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Wirtschaft als Leben

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaft als Leben

Monograph

Identifikator:
1027869556
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-48255
Document type:
Monograph
Author:
Gottl-Ottlilienfeld, Friedrich von http://d-nb.info/gnd/118809040
Title:
Wirtschaft als Leben
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
1 Online-Ressource (XXXII, 763 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Herrschaft des Wortes
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaft als Leben
  • Title page
  • Contents
  • Der Wertgedanke ein verhülltes Dogma der Nationalölonomie
  • Die Herrschaft des Wortes
  • Die Grenzen der Geschichte 1903
  • Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1906-1909
  • Freiheit vom Worte. Über das Verhältnis einer Allwirtschaftslehre zur Soziologie 1923
  • Die Wirtschaftliche Dimension. Eine Abrechnung mit der sterbender Wertlehre 1923
  • Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie 1924
  • Index

Full text

Ausblicke, VI. 
277 
Wissenschaft vom persönlichen Handeln zum oberpersönlichen hinauf, 
so geht die schildernde vom persönlichen zum unterpersönlichen hin 
unter. Ein Höher oder Nieder der beiden Wissenschaften, miteinander 
verglichen, ist hiermit nicht gegeben; denn es handelt sich beidemal 
um eine Umformung, die das persönliche Handeln entpersönlicht. 
Ein Vorzug der berichtenden Wissenschaft gilt nur soweit, als sie 
im Grundsätze nach dem grünen Handeln blickt; dieser Vorzug ver 
wirklicht sich also um so mehr, je mehr diese Wissenschaft ganz un 
mittelbar das Menschenschicksal nachschöpferisch gestaltet. In solcher 
Nachschöpfung ist die berichtende Wissenschaft gleichsam „intensiver , 
die schildernde „extensiver Betrieb“. Das verträgt sich gut mit dem 
eigentümlichen Verhältnisse, daß der schildernden Wissenschaft die 
Gegenwart Vorbehalten bleibt; weil diese so von „Tatsachen“ starrt 
und so zahlensprühend ist, daß hier der Forschung ein gewaltiges 
„Weideland“ offen steht. Der Hang nach dem „generischen Schicksal 
verweist die schildernde Wissenschaft auch zur Arbeit über jenen Punkt 
hinaus, den ein großer Meister des unzerfällenden Denkens genial als 
den herausgefunden hat, bei dem mit dem „Schrifttume“ auch alle 
„Geschichte“ aufhört; das will sagen, der schildernden Wissenschaft 
ist auch die „Urzeit“ Vorbehalten 1 
Weil vor jener theoretischen Umgestaltung alle ursprünglichen 
Einheiten des persönlichen Handelns in den Schatten treten, liegt es 
nahe, in ihr selber wieder eine ursprüngliche Einheit zu erblicken, 
ein „Leben“. Träger dieses „Lebens“, soweit wenigstens, daß es jener 
Einheit gegenüber die Person bedeutet, wäre dann die Menschheit. 
In diesem Sinne erscheint das Menschheitsleben als der Gegen 
stand der schildernden Wissenschaft. Es ist schon damit vorgebeugt, 
diese Umformung so ernst zu nehmen wie jene anderen, für welche 
das Leben selber einsteht und die schon dem urwüchsigen Denken 
geläufig sind. Es ist vielleicht gut, diesem eigentlichen Namen einen 
anderen, wie in der Klammer, beizugeben; als stete Warnung, hier 
kein eigentliches Gebilde zu sehen, als stete Mahnung, daß auch die 
schildernde Wissenschaft der Einheit des Geschehens nacheifert; 
wenn sie es auch in jener Hinsicht gegensätzlich der Art tut, in der 
die berichtende Wissenschaft vorgeht. Den Sachverhalt nämlich, daß im 
engen Raume der gleichen Erkenntnisaufgabe, des gleichen Stoffes, 
doch noch der schroffste Gegensatz wach bleibt, den drückt man 
vielleicht am besten aus, sobald man der berichtenden, als Wissenschaft 
von der „Geschichte“, die schildernde als die Wissenschaft von der 
„Ungeschichte“ entgegen hält. Ein Wort, das sich also im gleichen 
Namendienste mit dem Worte „Menschheitsleben“ teilt.
	        

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Wirtschaft Als Leben. Verlag von Gustav Fischer, 1925.
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