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Methodische Einführung in die allgemeine Wirtschaftsgeographie

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Bibliographic data

fullscreen: Methodische Einführung in die allgemeine Wirtschaftsgeographie

Monograph

Identifikator:
1028805233
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-44741
Document type:
Monograph
Author:
Dove, Karl http://d-nb.info/gnd/116190957
Title:
Methodische Einführung in die allgemeine Wirtschaftsgeographie
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1914
Scope:
1 Online-Ressource (51 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
II. Abschnitt
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Methodische Einführung in die allgemeine Wirtschaftsgeographie
  • Title page
  • Contents
  • I. Abschnitt
  • II. Abschnitt
  • III. Abschnitt. Geographie des Verkehrs

Full text

20 
II. Abschnitt. 
ist es auch hier, diejenigen von ihnen von den übrigen zu trennen, 
die wesentlich durch den Raum und seine Eigenart bedingt werden. 
Grundbedingung eines jeden Handels ist auf der einen Seite der 
Bedarf, auf der anderen der Ueberschuß an irgendwelchen Gütern 
oder das, was man als Nachfrage und Angebot bezeichnet. Auch 
dem Nichtfachmanne ist ohne weiteres klar, daß diese beiden Ur 
sachen der Güterbewegung von tausenderlei Dingen abhängen, die 
mit dem Raume an und für sich gar nichts oder nur sehr wenig 
zu tun haben. Bei der Nachfrage spielen Gewohnheit und Lebens 
haltung, bei dem Angebot durchaus nicht etwa nur Ueberfluß an der 
von anderer Seite begehrten Ware, sondern auch Gleichgültigkeit 
gegen ihren Gebrauch und andere Ursachen eine nicht unwesentliche 
Rolle. 
Beispiel: Für die Mannigfaltigkeit der Ursachen des Angebots bietet das 
Studium halb- oder gar nicht kultivierter Völker eine Fülle von Beispielen. Ein 
besonders bezeichnendes lieferten während meines Aufenthalts in Deutsch-Südwest 
afrika die Bastards von ßehoboth. Obwohl dies halbblütige Bauernvolk durchaus 
keinen Ueberfluß an Hausgeflügel besaß, verkauften seine Angehörigen dennoch 
Hühnereier zu mäßigen Preisen an die Europäer in Windhuk, weil sie selbst merk 
würdigerweise damals den Genuß von solchen nur in Ausnahmefällen kannten. Hier 
war also zeitweise ziemlich lebhafter Handel mit einem landwirtschaftlichen Produkt 
im Gange, bei dem von einem wirtschaftsgeographischen Verhältnis gar keine Rede 
sein konnte. 
Dies Beispiel zeigt aber auch, daß die wirtschaftliche und die 
wirtschaftsgeographische Spannung zwei verschiedene Dinge sind. 
Das wirtschaftliche Spannungsverhältnis einer Ware, das ebensogut 
wie das wirtschaftsgeographische zu einem Ausgleich durch den 
Handel drängt, kann in den oben berührten, vom Raume unabhängigen 
Ursachen begründet sein. Wenn beispielshalber von chinesischen 
Kaufleuten noch heute wertvolle Teesorten an das Ausland abgegeben 
werden, so heißt das noch keineswegs, daß in China Ueberfluß an 
dem aromatischen Genußmittel vorhanden ist, so wenig wie man von 
einem Ueberfluß an besonders kostbaren Weinsorten in einzelnen 
Weingegenden Westdeutschlands sprechen kann, wenn man vernimmt, 
daß diese nur zum kleinsten Teile im Erzeugungsgebiet zurück 
gehalten werden. Hier ist eben die Nachfrage in diesem aus rein 
ökonomischen Gründen geringer als außerhalb, obwohl man von 
einer geographischen Spannung kaum reden kann. Oder wenn Groß 
britannien mit seinem Reichtum an Schafen aus Gegenden Mittel 
europas Masthammel einführt, die es lediglich der Qualität wegen 
hoch bezahlt, ist sogar geradezu das Gegenteil einer solchen nach 
weisbar. 
Unter geographischer Spannung sollte daher der Wirt 
schaftsgeograph nichts anderes verstehen als den zahlenmäßig fest 
zulegenden Gegensatz zwischen der Menge einer auf den Kopf ver- 
rechneten Ware in verschiedenen Ländern oder Landschaften. Unter 
im übrigen gleichen Lebensverhältnissen, also bei gleicher Güte der 
Ware, bei gleichem Kulturstande und gleichem Stande der Lebens 
haltung bekommen wir dann wirklich einen Begriff von der wirtschafts 
geographischen Bedeutung des betreffenden Gegenstandes. So kann 
man z. B. recht gut Länder wie Großbritannien mit der nordamerika 
nischen Union, Deutschland mit der Schweiz oder Dänemark ver 
gleichen usf., um auch zu geographisch wichtigen wirtschaftlichen 
Schlüssen zu gelangen.
	        

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Wert Und Kapitalprofit. Fischer, 1926.
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