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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

92 
Erstes Buch. Die Begründer. 
Aus diesem Grunde sind die Banknoten — deren Verwendung die des 
Bargeldes im gleichen Maßstabe vermindert — eine so wertvolle Erfindung, 
denn sie setzen eine gewisse Menge Gold und Silber frei, die ausgeführt 
werden kann, und gestatten so die Erwerbung von Arbeitsinstrumenten, 
die ihrerseits wieder ein Anwachsen des wirklichen Nettoeinkommens 
eines Landes ermöglichen. Der Vergleich, durch den Smith diesen Vorteil 
erklärt, ist berühmt. „Das Gold- und Silbergeld, welches in einem Lande 
umläuft, kann sehr wohl mit einer Landstraße verglichen werden, die, 
während sie alles Korn und alle Eutterkräuter des Landes im Umlauf 
und auf den Markt bringt, selbst doch gar keinen solchen Stoff produziert. 
Indem nun kluge Bankoperationen eine Art von Fuhrweg durch die Luft 
schaffen, wenn ich eine so kühne Metapher gebrauchen darf, setzen"sie 
das Land in den Stand, gleichsam einen großen Teil seiner Landstraßen 
in gute Weide- und Kornfelder zu verwandeln und dadurch das jährliche 
Produkt des Bodens und der Arbeit beträchtlich zu vermehren“ * 1 ). 
Hieraus ergibt sich, daß jede Politik, die sich (wie es der Merkan 
tilismus tat) vornimmt, mittelbar oder unmittelbar die Geldmenge eines 
Landes zu vergrößern, verkehrt ist, da das Geld nicht nur nicht unent 
behrlich, sondern im Gegenteil lästig ist. 
Und zwar ist diese Politik nicht nur verkehrt, sondern auch nutzlos. 
Denn: haben wir nicht gesehen, daß das Geld eine Ware vorstellt, die 
bestimmt ist, den Umlauf zu erleichtern, und für die natürlich für diesen 
Zweck eine bestimmte Nachfrage vorhanden ist ? Das Angebot einer Ware 
paßt sich nun von selbst ihrer Nachfrage an. Niemand gibt sich damit 
ab, die Versorgung eines Volkes mit Wein oder Tonwaren sicherzustellen 2 ). 
Warum sollte man sich um das Geld mehr Sorgen machen? Wenn die 
Menge der Güter abnimmt, so verlangsamt sich der Güteraustausch, und 
ein Teil des Geldes wird überflüssig. Aber „das Interesse jedes Geld 
besitzers fordert, daß er es anlege 3 )“. Daher wird es ausgeführt, um im 
Auslande Verbrauchsgegenstände oder Arbeitsinstrumente zu erwerben. 
Umgekehrt zieht der wachsende Wohlstand eines Landes mit Notwendig' 
keit die Edelmetalle an, weil der sich vergrößernde Güterau. tausch großem 
Barmittel verlangt. Dieser Export und Import von Bargeld geschieht 
auf Grund des Steigens und Fallens des Geldwertes, wie Hume schon 
nachgewiesen hatte 4 ). 
Irving Fisher: The Nature of Capital and Income, New York 1907, klar 
herausgearbeitet. Das Einkommen wird hier vollständig des materiellen Charakters, 
den es bei Smith noch hat, entkleidet, um einfach als ein beständiger Strom von 
Diensten zu erscheinen, während die Gesamtheit des Kapitals mit der im Augen 
blick der Dauer bestehenden Gesamtmenge der Güter, aus der diese Dienste fließen, 
verschmilzt. 
1 ) Völkerreichtum I, S. 188, B. II, Kap. II. 
2 ) Völkerreichtum II, S. 4 und 6, B. IV, Kap. I. 
3 ) Völkerreichtum I, S. 200, B. II, Kap. III. 
4 ) de Darlegung der „quantitativen Theorie“ des Geldes, wie sie Hume in seinen
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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