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Deutschlands chemische Industrie

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Bibliographic data

fullscreen: Deutschlands chemische Industrie

Monograph

Identifikator:
1028804180
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-48229
Document type:
Monograph
Author:
Lepsius, Bernhard http://d-nb.info/gnd/11694563X
Title:
Deutschlands chemische Industrie
Place of publication:
Berlin
Publisher:
Georg Stilke
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (107 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
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Contents

Table of contents

  • Deutschlands chemische Industrie
  • Title page
  • Namenregister
  • Sachregister

Full text

Der Ausgleichsmechanismus des Devisenmarkts (internationales Zahlungs-Clearing) 15 
zision für — devisentechnisch gesprochen — exotische und halbexotische Länder 
geringer als für den Zahlungsverkehr Berlin—London—New York—Paris usw. 
„Die Nutzanwendung dieser Erscheinung für unsere Frage besteht in folgen- 
dem: Denkt man sich Berlin als den Mittelpunkt des Globus, so ergeben die von 
Berlin aus nach allen Devisenplätzen gezogenen Linien einen Stern, dessen 
einzelne Strahlen je einem Wechselkurs entsprechen; die einzelnen Wechselkurse 
stehen verschieden hoch oder tief, auf, unter oder über der Parität, je nach der 
Marktlage für die betreffende Devisensorte. In ihrer Gesamtheit spiegelt sich der 
Gesamtstand der deutschen Zahlungsbilanz, soweit sie an dem betreffenden Börsen- 
tage zur Regulierung an den Markt kommt, und insoweit korrespondiert die Er- 
scheinung mit der kontenmäßigen Zusammenstellung der deutschen Zahlungs- 
bilanz auf Seite 91), 
Eine vierte und besonders wichtige Einzelheit bezieht sich auf den Ver- 
lauf der Wechselkurse bei normalen wirtschaftlichen Verhältnissen. Eingehende 
Untersuchungen der wichtigen Wechselkurse Berlin—London und Berlin—Paris, 
je für vier Jahre, ergaben für die Vorkriegszeit eine starke Abhängigkeit der 
Wechselkurse von den internationalen Zinssätzen. War gestern z. B. der Zins 
sowohl in Berlin wie in London 4% und steigt heute der Zins in London auf 
41/4 0%, während er in Berlin unverändert 4% bleibt oder gar auf 334 % zurückgeht, 
so ist Geld in London wertvoller als in Berlin. Infolgedessen neigen deutsche Geld- 
geber dazu, ihr Geld in London statt in Berlin anzulegen. Sie kaufen z. B. Aus- 
zahlung London und verleihen den auszuzahlenden Betrag in London zu 414%. 
Da viele Geldgeber dieses Verfahren wählen, entsteht eine relativ starke Nach- 
irage nach Pfunden, der Pfundkurs steigt. Liegen die Geldmarktverhältnisse umge- 
kehrt, z. B. Zins in Berlin steigt auf 41/2%o, Zins in London fällt auf 37/4 %, so 
erfolgen privatwirtschaftliche „Geldverschiebungen‘“ von London nach Berlin. Lon- 
doner Banken treten als Käufer für Markwechsel bzw. Markguthaben auf, die 
Mark steigt durch die relativ verstärkte Nachfrage in London und in der Konse- 
quenz fällt der Pfundkurs in Berlin. Der Pfundkurs in Berlin fällt auch deshalb, 
weil gleichzeitig deutsche Besitzer von Pfundguthaben diese wegen der gefallenen 
Verzinsung auf den Berliner Markt werfen, sodaß ein relativ verstärktes Angebot 
von Pfunden in Berlin eintritt und deren Kurs drückt. Nach unseren bisherigen Dar- 
legungen ist es selbstverständlich, daß der Zahlungsbilanz-Saldo durch solche 
„Geldverschiebungen‘“ nicht verändert wird, 
‚Das Reagieren der Wechselkurse auf die Zinsdifferenzen ist außerordentlich 
präzis. In den oben erwähnten Untersuchungen?) wurden die täglichen Differen- 
zen zwischen dem Berliner Privatdiskont und dem Londoner bzw. Pariser Privat- 
jiskont als Linien gezeichnet, z. B. London über bzw. unter Berliner 
Privatdiskont 
am 8. 9. 10. 11. 12. Februar 
Zinsdifferenz A 1, A 31 SP — 1, —8/. Prozent, 
1) Man kann aber nicht ohne weiteres den Durchschnitt aller deutschen Wechsel- 
kurse als maßgeblich für den Stand der deutschen Zahlungsbilanz ansehen, da für jedes 
Land ein solcher Stern mit eigener Zahlungsbilanz-Gesetzlichkeit zu denken ist; ınsofern 
Mußte der seinerzeit von Schär (Zahlungsbilanz und Diskont, Berlin 1908) unternommene 
Versuch, die deutsche Zahlungsbilanz aus den Wechselkursen zu berechnen und für speku- 
lative Zwecke zu verwenden, scheitern, zumal über dem Globus.ein weiteres Dreiecksnetz zu 
denken ist, das aus den Diskontdifferenzen der Devisenplätze untereinander besteht, Siehe 
darüber den nächsten Abschnitt. 
?) Schmalenbach, Der Kurs des Pfund-Sterling, Zeitschrift f. Handelswissenschaftl. 
Forschung Bd. I, S. 243 ff... Mahlberg, Der Kurs des Frankenwechsels a. a. O0. S. 401 ff.
	        

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Reparations-Sabotage Durch Die Weltwirtschaft. Gloeckner, 1928.
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