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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

150 
Erstes Buch. Die Begründer. 
und gegen ihn richten sich alle Angriffe. Handelt es sich um die Me 
thode, so stürzt sich die realistische und die historische Schule auf ihn, 
der die Wissenschaft in die Sackgassen der Abstraktionen geführt hat! 
Handelt es sich um die Rechtfertigung des Grundbesitzes, so wird zuerst 
seine Kententheorie angegriffen; der ganze Marxismus und folglich der 
ganze heutige Sozialismus baut sich unmittelbar auf seiner Werttheorie 
auf. Wenn diese Nachkommenschaft ihm auch sicherlich wenig Zusagen 
dürfte, so kann er sie doch nicht verleugnen. In den Streitfragen über 
die Rolle der Notenbanken und über den internationalen Handel findet 
man ihn, und zwar stets an erster Stelle, wieder. 
Er verdankt es daher ebensosehr seinen Fehlern, wie seinen Ver 
diensten, das geistige Leben so nachhaltig in Erregung gesetzt zu haben. 
Von den meisten seiner Lehren, wenigstens von den für ihn bezeichnendsten, 
ist nicht mehr viel übrig geblieben, wenn man davon absieht, daß er stark 
zur Kritik und zu Gegenbehauptungen herausforderte, was aber vielleicht 
nicht weniger von Bedeutung ist. Übrigens war dieser Citybankier nur 
ein recht mittelmäßiger Schriftsteller. In seinen Werken findet sich 
keine jener prachtvollen Seiten, wie sie Adam Smith oder später Stuart 
Mild verfaßt haben, ja nicht einmal Formeln von jener treffenden Schärfe, 
die nie vergehen können. Sein Hauptwerk ist völlig planlos: wie zufällig 
stehen die Kapitel nebeneinander. Seine : hypothetische Methode mit 
ihrem ewig wiederholten: „Angenommen, daß . . .“, sozusagen seine 
Fabrikmarke, wirkt sehr ermüdend. Jedoch hat diese abstrakte Methode 
der Wissenschaft einen langdauernden Anstoß gegeben, und sie lebt 
heute in der mathematischen Schule wieder auf. Er war ein gewaltiger, 
wenn auch dunkler Geist, der, wie er selbst gesteht, sich nicht immer 
selbst verstand. Eine dunkle Ausdrucksweise tut aber dem Ruhme keinen 
Abbruch; sie hat dem Ansehen Ricardo’s wie später dem von Marx, 
der sich übrigens an ihm gebildet hat, viel genützt. Wenn es sich um einen 
großen Mann handelt, gibt man nicht gern zu, daß er schwer verständlich 
sei, vielleicht aus Furcht, dann selbst für nicht mit rechtem Verstände 
begabt zu erscheinen. Man bemüht sich vielmehr, in den dunkelsten 
Stellen einen tiefen Sinn zu finden. Allerdings • ist man hierin, soweit 
Ricardo in Betracht kommt, nicht immer erfolgreich gewesen. 
Es ist nicht daran zu denken, an dieser Stelle sein so monumentales 
Werk erschöpfend darzustellen, und wir begnügen uns daher damit, seine 
Hauptzüge hervorzuheben 1 ). 
r ) David Ricardo entstammte einer ursprünglich holländischen, jüdischen Familie- 
Er wurde im Jahre 1772 in London geboren, wo sein Vater als Warenmakler lebte. 
Frühzeitig wurde er von ihm in die Geschäfte, in die Geheimnisse der Wechselstuben 
eingeführt. Anläßlich seiner Heirat schwor er seine Religion ab und brach mit seiner 
Familie. Er gründete ein eigenes Geschäft als Börsenmakler und sammelte rasch ein
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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