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Wirtschaft als Leben

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaft als Leben

Monograph

Identifikator:
1027869556
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-48255
Document type:
Monograph
Author:
Gottl-Ottlilienfeld, Friedrich von http://d-nb.info/gnd/118809040
Title:
Wirtschaft als Leben
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
1 Online-Ressource (XXXII, 763 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Herrschaft des Wortes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaft als Leben
  • Title page
  • Contents
  • Der Wertgedanke ein verhülltes Dogma der Nationalölonomie
  • Die Herrschaft des Wortes
  • Die Grenzen der Geschichte 1903
  • Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1906-1909
  • Freiheit vom Worte. Über das Verhältnis einer Allwirtschaftslehre zur Soziologie 1923
  • Die Wirtschaftliche Dimension. Eine Abrechnung mit der sterbender Wertlehre 1923
  • Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie 1924
  • Index

Full text

144 
„Die Herrschaft des Wortes“, 
um eines bloßen Eindrucks willen; dieser Eindruck entstammt dem 
Treiben jener Worte, als Eingeborene Fachausdrücke; das ist aber 
gerade der Tatbestand, der erst zu erklären wäre, die Schale! Nur 
damit hat also diese Bezeichnung zu tun, trotz ihres tiefen Klanges; 
nichts mit dem Kern des Sachverhaltes, nur mit jenem Verhältnisse 
der bloßen Worte. Der Tatbestand also, der damit vorliegt, wird nicht 
im geringsten erklärt; er wird einfach zur Kenntnis genommen, und 
gleichsam nur unter der Vorspiegelung, ihn zu erklären. Nach Er 
klärung tönt eben nur das Wort. 
Diese Sorte Erklärung läßt es aber gar nie zum Bewußtsein 
kommen, daß hier etwas seiner Erklärung harre! Sie bringt den Tat 
bestand unter der Maske seiner Erklärung, und täuscht so einen Sach 
verhalt vor, der seine Erklärung schon in sich selber trüge. Dann 
kommt es nur mit den Versuchen, diesen Sachverhalt als solchen zu 
würdigen, zu einer Erklärung; wider Willen und Wissen. Solche Er 
klärung krankt wieder unheilbar daran, daß ihr der Wortlaut der Be 
zeichnung den Weg weist. Worte reiten schnell, und wenn ein Tat 
bestand schon als das Unerklärte die Bezeichnung „Grundbegriffe“ 
abschmeichelt, dann liegt es nahe, daß der letzteren Wortlaut sofort 
wieder in die Sache zurückspricht, und alles Mögliche erklärend hinein 
spricht, was sich doch nur aus dem Worte heraushören ließ, durch 
Verflechtung von so und so vielen Vorstellungskreisen. 
Es handelt sich da offenbar um die Aussagen über Sinn und Geist 
der Bezeichnung; mit ihnen wird unbewußt das Dasein der Eingeborenen 
Fachausdrücke zu erklären gesucht. Aber wie es von diesen Aussagen 
gilt, daß sie den Ernst der Bezeichnung nur zum Scheine retten, so 
gilt von ihnen auch, daß sie in Sachen dieser Erklärung nichts mehr 
gutmachen können. Sie gehen ja alle davon aus, daß mit den auf 
fälligen Worten eben die „Grundbegriffe“ vorlägen: sie stellen sich 
somit von Haus aus auf den Boden jener wortschalen Erklärung, von 
der einmal sicher ist, daß sie in keiner Weise Erkenntnis bedeutet, 
sondern dem wissenschaftlichen Denken aus Verhältnissen überkommt, 
die ihm übermächtig sind. 
So führt der Abspruch über die nationalökonomische Bezeichnung 
„Grundbegriffe“ die Erkenntnis mit sich, daß innerhalb der Pflege dieser 
Wissenschaft ein Tatbestand vorhanden ist, der seiner Erklärung harrt: 
das Dasein Eingeborener Fachausdrücke! Dieser Tatbestand bleibt nicht 
schlechthin als das Unerklärte zurück; als etwas, das seiner Erklärung 
bedürftig ist, taucht er überhaupt erst damit auf, daß man jener Be 
zeichnung den Prozeß macht. Daß hier eine Erklärung aussteht, war 
unseren herkömmlichen Anschauungen erst abzuringen; die geben sich
	        

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Wirtschaft Als Leben. Verlag von Gustav Fischer, 1925.
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