: „Die 
rostenden Harnische seiner Hallen rufen das Blut der Llifford an; unterwirf' die Schotten, 
wahnt die Lanze; trag' mich ins Herz des Frankenreiches ist das Sehnen des Schildes."
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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