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Wirtschaft als Leben

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaft als Leben

Monograph

Identifikator:
1027869556
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-48255
Document type:
Monograph
Author:
Gottl-Ottlilienfeld, Friedrich von http://d-nb.info/gnd/118809040
Title:
Wirtschaft als Leben
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
1 Online-Ressource (XXXII, 763 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1906-1909
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaft als Leben
  • Title page
  • Contents
  • Der Wertgedanke ein verhülltes Dogma der Nationalölonomie
  • Die Herrschaft des Wortes
  • Die Grenzen der Geschichte 1903
  • Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1906-1909
  • Freiheit vom Worte. Über das Verhältnis einer Allwirtschaftslehre zur Soziologie 1923
  • Die Wirtschaftliche Dimension. Eine Abrechnung mit der sterbender Wertlehre 1923
  • Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie 1924
  • Index

Full text

564 
,Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung“, 
diesen Ausdruck „rot“ selber zu bilden vermag. Notwendig steht auch 
dieser Ausdruck mit der „allgemeinbegrifflichen“ Natur unseres Denkens 
im Einklang. Aber dies interessiert uns hier nicht; auch nicht die 
symbolische Bedeutung des als „rot“ Ausgesagten, etwa als „Farbe 
der Liebe“, oder „Parteifarbe“, oder auch als „Signal“. Wir ziehen 
einziglich in Betracht, daß sich dieser Ausdruck „rot“ auf etwas an 
schaulich Einfaches, auf eine Erscheinung bezieht; dadurch 
ermöglicht es uns dieser Ausdruck, von dem zu sprechen, das 
überhaupt erst zu formen ist — im erkenntnistheoretischen 
Sinne, natürlich, unabhängig von der psychogenetischen Sachlage, 
wonach für Denken und Sprache etwa die Formung „Blut“ dem „rot“ 
vielleicht vorangetreten ist. In gleicher Weise bringt nun auch der 
Ausdruck „blicken“ das noch Ungeformte, aber schon Form 
bare einer Erlebung zum Ausdruck. Was mit diesem Ausdruck, 
der nicht minder ein allgemeinbegrifflicher ist, hier gemeint wird, ist 
für sich selber noch kein Gegenstand unseres begrifflichen Denkens, 
sondern wieder ein Anschauliches. In der Formung dieses An 
schaulichen, so daß es zu etwas Begrifflichem wird, 
beruht nun mit unsere „Erfahrung“. 
Wer mitten im Erleben steht und sich in „Selbstvergessenheit“ 
dem Anschaulichen hingibt, der entzieht sich gerade dadurch dem 
Erfahren, dem entgeht noch die Erfahrung dessen, was er erlebt. Um 
Erleben in Erfahren zu wandeln, muß man sich denkend über das 
Erlebte Rechenschaft ablegen, im Wege der Formung des Anschau 
lichen. Nur unserer anschaulichen Vorstellung steht es frei, 
sich der Wirklichkeit zu bemächtigen, ohne sie zu formen. In dem 
Grade, wie wir diese anschaulichen Vorstellungen zu bewahren und das 
anschaulich Erlebte somit zu „reproduzieren“ vermögen, im Sinne des 
Nacherlebens, kann die Erfahrung dem Erleben auch nachhinken. 
Das Erlebte wird dann so geformt und in Erfahrung gewandelt, wie 
es kraft anschaulicher Vorstellung nacherlebt werden kann. Erfahrung 
schließt in diesem erkenntnistheoretischen Sinne stets begriffliche 
Erfassung ein, Formung des anschaulich Erlebten oder Nacherlebten. 
Wie es nun in der so beschaffenen Erfahrung kein „rot“ gibt, das 
wir nicht als „Röte“ auf ein Ding beziehen, so gibt es in dieser 
Erfahrung auch kein „blicken“, das wir nicht als „Blick“ gleichfalls 
auf ein Ding beziehen. Während aber die erstmögliche Formung des 
„rot“ den Sinn einer Eigenschaft hat, die im Geiste derlnhären^ 
auf ein körperliches Ding bezogen wird, steht es mit dem „blicken 
in allen drei Punkten anders. Die erstmögliche Form des „blicken > 
der „Blick“, hat den kategorialen Sinn einer Relation, in diesem
	        

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Wirtschaft Als Leben. Verlag von Gustav Fischer, 1925.
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