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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

128 Erstes Buch. Die Begründer. 
volle Aussehen einer „seientia sinistra“ gab, einer „dismal science“, wie 
Carlyle später sagte. 
Aus diesem Grunde nennen wir sie Pessimisten, ohne mit diesem 
Beiwort einen Tadel ausdrücken zu wollen, da wir im Gegenteil zu zeigen 
versuchen werden, daß ihre Theorien der Wahrheit näher kommen, als 
die der Optimisten, von denen wir weiterhin sprechen werden: — Pessi 
misten, weil sie uns zahllose Gründe aufdecken, um nicht mehr an die 
Übereinstimmung der individuellen Interessen mit denen der Allgemein 
heit zu glauben, trotzdem sie selbst, genau wie ihre Vorgänger, fortfahren, 
das Vorhandensein dieser Übereinstimmung zu behaupten - —- Pessimisten, 
weil sie uns überall verwirrende Gegensätze zwischen den Grundbesitzern 
und den Kapitalisten, zwischen den Kapitalisten und den Arbeitern 
zeigen; — Pessimisten, weil sie unter den Gesetzen der Natur, und sogar 
der Vorsehung, die die Ordnung auf Grund der einzigen Bedingung 
verwirklichen sollten, daß die Menschen sie verstehen und ihnen gehorchen 
lernen, andere zu entdecken wähnen, die, wie das Gesetz der Bodenrente, 
einer kleinen Zahl müßiger Grundeigentümer ein Einkommen sichern, 
das die Tendenz hat, im direkten Verhältnis zu der Not der Bevölkerung 
zu wachsen; oder wie das Gesetz des sinkenden Bodenertrages, 
nach dem der Erzeugung der unentbehrlichen Lebensmittel verhängnis 
volle Grenzen gezogen sind, Grenzen, deren Druck sich schon jetzt sehr 
fühlbar macht, und die den Menschen keine andere Aussicht lassen, um 
ihr Los zu verbessern, als freiwillig ihre Anzahl zu beschränken; oder end 
lich Gesetze wie das des konstant sinkenden Profites, das den Fleiß 
des Menschen früher oder später im Sumpf des „stationären Zustandes“" 
endigen lassen muß. 
Pessimisten auch deshalb, weil sie nicht an die Möglichkeit glaubten, 
den Lauf dieser unabänderlichen Gesetze wandeln zu können, denen 
nach ihrer Ansicht gesetzgeberische Reformen ebenso wie die organi 
sierte Betätigung eines zielbewußten Willens ohnmächtig gegenüber- 
stehen. Ihr Vertrauen auf das, was wir Fortschritt nennen, war alles in 
allem äußerst gering. 
Man darf aber nicht annehmen, daß sie sich selbst als Pessimisten 
betrachtet, oder daß ihre Zeitgenossen sie dafür gehalten hätten/ 
ist das eine Bezeichnung a posteriori, die sie stark in Erstaunen gesetzt 
haben würde. Sie entwickeln im Gegenteil ihre Theorien mit einer Seelen 
heiterkeit, die befremdet. Keinen Augenblick kommt ihnen der Gedanke, 
daß man darin eine Anklage gegen die bestehende Ordnung der Ding® 
oder gegen die Weisheit des „großen Schöpfers der Natur“ sehen könnte- 
Sie glauben, das Grundeigentum auf eine unerschütterliche Basis gesteh 
zu haben, wenn sie nachweisen, daß die Bodenrente nichts mit dein Eig eI *' 
tum zu tun habe. Sie zweifeln nicht daran, den Geist der Revolte ent-
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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