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Wirtschaft als Leben

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Bibliographic data

fullscreen: Wirtschaft als Leben

Monograph

Identifikator:
1027869556
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-48255
Document type:
Monograph
Author:
Gottl-Ottlilienfeld, Friedrich von http://d-nb.info/gnd/118809040
Title:
Wirtschaft als Leben
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1925
Scope:
1 Online-Ressource (XXXII, 763 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie 1924
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Wirtschaft als Leben
  • Title page
  • Contents
  • Der Wertgedanke ein verhülltes Dogma der Nationalölonomie
  • Die Herrschaft des Wortes
  • Die Grenzen der Geschichte 1903
  • Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung 1906-1909
  • Freiheit vom Worte. Über das Verhältnis einer Allwirtschaftslehre zur Soziologie 1923
  • Die Wirtschaftliche Dimension. Eine Abrechnung mit der sterbender Wertlehre 1923
  • Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie 1924
  • Index

Full text

700 
„Vom Wirtschaftsleben und seiner Theorie“, 
hangssurrogat des Naturgesetzes erst dressieren wollen — nun, ebenso 
gut könnte man Schwimmkurse für Fische einrichten. 
Ähnlich liegt es mit der Forderung, nationalökonomische Theorie 
müsse sich zu „exakter“ Theorie in mathematischem Kleide läutern. 
Integrale nehmen sich in der Wissenschaft immer wunderschön aus, 
besonders wenn man sie nicht versteht. Allein, so zahlensprühend 
auch das Wirtschaftsleben durch Preise und Preisähnliches ist, nur dem 
oberflächlichen Anschein nach ergibt sich daraus Verrechenbarkeit im 
mathematischen Sinne. Wo eben alles aufgeht in Zusammenhang, da 
fehlt es grundsätzlich an der tiefsten Voraussetzung mathematischer 
Funktionalbeziehung, an dem spezifisch Zusammenhanglosen der Ein 
heit, als Mengenelement. Einer grundsätzlich mathematischen Behand 
lung ist der Stoff unserer Erkenntnis mithin bloß im Wege logischer 
Gewalttat zugänglich, der eben alles möglich bleibt; an sich aber ist 
diese ebenso deplaziert, als wenn man jene Fische überdies noch 
frisieren wollte. Adolf Exner hat in seiner prachtvollen Rektorats 
rede über „politische Bildung“ schon 1891 gesagt: „Die Befangenheit 
der Geister in den naturwissenschaftlichen Denkformen ist der Zopf 
des Jahrhunderts“. Dieser Zopf hängt vielen Fachgenossen heute noch 
hinten, im Sinne eines Vorgehens nach dem Schema F der Natur 
wissenschaft. Ich verstehe durchaus jenen Drang nach höherer Wissen 
schaftlichkeit, aber der Weg dorthin geht wohl über die Selbstbesinnung 
des Denkens, nicht über frommen Selbstbetrug. 
Wäre auch jene allgemeine Einstellung auf Wirtschaft als Leistung 
falsch? Sie keineswegs. War etwa die Technik der Steinzeit falsch? 
Falsch ist auch jene Grundanschauung nicht, aber naiv ist sie, auf 
gelegte Anfängerei. So muß auch beileibe nicht alles irrig sein, was 
auf dem Boden dieser Grundanschauung erwachsen ist. Nicht Umsturz 
aller Theorie, sondern ihre Läuterung und Vertiefung gilt es. 
Was will denn überhaupt Theorie? Das Erfahrene in Einheit zu 
Ende denken. Alle Erfahrung ist ja bereits Gedachtes, jede Tatsache, 
ob nun „Faktum“ oder „Datum“, geht schon aus der Eindenkung des 
Erlebten hervor. Also schon die empirische, die Forschung in Tat 
sachen, spinnt an den geistigen Fäden der Erkenntnis, Theorie aber 
zieht diese Fäden einheitlich zusammen und erarbeitet so, von der Er 
fahrung her, einen begrifflichen Allzusammenhang; für uns wäre es 
richtiger, zu sagen, daß Theorie den Allzusammenhang des Erlebten 
begrifflich nachgestaltet. Ausdrücklich dies ist hier das letzte Erkennt 
nisziel, und nicht die unbewußte Komik der „Gesetzessuche“. Liefert 
uns auch die herkömmliche Güterlehre einen solchen Allzusammen 
hang? Natürlich tut sie es, nichts anderes ist ja der sog. „Kreislauf
	        

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Wirtschaft Als Leben. Verlag von Gustav Fischer, 1925.
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