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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Erstes Buch. Die Begründer
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

182 
Erstes Buch. Die Begründer. 
Metallgeld zurückzugreifen, daß er gerade im Gegenteil das Metallgeld 
ab sch affen will, um an seine Stelle Papiergeld zu setzen, allerdings 
unter der Bedingung, daß es nicht in übergroßer Menge ausgegeben werden 
darf. Und es ist noch nicht ausgemacht, ob nicht der große Krieg dazu 
führt, Ricardo’s Ideal zu verwirklichen, indem er die Herrschaft des 
Papiergeldes inauguriert. 
Ricardo ist so stark von der Überlegenheit des Papiergeldes über 
zeugt, daß er nicht wünscht, die Bank möge die Barzahlungen wieder 
aufnehmen, denn dann würde das Publikum ohne Zweifel Rückzahlung 
seiner Noten verlangen: „so daß man, um einer grundlosen Laune ent 
gegenzukommen, ein billiges Hilfsmittel gegen ein sehr teueres eintauschen 
würde“ (S. 585). 
Wenn die Banknoten aber nicht in gemünztem Gelde rückzahlbar 
sind, wie soll dann der Wert der Banknote garantiert, ihre Emission 
geregelt und ihre Wertverminderung verhindert werden ? Das würde durch 
ein Ansammeln von nicht gemünztem Gold in Barren geschehen. Die 
Bank dürfte nicht mehr Noten ausgeben, als der Wert der Barren beträgt. 
Diese Vorschrift würde genügen, den Wert der Banknote auf Pari zu halten, 
denn die Wechsler und die Bankiers würden sich beeilen, ihre Banknoten 
gegen Barrengold einzutauschen, sobald die Banknoten an Wert verlieren“, 
— und trotzdem würde das Publikum nicht imstande sein, sich des Edel 
metalls zu bedienen, denn was könnte es für den gewöhnlichen Bedarf 
mit Barren Goldes anfangen? 
Dieses System ist nicht nur an und für sich merkwürdig. Man würde 
kaum erwartet haben, daß einer der Meister der liberalen Nationalökonomie 
I eine Art Zwangskurs in Permanenz erklärt, der nur auf Grund des Monopols 
einer Staatsbank funktionieren kann. Und doch ist das die Meinung 
Ricardo’s. Er erklärt sich als absoluter Gegner der freien Emissions 
tätigkeit und ihrer Fähigkeit, sich selbst zu regulieren: „Die Behauptung, 
daß die Emissionen nicht den Bedarf des Handels überschreiten, ist voll 
ständig wertlos, weil es nämlich unmöglich ist, die Summe festzusetzen, 
die für diese Bedürfnisse nötig ist. Der Handel ist in seinen Ansprüchen 
unersättlich“ (S. 505). Für einen liberalen Individualisten, wie es Ricardo 
war, zeigt das wenig Vertrauen in die Freiheit des Individuums und in 
seine Fähigkeit, die Art des Geldes, die ihm am besten paßt, zu beurteilen. 
Auf dem Boden Ricardo’s steht eine ganze Reihe von Schülern, 
recht eigentlich fast alle Volkswirtschaftler der ersten Hälfte des 19. Jahr 
hunderts. In England waren die berühmtesten, die sich direkt an ihn 
anschlossen: MacCulloch, Ricardo’s besonderer Freund (Grundlagen
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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