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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

134 
Erstes Buch. Die Begründer. 
reihe, die nur 9 Perioden oder die verhältnismäßig kurze Zeit von 200 Jahren 
umfaßt, ist die Zahl für die Bevölkerung schon 28mal größer als die Zahl 
für die Lebensmittel: bei dem 31. Gliede wäre die Milliarde überschritten, 
und wenn man die Reihe bis auf das 100. Glied fortsetzte, würde ein 
numerischer Ausdruck nicht mehr möglich sein. 
Die erste dieser Reihen kann als richtig anerkannt werden, soweit 
sie das biologische Fortpflanzungsgesetz vorstellt. Allerdings setzt die 
Verdoppelung vier zum zeugungsfähigen Alter gelangende Kinder voraus 
und folglich etwa 5 bis 6 Geburten, um den infolge der unvermeidlichen 
Kindersterblichkeit eintretenden Ausfall gut zu machen 1 ). Diese Ziffer 
mag uns hoch erscheinen, die wir in Gemeinwesen leben, wo die Beschrän 
kung der Geburten üblich ist. Jedoch beweisen die Tatsachen, daß bei 
allen lebenden Wesen, sogar beim Menschen, der am wenigsten fruchtbar 
ist, die Zahl der Geburten im natürlichen Lauf der Dinge beträchtlich 
höher sein würde. Die Zahl der sich folgenden Schwangerschaften des im 
Alter der Reproduktionsfähigkeit stehenden Weibes kann etwa zwanzig 
erreichen und hat sie in gewissen Fällen tatsächlich überstiegen. Dank dieser 
Vermehrung hat sich die Erde bis heute bevölkert, und nichts weist darauf 
hin, daß diese Reproduktionsfähigkeit heute bei beiden Geschlechtern 
geringer sei als früher. Wenn Malthus daher nur die Zahl 2 als Rate 
seiner Vermehrungsreihe annimmt, hat er nichts übertriebenes behauptet. 
Eher kann noch die 25 jährige Dauer der Zwischenzeit zwischen 
je zwei Zahlen zur Kritik Anlaß geben 2 ). Der Zeitraum zwischen dem 
Durchschnittsalter der Eltern und dom durchschnittlichen Alter, in dem 
die Kinder dieses Paares ihrerseits Kinder erzeugen, kann kaum geringer 
9 In der Tat sah Malthus, um seine Multiplikation mit zwei zu rechtfertigen, 
eine Familie mit sechs Kindern als das Normale an. Wenn man voraussetzt, daß von 
sechs durchschnittlich zwei vor der Heirat sterben oder unverehelicht bleiben, bleiben 
vier, die ihrerseits Kinder zeugen werden, und derartig gewinnen wir die Reihe 2, 4,8 usw. 
Bei nur zwei Kindern auf das Paar würde die Bevölkerung natürlich zurückgehen, 
da nicht alle Kinder das zeugungsfähige Alter erreichen, und auch von denen, die es 
erreichen, nicht alle Kinder erzeugen. Die Erfahrung zeigt, daß bei weniger als drei 
Kindern auf das Paar die Bevölkerung nicht steigt oder sich nur ganz unbedeutend 
vermehrt. Das ist der Fall in Frankreich, wo auf jede Ehe im Durchschnitt 2,70 Ge 
burten fallen. 
2 ) Malthus hat jedoch nicht ganz willkürliche Zahlen eingesetzt. Was die 
25jährige Verdoppelungsperiode anlangt, stützte er sich auf die Bevölkerungsbewegung 
in den Vereinigten Staaten. Es ist merkwürdig, daß man im Laufe des XIX. Jahr 
hunderts in den Vereinigten Staaten eine Bevölkerungsbewegung feststellen kann, 
die ziemlich genau mit dem, was Malthus voraussah, übereinstimmt. 1800 betrug die 
Bevölkerung 5 Millionen. Wenn man sie viermal verdoppelt (4 Perioden von jo 25 Jahren 
= 100 Jahre), hat man für 1900 die Zahl von 80 Millionen. Diese Ziffer wurde 1905 
erreicht, also mit einer Verspätung von nur 5 Jahren gegenüber der Voraussage. Aller 
dings muß dabei hervorgehoben werden, daß es sich um einen reinen Zufall handelt, 
da der Zuwachs auf der Einwanderung, nicht auf der Natalität beruht.
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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