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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

98 
Erstes Buch. Die Begründer. 
der Bevölkerung, sind alles ebenfalls ursprüngliche Erscheinungen, die- 
das gute Funktionieren der wirtschaftlichen Gesellschaft sicherstellen. 
So ergibt sich für den Leser aus der Darstellung Smith’s selbst der immer 
wiederkehrende Eindruck, als ob die selbstentstandenen Einrichtungen 
zur gleichen Zeit die besten wären. 
Außer dieser allgemeinen Beweisführung, die sich in gewisser Weise 
über das ganze Werk erstreckt, hat Smith in einem besonderen Punkte 
die Übereinstimmung des Privat- mit dem Allgemeinnutzen direkt be 
weisen wollen, nämlich mit Hinsicht auf die Anlage von Kapitalien. Nach 
seiner Ansicht suchen und finden die Kapitalien von selbst die dem Ge 
sellschaftsinteresse günstigsten Anlagen. Seine Beweisführung scheint 
sich nur auf einen bestimmten Fall zu erstrecken. Sie hat aber in Wirk 
lichkeit eine viel allgemeinere Bedeutung. Die überwiegende Rolle, die 
Smith dem Kapital zuspricht, ist bekannt: von der Ausdehnung de& 
Kapitals hängt die Arbeitsteilung ab und folglich auch die Fülle der Pro 
duktion; das Kapital lenkt die Arbeit und setzt der Bevölkerung ihre 
Grenzen. Wenn man daher beweisen kann, daß die Anlage der Kapitalien 
in völliger Übereinstimmung mit dem allgemeinen Interesse geschieht, 
so wird hierdurch auch bewiesen, daß die ganze Produktion in der Weise 
organisiert ist, die den nationalen Wohlstand am meisten begünstigt. 
Wie geht Smith nun hier zu Werke? 
Er unterscheidet vier Hauptanlageformen, die für die Kapitalien 
in Betracht kommen: Landwirtschaft, Industrie, Groß- und Kleinhandel. 
Er unterscheidet weiter im Großhandel drei Unterabteilungen: den 
Innenhandel, den Import-Außenhandel, der der Nation fremde 
Waren liefert, und den Transporthandel (carrying trade), der die 
Waren eines fremden Landes in ein anderes fremdes Land führt. Die 
Reihenfolge, in der wir diese verschiedenen Tätigkeitsformen aufzählen, 
ist der Rang selbst, den Smith ihnen nach ihrer mehr oder weniger großen 
Nützlichkeit für ein Land einräumt. Die Landwirtschaft ist die vorteil 
hafteste, dann kommt die Industrie, dann der Innenhandel und so fort. 
Diese Stufenleiter stellt Smith auf Grund zweier Kriteria auf. Erstens, 
die Menge der produktiven Arbeit, die das Kapital in Bewegung setzt; 
zweitens, die Menge der tauschbaren Werte, die jede dieser Tätigkeiten 
jährlich zum Nationaleinkommen beiträgt. In dem Maße, wie man von 
der Landwirtschaft zu den anderen Zweigen übergeht, wird die Menge 
der in Bewegung gesetzten produktiven Arbeit und der erhaltenen tausch- 
baren Werte stetig geringer, und damit ebenfalls ihr Nutzen für das Land. 
Es liegt daher im Interesse eines Volkes, seine Kapitalien in diesen ver 
schiedenen Formen, und zwar in derselben Reihenfolge, wie Smith sie 
anführt, angelegt zu sehen. Die Landwirtschaft ist vorzuziehen, «nd 
dann erst kommen die anderen Formen in Betracht, je nachdem die 
wachsende Ansammlung von Kapitalien es gestattet.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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