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Kann das Geld abgeschafft werden?

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Bibliographic data

fullscreen: Kann das Geld abgeschafft werden?

Monograph

Identifikator:
1028387520
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-173126
Document type:
Monograph
Author:
Cohn, Arthur Wolfgang http://d-nb.info/gnd/12524391X
Title:
Kann das Geld abgeschafft werden?
Place of publication:
Jena
Publisher:
Fischer
Year of publication:
1920
Scope:
142 S.
Digitisation:
2022
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Kann das Geld abgeschafft werden?
  • Title page
  • Contents

Full text

98 - 
müsse seinen Besitz losschlagen, der Geldmann aber könne mit 
dem Einkauf beliebig lange warten! Jahrelang schon zahlt, wer 
es irgend kann, „Phantasiepreise“, um ein Pfund Mehl oder Zucker, 
einen Anzugstoff, ein Paar Schuhe überhaupt zu erhalten, reißt 
sich um die Dienste der Hausangestellten und Droschkenkutscher 
und sucht ängstlich jede sich auf eine Ware des täglichen Be- 
darfs erstreckende „Beziehung“ aufrecht zu erhalten. Umgekehrt 
geben die Verkäufer ihre Waren, wenn sie sie überhaupt feil- 
bieten, möglichst als „Friedens“- oder wenigstens „Auslandsware‘“ 
aus, jedenfalls also räumlich oder zeitlich als „von recht weit her“. 
Und die Gewerkschaftsführer lehrten Jahrzehnte, daß Vorent- 
haltung der Arbeitskraft die Lage der Arbeiter verbessere. An- 
gesichts all dieser unmittelbaren Erfahrungen hat Silvio Gesell 
die Kühnheit, zu behaupten, daß den „100000 Arbeiterbataillonen, 
‚. wenn sie nicht arbeiten, mit jedem Pendelschlag der Uhr ein 
Teil ihrer Habe, ihrer Arbeitskraft verloren geht“, und daß „der 
Bäcker gar seine Ware zum regelrechten Preis nur absetzen kann, 
solange die Brötchen noch warm sind“ (S. 178). Wogegen „das 
einzige, was das Gold vielleicht zu fürchten hat, die Erfindung 
eines brauchbaren Papiergeldes wäre; aber selbst gegen solche 
Möglichkeit ist der Goldbesitzer dadurch geschützt, daß solches 
Papiergeld nur durch den Willen des Volkes zustande kommen 
kann, — ein schwerfälliger Feind, der ihm Zeit zur Flucht 
läßt“ (S. ı79)1 Dieses Buch ist im Jahre 1919 neu aufgelegt! 
Sicherlich wird „der Besitzer des Goldes nicht von seinem 
Eigentum zum Verkauf gedrängt“; wohl aber von seinem Hunger! 
Das Gold kann ihm allenfalls als Schmuck dienen, aber es kann 
ihn nicht satt machen, nicht wärmen, nicht kleiden. Es kann ihn 
nicht „real“, sondern nur „zirkulatorisch“ befriedigen (Knapp). 
Nicht weil er das Geld loswerden, aber weil er Genußgüter er- 
werben oder seine produktive Tätigkeit aufrecht erhalten muß, 
ist der Geldbesitzer ebenso — wo nicht sogar stärker — zum 
Kauf genötigt wie der Warenbesitzer zum Verkauf. Wie erklärte 
sich sonst die von Gesell selber erwähnte Tatsache (die allein hin- 
reicht, sein theoretisches Kartenhaus umzustoßen), daß man in 
„Schweden 1916 für ı00 Kronen in Papiergeld ı05 Kronen in 
Gold bezahlt“ hat? (S.ı20 Anm.; Gesell macht daraus vielleicht 
einen Triumph des schlechten, schmutzigen, verrissenen Papiers 
über das Gold, das unvergängliche). Nicht einmal der Satz: „Wer 
kein Geld hat, kann auch keine Nachfrage nach Waren halten“ 
(S. 171), hat seine volle Geltung behalten: Kreditverkehr, Natural-
	        

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Kann Das Geld Abgeschafft Werden? Fischer, 1920.
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