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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

fullscreen: Fortschritt und Armut

Monograph

Identifikator:
1027863817
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-43741
Document type:
Monograph
Author:
George, Henry http://d-nb.info/gnd/118716948
Title:
Fortschritt und Armut
Edition:
Sechste, unveränderte Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 407 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

Aap. II. 
Die Unterschiede in der Zivilisation. 
363 
brauche noch fortzudauern streben und, soweit es geht, wirklich fortdauern, 
werden die Verhältnisse, denen sie sich anschmiegten, gewaltsam ver 
ändert. Er ist ein Jäger in einem Land ohne wild, ein seiner Waffen 
beraubter Krieger, der mit den Kniffen der Gesetze hantieren soll. Er 
ist nicht nur zwischen verschiedene Kulturen gestellt, sondern, wie es 
Bagehot von den Europäern gemischter Abstammung in Indien sagt, 
zwischen verschiedene Sittengesetze gestellt und lernt die Laster der Zivili 
sation ohne ihre Tugenden. Er verliert seine gewohnten Unterhalts 
mittel, er verliert die Selbstachtung, er verliert die Moralität; er verkommt 
und stirbt dahin. Die elenden Geschöpfe, welche man in den Städten 
oder auf den Eisenbahnstationen der Grenze herumlungern sieht, bereit 
zu betteln, zu stehlen oder sich zu einem noch niederträchtigeren Geschäft 
anzubieten, sind keine rechten Muster des Indianers, ehe der Weiße 
auf seinen Iagdgründen vordrang. Sie haben die Kraft und Tugenden 
ihres früheren Zustandes verloren, ohne diejenigen eines höheren dafür 
wiederzugewinnen. In der Tat zeigt die Zivilisation, welche die Rothäute 
vertreibt, keine Tugenden. Für den Angelsachsen der Grenze hat der 
Eingeborene in der Regel keine Rechte, die der weiße Mann zu achten 
verpflichtet wäre. Er wird arm gemacht, mißverstanden, betrogen und 
mißhandelt. Er stirbt aus, wie unter gleichen Verhältnissen auch wir 
aussterben würden. Er verschwindet vor der Zivilisation, wie der roma- 
nisierte Brite vor der sächsischen Barbarei verschwand. 
Der wahre Grund, warum in keinem klassischen Schriftsteller ein 
Bedauern um den Barbaren ausgesprochen wird, sondern wärmn die 
römische Zivilisation ihn eher assimilierte als vernichtete, liegt meines 
Erachtens nicht bloß darin, daß die Zivilisation der Alten der Barbarei, 
aus die sie stieß, viel näher stand, sondern in dem noch wichtigeren Um 
stande, daß sie nicht in der weise ausgebreitet wurde, wie die unsrige. 
Nicht durch eine vorrückende Linie von Kolonisten wurde sie vorwärts 
gerückt, sondern durch Eroberung, welche die neud Provinz bloß unter 
warf, aber die soziale und gewöhnlich auch die politische Verfassung des 
Volkes großenteils bestehen ließ, so daß der Assimilationsprozeß ohne 
Erschütterung oder Verschlechterung vor sich ging. In ziemlich ähnlicher 
Weise scheint die Zivilisation Japans sich jetzt der europäischen Zivili 
sation zu assimilieren. 
In Amerika hat der Angelsachse den Indianer ausgerottet, anstatt 
ihn zu zivilisieren, einfach weil er den Eingeborenen nicht zu sich herauf 
gezogen hat und weil die Berührung nicht in einer weise erfolgte, daß 
die Denkgewohnheiten und Sitten des Indianers sich schnell genug 
hätten ändern können, um sich in die neue Läge, in welche er durch die 
Nähe unbekannter und mächtiger Nachbarn versetzt wurde, zu finden. 
Daß kein angeborenes Hindernis gegen die Aufnahme unserer Zivili 
sation seitens dieser unzivilisierten Rassen vorhanden ist, haben indivi 
duelle Fälle immer und immer wieder dargelegt. Und ebenso ist dies, 
soweit man die Experimente gehen ließ, durch die Jesuiten in Paraguay,
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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