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Wirtschaft als Leben

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaft als Leben

Monograph

Identifikator:
1027869556
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-48255
Document type:
Monograph
Author:
Gottl-Ottlilienfeld, Friedrich von http://d-nb.info/gnd/118809040
Title:
Wirtschaft als Leben
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
1 Online-Ressource (XXXII, 763 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Herrschaft des Wortes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaft als Leben
  • Title page
  • Contents
  • Der Wertgedanke ein verhülltes Dogma der Nationalölonomie
  • Die Herrschaft des Wortes
  • Die Grenzen der Geschichte 1903
  • Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1906-1909
  • Freiheit vom Worte. Über das Verhältnis einer Allwirtschaftslehre zur Soziologie 1923
  • Die Wirtschaftliche Dimension. Eine Abrechnung mit der sterbender Wertlehre 1923
  • Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie 1924
  • Index

Full text

,Dic Herrschaft des Wortes“, 
136 
kann ebensogut das Rechte getroffen werden, wie auch das Falsche. 
Für die Worte, die trotzdem zu ihrer Definition verurteilt werden, 
ohne die Bezeichnung zu verdienen, die ihnen ein trügerischer Brauch 
an den Hals gehängt hat, für diese Worte heißt es dann eben: „Begreif’ 
dich, oder ich fress’ dich!“ Warum soll es nicht Worte geben, die 
ihrem besonderen Verhältnis zu unserem Denken nach überhaupt keiner 
Definition zugänglich sind; als richtige Wechselbälge von Wesen und 
Beruf! Das Eine ist natürlich mit jedem Worte, überhaupt mit jeder 
Lautfolge möglich, daß man den Stiel umkehrt, und erst durch die 
Definition in Willkür einen Namen schafft; wobei es noch fraglich 
bleibt, ob sich jedes Wort gutwillig dazu hergibt, ob es nicht zwei 
Seiten weiter der Willkür entschlüpft, und sich so verstehen läßt, wie 
ihm der Schnabel undefinierlich gewachsen ist. Das sind lauter Dinge, 
die sich nur von Fall zu Fall, von Wort zu Wort entscheiden lassen; 
man darf da nichts über einen Kamm scheren, nichts im voraus 
wissen wollen. Aber jene Sprachsitte, höflich gesagt, die will beides, 
bis zur letzten Neige I Und mit dieser Gewohnheit schleicht sich dieses 
Vorwissen so sehr in unser Denken ein, daß wir unwillkürlich jedem 
vereinzelten Worte gegenüber etwas von dem empfinden, was man 
den Glauben an die alleinseligmachende Definition 
nennen könnte; sei es auch das ungebärdigste Naturkind der Sprache, 
dem hernach die Definitionen auswuchern wie die Hydraköpfe. Und 
schließlich auch die „Theorien“ 1 Denn wie die blinde Nennung als 
„Begriff“ das Gebot der Definition nach sich zieht, und dieses Gebot 
ganz von selber das Streben nach der Einen, nach der Definition er 
stehen läßt, die alle anderen aus dem Felde schlägt, so wächst aus 
diesem Glauben an die alleinseligmachende Definition schließlich noch 
ein anderer Glaube empor, ganz unvermeidlich: Der Glaube, daß jenes 
Wort, über das sich die erforderlichen Definitionen seither ergossen 
hatten, schlechthin Eines sprachlich vertrete; etwas für jedermann 
Nämliches, das irgendwie mehr sein muß, als jener Eine „Begriff“, 
den schon jedes Durchschnittswort, den überhaupt jedes Wort schon 
als solches vorstellt — unter Gewähr des Sprachgebrauchs! Dieses 
Eine kann dann „Erscheinung“, und nur nebenher, gegen das Wort 
hin betrachtet, „Begriff“ sein; oder vielleicht „Tatsache“ und beileibe 
kein „Begriff“; das hängt dann ganz am persönlichen Geschmack. Im 
ganzen eine Entwicklung, für die natürlich sehr vieles noch mithilft, 
und die unter besonderen Umständen auch anders einsetzen kann, die 
aber den kräftigsten Nährboden immer an jener Sprachsitte findet; sie 
ist eine deutsche — und wo anders sind die „Theorien“ so üppig ins 
Kraut geschossen, wie in der deutschen Nationalökonomie 1
	        

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Wirtschaft Als Leben. Verlag von Gustav Fischer, 1925.
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