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Wirtschaft als Leben

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaft als Leben

Monograph

Identifikator:
1027869556
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-48255
Document type:
Monograph
Author:
Gottl-Ottlilienfeld, Friedrich von http://d-nb.info/gnd/118809040
Title:
Wirtschaft als Leben
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
1 Online-Ressource (XXXII, 763 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Die Grenzen der Geschichte 1903
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaft als Leben
  • Title page
  • Contents
  • Der Wertgedanke ein verhülltes Dogma der Nationalölonomie
  • Die Herrschaft des Wortes
  • Die Grenzen der Geschichte 1903
  • Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1906-1909
  • Freiheit vom Worte. Über das Verhältnis einer Allwirtschaftslehre zur Soziologie 1923
  • Die Wirtschaftliche Dimension. Eine Abrechnung mit der sterbender Wertlehre 1923
  • Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie 1924
  • Index

Full text

Abschnitt II. 
353 
Gedanken von der Spur der Menschenhand, und von der Spur der 
Elemente aus, und bei ihrer spielenden Wanderung von da und dort her 
führen sie in viel zu gesonderte Vorstellungsbezirke, um nicht zu einem 
Vergleiche herauszufordern. Und so mag uns im stummen Zwie 
gespräch mit jenem Winkel der Sinn geologischer Erkenntnis 
und der Sinn historischer Erkenntnis klar werden. 
Es ist ein nüchternes Tun, ein recht alltägliches Geschehen, was 
uns da in Formen des Gesteines überliefert erscheint. Diese Vorarbeit 
für irgendeinen Bau, das Zurüsten von Säulen, ist kaum im eigent 
lichen Sinne von geschichtlichem Belang. Wenn der Blick das große 
Gewebe der Erlebnisse in seinen Zusammenhängen verfolgt, so wird 
ihm hier kaum ein merklicher Anhalt geboten sein; ein „Ereignis also 
war dieses Treiben römischer Werkleute schwerlich. Immerhin, eine 
steinerne Urkunde liegt vor, die man nur richtig lesen und mit tausend 
anderen Überlieferungen gültig verknüpfen muß, und dann zeugt auch 
sie dafür, daß die Römer einst auf germanischem Boden Fuß gefaßt 
hatten. Und vielleicht gilt hier noch mehr. Es ist ja eine ergreifende 
Vorstellung, die sich im Angesichte dieser jählings unterbrochenen 
Arbeit aufdrängt. Da schaffen Leute in Granit, mühen sich in weit 
ausholender Vorsorge für ihren Wohnsitz, wollen Jahrhunderte trotzigen 
Beharrens vorwegnehmen, und vielleicht der nächste Tag schon bringt 
Tod den Einen, Flucht dem Rest, Abzug auf Nimmerwiederkehr 1 So 
geringfügig also, so ungeschichtlich jenes Geschehen, vielleicht hat 
seinen Weg ganz unmittelbar der Schritt gewaltiger Ereignisse gestreift. 
Um so lebhafter reißen sich unsere Gedanken von diesem Fleckchen 
Erde los und stürmen in die Zeiten, dem Sinne der historischen 
Erkenntnis getreu. In den stillen Waldwinkel herein dringt das Brau 
sen der Geschichte, das Getöse der streitenden Völker, ihr Jubel und 
ihre Klage. Wir sehen das bißchen Geschehen, das vor unserem 
geistigen Auge aus jener Spur der Menschenhand sickert, hineingerissen 
in den wirbelnden Strom der Geschehnisse, der durch die Jahrtausende 
zu uns heranflutet. Und so löst sich für das Denken des Historikers 
die starre Form des Gesteins in eine Bewegung auf, die sich nach 
tausend Richtungen weiterspinnt, nimmer rastend, immer wechselnd, 
eitel Geschehen. 
Freilich, legt man die Hand fragend auf jene eigentümlich regel 
mäßigen Formen des Gesteins, so ist es auch nur der Historiker, 
der uns erschöpfende und befriedigende Auskunft mit den Worten 
gibt: Hier waren die Römer an einer Arbeit. Damit haben wir ein 
Ding, das aus der Zeit verstanden sein will, tatsächlich erfaßt. 
v. Gottl-Ottlilienfeld, Wirtschaft als Leben. ^3
	        

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Geld-, Bank- Und Börsenwesen. C.E. Poeschel Verlag, 1937.
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