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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

82 
Erstes Buch. Die Begründer. 
sein 1 ). Wenn aber jeder auf gut Glück produziert, wie kann man dann 
vermeiden, daß in jedem Augenblick die Produktion entweder größer oder 
kleiner als die effektive Nachfrage sei? 
Um dies zu verstehen, muß man sich die Preistheorie A. Smith’» 
ins Gedächtnis rufen. 
Im vorhergehenden Kapitel haben wir gesehen, daß schon 1776 
Condillac eine Theorie des Wertes aufgestellt hatte, die der der Physio- 
kraten bedeutend überlegen war. Im selben Jahre (1776) erschien aber 
gerade das Werk Smith’s. Er hat wahrscheinlich niemals Kenntnis von 
den Ideen Condillac’s gehabt und konnte sie daher nicht diskutieren. 
Auf der anderen Seite aber stellte der durchschlagende Erfolg des „Wealth 
of Nations“ das Werk des französischen Philosophen für lange Zeit in 
den Schatten. Während langer Zeit sollte daher die Theorie A. Smith’s 
triumphieren. Obgleich sie der Condillac’s gegenüber minderwertig ist, 
hat sie in der Folgezeit den Untersuchungen der Nationalökonomen, 
besonders denen der englischen Ökonomisten, deren Einfluß während der 
ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts vorherrschend war, zugrunde gelegen. 
Erst nach der Veröffentlichung der Werke von Walras, Jevons und 
MENGERist sie verworfen worden; sie besitzt daher ein wirkliches geschicht 
liches Interesse, das um so größer ist, weil sie das eigentümliche Schicksal 
hatte, zur gleichen Zeit den Lehren der Sozialisten und denen der liberalen 
Nationalökonomen als Stützpunkt zu dienen. Es ist das Los von 
Schriftstellern wie A. Smith, die sich mehr durch Reichtum als durch 
logische Zusammenfassung der Ideen auszeichnen, in dieser Weise die 
Meinungen in verschiedene und sogar entgegengesetzte Geleise zu lenken- 
Die Theorie des Wertes ist übrigens nicht die einzige, die bei ihm diese 
Unbestimmtheit aufweist. Wir begnügen uns hier, ohne zu genau auf 
Einzelheiten einzugehen, die Hauptpunkte der Theorie zu erwähnen, und 
zwar die, welche zu gleicher Zeit ein Verständnis ihrer wissenschaftlichen 
Mängel und ihres doppelten Einflusses auf die folgenden Lehren gestatten. 
Smith beginnt damit, zwei Begriffe als unvereinbar hinzustellen: die 
des „Gebrauchswertes“ und die des „Tauschwertes“ 2 ). Unter Gebrauchs- 
1) Smith nimmt in diesem Falle an, daß entweder der Verbraucher, oder der 
Produzent bedrückt wird. Wenn irgendwo der Gewinn den normalen Zinsfuß über 
steigt, so ist das, sagt er: „ein Zeichen, daß etwas entweder wohlfeiler gekauft oder 
teurer verkauft wird, als es gekauft oder verkauft werden sollte, und daß die eine oder 
die andere Klasse von Bürgern mehr oder weniger gedrückt wird, indem sie entweder 
mehr bezahlt oder weniger gewinnt, als sich mit der Gleichheit, die unter all® 11 
Klassen stattfinden sollte, verträgt“ (II, S. 124, B. IV, Kap. VII, Teil 3). ® 0 
erscheint A. Smith die Gleichheit des Preises mit den Produktionskosten nicht n u 
als eine Tatsache, sondern auch in Übereinstimmung mit der Gerechtigkeit. Man kann 
sagen, daß in seinen Augen diese Gleichheit den „gerechten Preis“ darstellt. t 
2 ) Völkerreichtum I, S. 16, B. I, Kap. IV. Die Stelle ist berühmt: „Das 
Wert hat — was wohl zu beachten ist — zweierlei verschiedene Bedeutung und drücn
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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