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Wirtschaft als Leben

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaft als Leben

Monograph

Identifikator:
1027869556
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-48255
Document type:
Monograph
Author:
Gottl-Ottlilienfeld, Friedrich von http://d-nb.info/gnd/118809040
Title:
Wirtschaft als Leben
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
1 Online-Ressource (XXXII, 763 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1906-1909
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaft als Leben
  • Title page
  • Contents
  • Der Wertgedanke ein verhülltes Dogma der Nationalölonomie
  • Die Herrschaft des Wortes
  • Die Grenzen der Geschichte 1903
  • Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1906-1909
  • Freiheit vom Worte. Über das Verhältnis einer Allwirtschaftslehre zur Soziologie 1923
  • Die Wirtschaftliche Dimension. Eine Abrechnung mit der sterbender Wertlehre 1923
  • Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie 1924
  • Index

Full text

Bik 686 
Der Stoff der Sozialwissenschaft, II. 
547 
nichts hinauszuheben, was nur überhaupt als Erscheinung ein an 
schauliches Element unseres Denkens ist. 
An die Wurzel dieser Einsicht hat schon die frühere Erörterung 
gestreift, bei dem Verhältnis der drei Aussagen zueinander. Die 
physiologische Aussage B, nimmt man sie als Erfahrungsurteil, läßt 
sich ohne weiteres verifizieren, das heißt, in einer auch für jeden 
Dritten überzeugenden Weise als gültig demonstrieren. Nichts bedarf 
es dazu, als eines sorgsamen Registrierens der Sinnesdaten, unter 
Achthaben auf alle Fehlerquellen. Die psychologische Aussage C, um 
als Erfahrungsurteil zu gelten, muß vom Leser selbst vollzogen werden. 
Eine Verifikation, wie bei B, ist dann absolut ausgeschlossen. Das 
Einzige ist möglich, daß man C in die generelle Form umsetzt. 
»Beim Lesen wird die Wahrnehmung der Wortbilder von einem Vor 
stellungsverlauf begleitet“. Dann ist jedermann in der Lage, für 
seinen Teil zu erproben, ob sich sein eigenes Erlebnis, als Leser, in 
dieser Weise kategorial formen läßt, ob er also das gleiche mit gutem 
Gewissen auszusagen vermag. Jede weitere Verifikation ist unmöglich. 
Es handelt sich hier natürlich um den konkreten Inhalt jener kon 
kreten Aussage, also um eine Tatsache, und nicht um eine generelle 
Feststellung, nicht um einen Erfahrungssatz, dem man durch psycho 
physische Versuchsreihen selbstverständlich leicht beikommt. So läßt 
sich etwa die „Ermüdung“ an Versuchsreihen studieren; die erhaltenen 
Erfahrungssätze sind dann ohne weiteres an der Hand anderer Ver 
suchsreihen „verifizierbar“. 
Es treten also den Aussagen, die schlechthin und daher auch im 
speziellen Sinne verifizierbar sind, die Aussagen gegenüber, die nur 
generell verifizierbar sind. So harmlos der Gegensatz klingen mag, 
wenn er auf diesen logischen Ausdruck gebracht wird, so ist es 
doch nur dieses logische Verhältnis, das selbst das naive Denken 
zu der Scheidung zwischen dem „in mir“ und „außer mir Ge 
schehenden führt, so daß die Geltung jenes Gegensatzes mit dem 
Glauben an das eigene Ich steht und fällt 1 Die außerordentliche 
Wucht, die hieraus für diesen Gegensatz entspringt, macht es erklärlich, 
wenn man dieses logische Verhältnis auch in der Theorie als ein 
ontologisches zu verstehen sucht. Aber niemals in das Erleben 
^ lber > nur zwischen die Erscheinungen hinein darf der 
e gensatz zurückgeschoben werden. 
Wir argumentieren dabei etwa folgend. Schließt sich für die Aus 
sage C alle direkte Verifikation aus, so daß jeder, und nur für seinen 
eigenen Teil, bloß die generelle Sachlage zu bejahen vermag, so 
«Vli" 
aussen die anschaulichen Elemente dieser Aussage dem Erleben jedes 
35*
	        

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Wirtschaft Als Leben. Verlag von Gustav Fischer, 1925.
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