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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

fullscreen: Fortschritt und Armut

Monograph

Identifikator:
1027863817
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-43741
Document type:
Monograph
Author:
George, Henry http://d-nb.info/gnd/118716948
Title:
Fortschritt und Armut
Edition:
Sechste, unveränderte Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 407 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

370 
Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes. 
Buch X. 
Fortschritt, während an den «Örtlichkeiten, wo eine große Zunahme 
der Bevölkerung ohne erhebliche Separierung möglich ist, die Zivili 
sation den Vorteil hat, von Stammesfehden frei zu sein, wenn auch der 
Staat als Ganzes jenseit der Grenzen Krieg führt, wo der widerstand 
der Natur gegen die enge Vereinigung der Menschen am geringsten 
ist, wird somit die Gegenkraft des Krieges anfänglich am wenigsten 
empfunden, und in den reichen Ebenen, wo die Zivilisation zuerst Fuß 
saßt, kann sie zu großer Höhe emporsteigen, während die zerstreuten 
Stämme noch Barbaren sind, wenn daher kleine isolierte Staaten in 
einem den Fortschritt verhindernden Zustande chronischer Fehde be 
harren, so ist der erste Schritt zu ihrer Zivilisation das Auftreten eines 
erobernden Stammes oder Volkes, das diese kleineren Staaten zu einem 
größeren vereinigt, in welchem der innere Friede bewahrt wird, wo diese 
Fähigkeit zu friedlicher Vereinigung gebrochen ist, sei es durch äußere 
Angriffe oder innere Uneinigkeiten, da hört der Fortschritt auf, und 
der Rückgang beginnt. 
Aber nicht bloß die Eroberung hat die Vereinigung beförder 
und durch Befreiung geistiger Kraft von der Nötigung zum Kriege 
der Zivilisation Dienste geleistet, wenn die Verschiedenheiten des 
Klimas, des Bodens und der Gberflächengestaltung zuerst darauf hin 
wirken, die Menschen zu trennen, so wirken sie doch auch darauf hin, 
den Austausch zu begünstigen. Und der Handel, der an und für sich eine 
Form der Vereinigung oder des Zusammenwirkens ist, befördert die 
Zivilisation nicht nur direkt, sondern auch dadurch, daß er dem Krieg 
entgegengesetzte Interessen erzeugt und die Unwissenheit zerstreut, 
welche die fruchtbare Mutter von Vorurteilen und Gehässigkeiten ist. 
Und ebenso die Religion. Obgleich die Formen, die sie angenommen, 
und der Haß, den sie entzündet hat, die Menschen oft genug trennten 
und Krieg verursachten, so ist sie doch zu anderen Zeiten das Mittel 
zur Beförderung der Vereinigung gewesen. Lin gemeinsamer Gottes 
dienst hat, wie z. B. bei den Griechen, oft den Krieg gemildert und die 
Grundlage einer Einigung abgegeben, und dem Triumph des Ehristen- 
tums über die Barbaren Europas entspringt die moderne Zivilisation. 
Hätte die christliche Kirche nicht bestanden, als das römische Reich in 
Stücke zerfiel, so dürste Europa, jedes Bandes der Vereinigung bar, 
leicht in einen nicht viel höheren Zustand als den der nordamerikanischen 
Indianer verfallen sein, oder eine Zivilisation asiatischen Gepräges 
von den erobernden Krummsäbeln jener eindringenden Worden erhalten 
haben, die durch eine Religion geeinigt waren, welche, in den wüsten 
Arabiens entspringend, seit undenklichen Zeiten getrennte Stämme 
zusammenschweißte, und von dort ausgehend, einen großen Teil der 
Menschheit in dem Bunde eines gemeinschaftlichen Glaubens vereinigte. 
^erblicken wir die uns bekannte Geschichte der Welt, so sehen wir 
Zivilisation überall entstehen, wo Menschen in Vereinigung miteinander 
gebracht werden und überall verschwinden, sobald diese Vereinigung
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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