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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

204 
Zweites Buch. Die Gegner. 
1831 von 1046982 Landarbeitern getan, und man hofft, diese Zahl noch 
zu verringern. Nicht nur sind alle kleinen Pächter zu Tagelöhnern ge 
worden, sondern eine noch größere Zahl von Tagelöhnern sind gezwungen 
worden, die Landarbeit überhaupt aufzugeben. Die Industrie in den 
Städten hat das Prinzip der Vereinigung der Kräfte, der Vereinigung 
der Kapitalien, mit noch größerer Kraft als die Landwirtschaft ange 
nommen. — Die Fabrikanten, die mit einem Grundkapital von 1000 Pfund 
arbeiteten, sind in England zuerst verschwunden, bald darauf wurden 
die, die mit einem Kapital von 10000 Pfund (200000 Mk.) arbeiteten, 
als zu klein angesehen; sie wurden ruiniert, um ihren Platz größeren zu 
überlassen; heute werden schon die, die mit einem Kapital von 100000 Pfund 
arbeiten, unter die mittleren gerechnet, und der Augenblick ist vielleicht 
nicht fern, wo nur die imstande sein werden, die Konkurrenz auszuhalten, 
die mit einem Kapital von einer Million Pfund Sterling arbeiten . . . Die 
Großmühlen in der Gironde ruinieren die Müller, die Faßfabrikanten in 
der Loiregegend die Böttcher .. ., die Dampfschiff-, Diligenzen-, Omnibus- 
und Eisenbahnunternehmen, die sich auf riesige Kapitalien stützen, 
verdrängen die dürftigen Berufe der selbständigen Schiffer, Wagenhalter 
und Kärrner . . . Reiche Detailkaufleute haben ihre gewaltigen Läden 
in den großen Städten eröffnet und erbieten sich, mit Hilfe der schnellen 
Transportmittel, die jetzt erfunden sind, die Verbraucher bis zu den 
Grenzen jedes Reiches zu versorgen. Sie sind im Begriff, auf diese Weise 
alle Großkaufleute und alle Kleinhändler zu unterdrücken, alle kleinen 
Händler, alle kleinen Krämer, die die Provinz bevölkerten, und sie setzen 
an Stelle dieser selbständigen Leute Kommis, Lohnempfänger, Pro 
letarier“ 1 ). 
Betrachten wir nun die Folgen eines derartigen Zustandes der Dinge. 
In dem Gegensatz zwischen diesen beiden sozialen Klassen, in dem sich 
alle Unterschiede von früher aufzulösen streben, finden wir die Erklärung 
des Elendes der Arbeiter, wie auch die der wirtschu ftlichen Krisen. 
Woher kommt denn das Elend der Arbeiter, wenn nicht davon, 
daß sie in zu großer Anzahl für die Nachfrage nach Arbeit vorhanden 
sind und sich daher gezwungen sehen, jeden Lohn anzunehmen, nur 
um leben zu können, auch wenn er gegen ihr eigenes Interesse und das 
ihrer ganzen Klasse verstößt? 2 ) Wer hat nun den „Armen in die Not- 
0 Etudes sur l’Economie politique, Einleitung, S. 39ff. 
=) „Es ist eine Wahrheit, auf die die Volkswirtschaftler oft nachdrücklich hin 
gewiesen haben, daß nämlich jeder Einzelne seinen eigenen Vorteil viel besser wahr 
nehmen kann, als das irgendeiner Regierung möglich ist. Sie haben aber vorschnell 
behauptet, daß das Interesse eines jeden, ein größeres Übel zu vermeiden, mit dem 
allgemeinen Interesse übereinstimmen muß. Es liegt im Interesse dessen, der von 
der Beraubung seines Nächsten lebt, ihn zu bestehlen; es liegt im Interesse des Be 
raubten, das geschehen zu lassen, wenn der Andere die Macht besitzt, um nicht tot 
geschlagen zu werden; es liegt aber nicht im Interesse der Gesellschaft, daß der Eine
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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