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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel II. Adam Smith. 
79 
geld schon überall verbreitet war, um durch einen Stempel Schrot und 
Korn eines jeden Stückes zu gewährleisten. 
Eine andere Grundtatsache ist das Wachstum des Kapitals 1 ). 
Für A. Smith gibt es nach der Arbeitsteilung und nach der Erfindung 
des Geldes keine wichtigere volkswirtschaftliche Tatsache, keine größere 
Quelle der Bereicherung für das Volk als diese. Je größer sein Kapital 
ist, um so mehr produktive Arbeiter können unterhalten werden, um so 
größer kann die Herstellung von Instrumenten und Maschinen sein, die 
die Produktivität der Arbeiter vermehren, um so mehr kann sich die 
nationale Arbeitsteilung entwickeln. Sein Kapital vermehren, heißt daher, 
seine Industrie und seinen Wohlstand ausdehnen 2 ). Das Wachstum des 
Kapitals ist nicht nur das hauptsächlichste Mittel, sondern an ver- 
*) Lange Zeit hindurch haben sich die Ökonomisten mit Adam Smith s Theorie 
v, )m Kapital begnügt. Wie viele andere Teile seines Werkes ist auch dieser als klassisch 
anerkannt worden, und die Schriften über volkswirtschaftliche Fragen haben sich 
°H auf seine Wiederholung beschränkt. Dieser Erfolg erscheint uns heute ganz un 
gerechtfertigt. „Man kann nicht leugnen“, sagt ein neuzeitlicher englischer 
Nationalökonom, Cannan, „daß A. Smith die Frage des Kapitals durchaus unbefriedigend 
beantwortet hat“ (A History of the theories of production and distri- 
ontion, 1894 S 89) Wenn diese Beurteilung einer Rechtfertigung bedürfte, würde 
, | er Hinweis auf die vielen, auch jetzt noch nicht abgeschlossenen Besprechungen, 
'| lc seit 50 Jahren sich mit der Theorie des Kapitals beschäftigen, genügen. Einige 
bw bedeutendsten Werke der letzten Jahre, wie die Positive Theorie des Kapitales 
Böhm-Bawerk sind ihr gewidmet. In England, Amerika, Italien haben die be- 
Kanntest«! Nationalökonomen, wie Cannan, Fisher, Pareto dazu beigetragen, die 
a lten Begriffe in dieser Frage ganz umzuändern, und das Anwachsen dieser Unter- 
s uchungen zeigt klar genug, daß Smith diese Frage noch lange nicht erschöpft hatte. 
Aus diesem Grund glauben wir es unterlassen zu sollen, seine Gedanken hierüber aus 
länder zu setzen. Wenn man das zweite Buch seines Völkerreichtums, das aus 
schließlich diesen Gegenstand behandelt, aufmerksam liest, so findet man: eine dem 
Praktischen Geschäftsleben entlehnte Unterscheidung zwischen dem fest angelegten 
Ua d dem umlaufenden Kapital, — eine sehr anfechtbare Identifikation des National 
vermögens mit der Summe der Einzelvermögen, — eine sehr ungenügende bcneiaung 
, er Begriffe Kapital und Einkommen, — die seitdem bis auf Stuart Mill zum Uber- 
muß wiederholte paradoxe Behauptung, daß „sparen, verbrauchen sei —; «ie, aies- 
|! 1:U banale, Behauptung, daß das Kapital durch Sparen wächst, und endlich den Satz, 
aß das Kapital die Industrie begrenzt. n , , , 
„ , b Völkerreichtum I, S. 202, B. II, Kap. III. „Das jährliche Produkt des 
Bodens und der Arbeit einer Nation kann in seinem Werte nicht anders vermehrt 
«den, als wenn entweder die Zahl ihrer produktiven Arbeiter oder die Produktiv- 
«afte der bis dahin beschäftigten Arbeiter zunehmen. Die Zahl der pro uktiven 
Ar beiter kann, wie von selbst einleuchtet, nur dann ansehnlich zunehmen, wenn eine 
Kapitalzunahme zustande kommt, d. h. wenn die zu ihrem Unterhalt bestimmten 
°ftds wachsen. Die Produktivkräfte der nämlichen Zahl von Arbeitern können nur 
a ftn zunehmen, wenn entweder die zur Erleichterung und Abkürzung der Arbeit 
teilenden Maschinen und Werkzeuge vermehrt und verbessert werden, oder wenn 
Cllle geeignetere Teilung der Arbeit zustande kommt. In beiden Fällen ist fast immer 
ö eues Kapital erforderlich“.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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