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Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

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Bibliographic data

fullscreen: Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen

Monograph

Identifikator:
1029261784
URN:
urn:nbn:de:zbw-retromon-50039
Document type:
Monograph
Author:
Gide, Charles http://d-nb.info/gnd/117543985
Rist, Charles http://d-nb.info/gnd/172332966
Title:
Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
Edition:
Zweite Auflage / nach der dritten französischen Ausgabe herausgegeben von Franz Oppenheimer
Place of publication:
Jena
Publisher:
Verlag von Gustav Fischer
Year of publication:
1921
Scope:
1 Online-Ressource (XX, 804 Seiten)
Digitisation:
2018
Collection:
Economics Books
Usage license:
Get license information via the feedback formular.

Chapter

Document type:
Monograph
Structure type:
Chapter
Title:
Zweites Buch. Die Gegner
Collection:
Economics Books

Contents

Table of contents

  • Geschichte der volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen
  • Title page
  • Allgemeine Inhaltsangabe
  • Erstes Buch. Die Begründer
  • Zweites Buch. Die Gegner
  • Drittes Buch. Der Liberalismus
  • Viertes Buch. Die Abtrünnigen
  • Fünftes Buch. Die Lehren der neuesten Zeit
  • Analytische Inhaltsübersicht
  • Index

Full text

238 
Zweites Buch. Die Gegner. 
Gegenden, denen sie die notwendigen Hilfsmittel zuführt. Sie wählt 
die fähigsten Leute aus, um sie anzustellen und gemäß ihrer Arbeit zu 
entlohnen. So würde eine „soziale Einrichtung“ mit den Funktionen 
betraut sein, die heute von den Individuen so schlecht erfüllt werden 1 ). 
Man darf aber nicht zu sehr auf dieses Projekt eingehen und Einzel 
heiten verlangen, deren Darlegungen die Saint-Simonisten in die größte 
Verlegenheit bringen würden. 
Wer würde z. B. mit der dornigen Aufgabe betraut werden, die Fähig 
keiten zu beurteilen und die Arbeiten zu entlohnen? Die „Universal 
menschen“ (hommes generaux), antworten sie uns, besonders hoch be 
gabte Menschen, die „von den Fesseln der Spezialisierung befreit“, ganz 
instinktiv den natürlichen Drang in sich fühlen werden, nur das allgemeine 
Interesse zu berücksichtigen. 
An der Spitze steht, so schreiben sie an einer anderen Stelle, 
derjenige, der „das soziale Schicksal am meisten liebt“ 2 ). Das ist 
nun nicht gerade sehr vertrauenerweckend, denn manchmal haben selbst 
große Männer in recht bedauerlicher Weise ihre Privatinteressen mit dem 
öffentlichen Wohl verwechselt. 
Nehmen wir aber einmal die Überlegenheit der „Universalmenschen“ 
an. Aus welchem Grunde wird man ihnen gehorchen? Werden die Unter 
gebenen mit Gewalt dazu gezwungen, oder gehorchen sie freiwillig? Die 
Doktrine glaubt an die letztere Hypothese, denn ist die Beligion der 
Saint-Simonisten nicht da, um die Untergebenen mit beständiger Hin 
gabe ihren Vorgesetzten gegenüber zu erfüllen? um aus Liebe und Über- 
1) „Wir werden diese Einrichtung vorläufig durch das Wort Systeme general 
de banques (allgemeines Banksystem) bezeichnen, machen aber jeden Vorbehalt 
betreff der eng umschriebenen Auslegung, die man heute diesem Worte geben könnte. 
— Dieses System würde zunächst eine Zentralbank umfassen, die die Regierung 
vorstellt, und zwar in materieller Hinsicht; diese Bank würde die Verwalterin allen 
Reichtums, des ganzen Produktionsfonds und aller Arbeitsinstrumente sein, mit einem 
Wort alles dessen, was heute die Menge des individuellen Eigentums ausmacht. — 
Von dieser Zentralbank würden Banken zweiter Ordnung abhängen, die nur ihre Fort 
setzung sind, und durch die sie sich in steter Verbindung mit den Hauptplätzen halten 
würde, um die Bedürfnisse und die Produktivkraft derselben zu kennen. Diese Banken 
zweiter Ordnung würden wieder in dem Bezirk, der ihnen untersteht, mehr und mehr 
spezialisierten Banken vorstehen, die ein engeres Feld umfassen sollen wie immer 
schwächere Wurzeln am Baum der Industrie. Bei den oberen Banken würden alle 
Bedürfnisse zusammenlaufen; von ihnen würden alle Kräfte ausgehen . . .“ 
Doctrine, S. 206—207. Der Gedanke eines solchen Systems stammt wahrschein 
lich von Enfantin, denn er führt ihn schon in einem Aufsatz des Producteur (III» 
S. 385) aus. 
2 ) Doctrine, S. 210, Anm. An anderer Stelle; „Wir werden aller politischen 
Grundsätze müde, die nicht unmittelbar und einzig bezwecken, das Schicksal der 
Völker in die Hände von Männern voller Ergebenheit und Genie zu leeren.“ (Ebenda, 
S. 330.)
	        

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Geschichte Der Volkswirtschaftlichen Lehrmeinungen. Verlag von Gustav Fischer, 1921.
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