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Fortschritt und Armut

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Bibliographic data

fullscreen: Fortschritt und Armut

Monograph

Identifikator:
1027863817
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-43741
Document type:
Monograph
Author:
George, Henry http://d-nb.info/gnd/118716948
Title:
Fortschritt und Armut
Edition:
Sechste, unveränderte Auflage
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
1 Online-Ressource (XII, 407 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Fortschritt und Armut
  • Title page
  • Contents
  • Buch I. Arbeitslohn und Kapital
  • Buch II. Bevölkerung und Unterhaltsmittel
  • Buch III. Die Gesetze der Verteilung
  • Buch IV. Die Wirkung des materiellen Fortschnitts auf die Güterverteilung
  • Buch V. Das Problem gelöst
  • Buch VI. Das Heilmittel
  • Buch VII. Die Gerechtigkeit des Heilmittels
  • Buch VIII. Die Anwendung des Heilmittels
  • Buch IX. Die Wirkungen des Heilmittels
  • Buch X. Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes
  • Schluß. Das Problem des individuellen Lebens

Full text

Kap. III. 
37( 
Das Gesetz des menschlichen Fortschrittes. 
24* 
zerstört wird. So wurde die römische Zivilisation, welche sich durch Er 
oberungen, die den inneren Frieden sicherten, über Europa ausgebreitet 
hatte, durch die Invasionen der nordischen Völker überwältigt, welche 
die Gesellschaft wieder in unzusammenhängende Teile zerschellten, 
und die moderne Zivilisation begann, als das Feudalsystem aufs neue 
die Menschen in größeren Staaten vereinigte und als die geistliche Ober 
herrschaft Roms diese Staaten in eine gemeinschaftliche Verbindung 
brachte, wie es früher dessen Legionen getan hatten. Als dann die 
feudalen Bande zu nationalen Autonomien wurden und das Ehristentum 
die Sitten hob, die Wissenschaften aus ihrer Verborgenheit zog, die Fäden 
friedlicher Einigung in seiner alldurchdringenden Organisation zusammen 
flocht und in seinen religiösen Orden die Vereinigung lehrte, wurde ein 
noch größerer Fortschritt möglich, der mit immer zunehmender Kraft 
vorangeschritten ist, je inniger die Verbindung und das Zusammenwirken 
war, in welche die Menschen gebracht wurden. 
wir werden jedoch den Lauf der Zivilisation und die verschiedenen 
Erscheinungen, welche ihre Geschichte darbietet, nie verstehen, ohne 
dasjenige in Betracht zu ziehen, was ich die inneren widerstände oder 
Gegenkräfte nennen möchte, die im Kerzen der fortschreitenden Gesell 
schaft entstehen und allein erklären können, wie eine schon vorgeschrittene 
Zivilisation entweder von selbst zum Stillstand kommen oder von Bar 
baren zerstört werden kann. 
Die geistige Kraft, welche das bewegende Prinzip des sozialen 
Fortschrittes ist, wird durch Assoziation, welche recht eigentlich eine 
Integration (Ergänzung) genannt werden kann, freigemacht. Die Ge 
sellschaft wird dabei komplizierter, ihre Individuen voneinander ab 
hängiger. Beschäftigungen und Verrichtungen spezialisieren sich. An 
statt zu wandern, wird die Bevölkerung ansässig. Anstatt daß sich jeder 
alles, was er braucht, selbst macht, werden die verschiedenen Gewerbe 
und Geschäfte gesondert, der eine erwirbt Geschick in dem, der andere 
in jenem. Ebenso verzweigt sich die Wissenschaft, deren Umfang beständig 
größer wird und von einem einzelnen immer weniger zu bewältigen 
ist, in verschiedene Fächer, denen sich die einzelnen widmen. Auch die 
Abhaltung religiöser Feierlichkeiten kommt in die pände einer besonderen 
diesem Zwecke dienenden Körperschaft, und die Aufrechterhaltung der 
Ordnung, die Iustizpflege, die Steuerverwaltung und Kriegführung 
werden spezielle Funktionen einer organisierten Regierung. Kurz, 
um Herbert Spencers Ausdruck zu gebrauchen, die Entwicklung der 
Gesellschaft ist, in bezug auf ihre einzelnen Bestandteile, der Übergang 
von einer unbestimmten unzusammenhängenden Gleichartigkeit zu einer 
bestimmten zusammenhängenden Vielartigkeit. Io niedriger die Stufe 
sozialer Entwicklung ist, desto mehr gleicht die Gesellschaft jenen nied 
rigsten tierischen Organismen, die ohne Organe oder Glieder sind, 
und von denen ein Teil abgeschnitten werden kann und doch noch lebt. 
Je höher die Stufe der sozialen Entwicklung, desto mehr gleicht die
	        

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Fortschritt Und Armut. Verlag von Gustav Fischer, 1920.
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