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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

Kapitel II. Adam Smith. 
115 
Wenige Werke haben einen so vollständigen, so allgemeinen Erfolg 
verzeichnen können. Trotzdem verbreiteten sich nach der Ansicht der 
Bewunderer Smith’s seine Ideen noch nicht schnell genug. Sie machten 
hierfür die Fehler der Einteilung des Buches verantwortlich, über die 
man sich seit dem Erscheinen des Völkerreichtums beklagt hatte. 
Wenn auch die Einheitlichkeit des inneren Aufbaus gut durchgeführt 
ist, so scheint sich Smith doch nicht darum gekümmert zu haben, ihr 
auch äußerlich eine systematische Form zu geben. Um diese Einheit 
zu finden, muß man eine wirkliche Anstrengung machen. Vielleicht hat 
Smith ein gewisses Gefallen daran gehabt, das Buch wie eine ungezwungene 
Rede abzufassen, und man meint manchmal, ein einfaches Gespräch 
mit anzuhören. Die allgemeinen Formeln, in denen er seine Gedanken 
zusammenfaßt, erscheinen oft in der Mitte oder am Ende eines Kapitels, 
•als ob sie ihm ganz plötzlich erst im Augenblick gekommen wären, als 
der soeben auftauchende kurze Ausdruck für alles, was vorhergeht. Auf 
der anderen Seite ist die Untersuchung gewisser Fragen, wie z. B. die 
des Geldes, über das ganze Buch verstreut: sie wird an mehr als zehn 
Stellen behandelt. Hume drückte Smith schon am 1. April 1776 seine 
Zweifel an der Volkstümlichkeit des Buches aus, „weil seine Lektüre 
Notwendig gespannteste Aufmerksamkeit verlangt“. Sartorius schob 
1794 den langsamen Erfolg der Ideen Smith’s in Deutschland der Schwierig 
keit dieser Lektüre zu. Germain Garnier schickte seiner französischen 
Übersetzung einen methodischen Plan voraus, um seinen Lesern das 
Studium des Buches zu erleichtern. Jedermann gab zu, daß das Werk 
a ußerordentlich bedeutend, aber schlecht angeordnet, schwer zu ver 
stehen und stellenweise verworren und ungenau sei. Say, der das Buch 
»>ein riesiges Chaos von richtigen Ideen, in wirrer Mischung mit positiven 
Kenntnissen“ 1 ) nannte, drückte damit die Meinung aller Leser des 
selben aus. 
Um völlig durchzudringen, bedurfte Smith — wenigstens auf dem 
Kontinent — eines Dolmetschers, dem es gelingen sollte, die Ideen Smith’s 
’’j n eine methodisch festumrissene Lehre zu fassen“ 2 ) und von unnötigen 
Abschweifungen freizuhalten. Diese Aufgabe übernahm J.-B. Say. Unter 
anderen Verdiensten* (denn es ist nicht sein einziges), ist ihm das der 
[L Rae, S. 360). Am Anfang des XIX. Jahrhunderts wurde sein Einfluß tatsächlich 
Überwiegend. Alle preußischen Staatsmänner, die mit Stein die einschneidenden Re- 
prmen, aus denen das moderne Preußen entstehen sollte, vorbereiteten und verwirk- 
«chten, waren von dem Gedanken Adam Smith’s erfüllt, und der preußische Zolltarif 
on 1821 war der erste europäische Tarif, in dem sie mit voller Absicht angewendet 
wurden (vgl. Roscher, Geschichte der Nationalökonomik in Deutschland). 
^ orre 4e zum Traitö d ! 6conomie politique, 1. Ausg., S. VI (dieser Satz 
t m der 6. Ausg. gestrichen). 
2 ) J.-B. Say, Traitö, 1. Ausg., Vorrede, S. XXXIII. 
8*
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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